6 Fragen zum Arztberuf (Internist)

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TheBCD
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6 Fragen zum Arztberuf (Internist)

Beitrag von TheBCD » 04.03.12, 21:32

Hi, Ich bin in der neunten Klasse am Gymnasium und mache mir deswegen mache ich mir schonmal langsam Gedanken was ich werden will und ich weiß es gibt dieses Thema im Internet schon ziemlich oft, aber ich habe ein paar Fragen zum Arztberuf (ich interessiere mich vorallem für die Fachrichtung Innere Medizin)


1
Ich habe zur Zeit keinen 1er Schnitt sondern etwa 2,2 doch ich denke, wenn ich ein paar Fächer abwählen kann und mich etwas mehr anstrenge kann ich das vielleicht noch etwas steigern, welche Chancen hätte man denn auf einen Studienplatz mit einem guten 2er Schnitt?


2
Hat man wirklich so wenig Freizeit wie immer gesagt wird? Wieviele Stunden arbeitet man durchschnittlich pro Woche und wie oft muss man Nachtschichten einlegen?


3
Wieviel kostet das Medizinstudium (mit allen benötigten Büchern u.s.w. aber ausgenommen die Unterkunft)? Ich stamme nicht grade aus einer reichen Familie, also kann ich nicht mal eben 150.000€ aus dem Hut zaubern:D


4
Wieviel verdient man als vollstänig ausgebildeter Arzt und wieviel als Assistenzarzt?


5
Wie stark unterscheidet sich das wirkliche Arztleben von Arztserien wie z.B. Scrubs (nicht auf die Personen bezogen, sondern auf den Krankenhausalltag und dem Umgang mit Patienten, mir ist schon klar, dass nicht immer eine Schwester wie Carla in der Nähe ist, die einen in Schutz nimmt o.Ä. :lol: )


6
Wie lange muss ich (vorraussichtlich) Warten für einen Studienplatz, falls ich nicht den Benötigten Numerus Clausus habe. (Ich habe vor in Niedersachsen zu Studieren)

LG und danke für alle Antworten
B.C.D.

Phileas Fogg
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Re: 6 Fragen zum Arztberuf (Internist)

Beitrag von Phileas Fogg » 05.03.12, 16:24

Ich finde es sehr löblich, dass du dich schon so früh darum kümmerst!

1) Momentan bleibt mit einem 2er Schnitt lediglich die Wartezeitquote. Und die Wartezeit liegt momentan bei ca 11-12 Semestern, also 6 Jahren! Wie das in gegebenenfalls 3 Jahren aussieht, kann keiner vorhersagen. Der Trend ist seit langem steigend!

2) Da gibt es große Unterschiede zwischen verschiedenen Arten von Kliniken. An Unikliniken ist man oftmals noch in Forschung und Studentenunterricht eingebunden und in aller Regel wird diese Arbeit zusätzlich geleistet, also fallen auch Überstunden an. Pauschal gibt es aber keine Antwort auf diese Frage und auch an kleinen Häusern kann es schlechte Arbeitsbedingungen geben.

3) Peanuts. An den meisten Unis gibt es keine Studiengebühren (vorher 500 Euro/Semester) mehr, man zahlt lediglich einen Semesterbeitrag der meistens zwischen 100 und 200 Euro liegt. Bücher kann man sich normalerweise in der Bibliothek ausleihen. Kauft man neue Bücher, fallen in der Vorklinik so ca 100 Euro pro Semester an (grob). An den meisten Unis braucht man in den höheren Semestern sehr wenige Bücher, weil man oftmals mit Vorlesungen, Skripten und Internet auskommt. Ein Tipp: Wenn deine Eltern nicht allzuviel verdienen, kannst du ja Bafög beantragen. Allerdings darfst du dafür nicht mehr als ca 5000 Euro selbst besitzen(inklusive Bausparverträgen, Konten von Oma eingerichtet...). Es lohnt sich vielleicht, in absehbarer Zeit die Finanzlage mal zu klären und Konten für dich "günstig" einzurichten... (Bafögförderung liegt maximal bei ca 670 Euro/Monat, damit kann man sehr gut leben, sogar in eigener Wohnung und die Konditionen sind einmalig)

4) Als Berufseinsteiger liegt das Grundgehalt je nach Arbeitgeber/Klinik in der Regel zwischen 3700 und 4000 Euro brutto/Monat. Durch Dienste und Überstunden kann man da noch was dazuverdienen. Aber auch da kommt es auf das Dienstmodell an und ob Überstunden überhaupt registriert/vergütet werden.
Die Frage ist, was du mit "vollständig ausgebildetem" Arzt meinst. Am sinnvollsten suchst du mal nach Tarifvertrag-Tabellen im Internet.

6)
Schau dir mal auf www.hochschulstart.de die genauen Kriterien an. Wie diese in 3 Jahren aussehen, kann man nicht vorhersagen. Wie bereits gesagt, liegt die Wartezeit momentan bei 11-12 Semestern und tendiert dazu, zu steigen (2006 betrug sie lediglich 6 Semester).
Viel Erfolg!

Absolute Arrhythmie
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Re: 6 Fragen zum Arztberuf (Internist)

Beitrag von Absolute Arrhythmie » 07.03.12, 22:26

Moin,

TheBCD hat geschrieben:Ich habe zur Zeit keinen 1er Schnitt sondern etwa 2,2

dann gib Gas! Ich kann Dir versprechen, Du wirst Dich über nichts mehr ärgern, als über die Tatsache, dass Du in der Schule nicht alles gegeben hast und aus diesem Grund 6+ Jahre warten musst. Ein sehr guter Abischnitt ist in dem Sinne Gold wert und eröffnet Dir sämtliche Türen!

Phileas Fogg hat geschrieben:man zahlt lediglich einen Semesterbeitrag der meistens zwischen 100 und 200 Euro liegt

dann komm mal nach Hamburg... hab grad heute erst 288 Euros der Uni in den Rachen geschmissen :shock:
Phileas Fogg hat geschrieben:1).. 2).. 3).. 4).. 6)..

ich glaube Du hast vergessen Frage 5 zu beantworten :twisted:
wenn Du (TheBCD) aber unbedingt, was visuelles haben möchtest, um den Arztberuf kennen zu lernen, da finde ich diese Reihe ganz nett:

http://www.youtube.com/watch?v=wjequIIX5J4
http://www.youtube.com/watch?v=UJ-yx5ZI7QI

gibt auch noch vieles mehr bei YouTube einfach mal "arzt reportage" oder "krankenhaus reportage" o.Ä. suchen...

grob kann man aber sagen, dass es kein Vergleich ist zwischen Scrubs und dem Arztberuf. Hier werden die Patienten so ähnlich wie Menschen behandelt, also mit Respekt und Wertschätzung (so seh ich das zumindest).

Viele Grüße

Abs.

Phileas Fogg
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Re: 6 Fragen zum Arztberuf (Internist)

Beitrag von Phileas Fogg » 08.03.12, 09:36

Ja ist ja gut, dann kosten die Gebühren an manchen Unis eben etwas mehr, es handelt sich dabei trotzdem um Peanuts.

Zu punkt 5 wollte ich am Schluss schreiben, habe es tatsächlich vergessen.
Der Vergleich einer tv-Serie mit der Realität hinkt allerdings.

i7-3570k
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Re: 6 Fragen zum Arztberuf (Internist)

Beitrag von i7-3570k » 24.08.12, 15:31

Phileas Fogg hat geschrieben: Der Vergleich einer tv-Serie mit der Realität hinkt allerdings.
Inwiefern? Ich meine wenn man den typischen amerikanischen Serienmist beiseite legt und mal ganz nüchtern den medizinischen Alltag, der in "Scrubs" präsentiert wird anschaut, wirkt das doch ziemlich vernünftig und real gehalten? Oder nicht?

Mich würde das besonders interessieren, weil ich, meine Geburt mal ausgenommen, noch nie länger als 15 Minuten innerhalb eines Krankenhauses sein durfte/musste (zum Glück auch) und so relativ wenige bis gar keine Einblicke in ein Krankenhaus habe und mich zwangsläufig auf Serien berufen muss.

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