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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Wieso müssen Ärzte immer bescheißen?
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BeitragVerfasst: 11.04.18, 19:12 
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DMF-Mitglied

Registriert: 19.11.16, 13:41
Beiträge: 92
Hi,
ich habe es langsam satt. Ich gehe zum Arzt, spreche 30 Sekunden mit dem Herrn Doktor, dieser fragt mich wie es mir mittlerweile geht, ich sage gut und gehe nach hause.

Hinterher auf der Rechnung steht dann ein "ausführliches Beratungsgespräch von mindesten 10 Minuten" für über 20 Euro und ein " ausführliches psychotherapeutisches Gespräch" für knapp 35 Euro. Dazu die übliche "Allgemeine Beratung, auch fernmündlich" für 10,75 Euro.

Macht rund 65 Euro für 30 Sekunden. Den Stundenlohn hätte ich auch gerne.


Wenn man dann in der Praxis anruft und darauf aufmerksam macht, dass bei der Abrechnung ein Fehler unterlaufen ist, da man ja nicht mal eine Minute im Sprechzimmer war dann verwandelt sich die sonst so nette Sprechstundenhilfe in einen feuerspuckenden Drachen, der sich wie ein Pitbull an der Rechnung festbeißt und in mir die Personifikation des Böses erkennt. Wie sonst könnte ich es wagen zu behaupten einem Halbgott in Weiß könnte ein Fehler unterlaufen?

Für eine Sprechstundenhilfe/Abrechnungsstelle liegt es außerhalb des menschlichen Vorstellungsvermögens, dass an der Rechnung etwas nicht stimmen könnte.

Kurz: Es gibt keine neue Rechnung, ich soll zahlen. Punkt. Ende der Diskussion.

Natürlich zahle ich auch, aber keine 65 Euro, ich beschränke mich stattdessen auf 10,75 Euro. Wenn ich mein Auto zum Reifenwechseln in die Werkstatt bringe zahle ich ja auch nur fürs Reifenwechseln und nicht zusätzlich für eine Motorwäsche die nicht gemacht wurde.

Wieso um alles in der Welt meinen Ärzte nun immer der Patient wäre blöd? Ich drücke mittlerweile vor Betreten eines Sprechzimmers auf die Stoppuhr meines Smartphones und notiere mir hinterher sekundengenau die mir geopferte Zeit.

Noch schlimmer sind Zahnärzte. Die denken man merkt nicht, dass gar nicht gebohrt wurde. Am allerliebsten mag ich es aber, wenn mir ein Arzt ein Röntgenbild mit auf die Rechnung schreibt, aber gar kein Röntgengerät besitzt. Versuchen kann man es ja mal, oder? Wäre ich 80 könnte ich die Vorgehensweise ja durchaus verstehen. Da vergisst man schon mal welche Untersuchungen gemacht wurden und welche nicht. Aber mit gerade mal 30 sehe ich es ehrlich gesagt schon richtig als Beleidigung an, wenn man glaubt, dass ich diesen organisierten Betrug nicht bemerken würde.

Mit freundlichen Grüßen

(einer Privatversicherten)


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BeitragVerfasst: 12.04.18, 08:29 
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DMF-Moderator

Registriert: 31.01.07, 16:01
Beiträge: 11955
Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)
Guten Tag,
"Die Leistung nach Nummer 3 (Dauer mindestens 10 Minuten) ist nur berechnungsfähig als einzige Leistung oder im Zusammenhang mit einer Untersuchung nach den Nummern 5, 6, 7, 8, 800 oder 801.
herangezogen werden.


GOÄ-Nr.

Legende

Auschlüsse nach GOÄ-Nrn.

Betrag

2,3-fach

Euro


804

Psychiatrische Behandlung durch eingehendes therapeutisches Gespräch - mit gezielter Exploration

1,3,22,30,34,806,817,849,861,862

22,11


806

Psychiatrische Behandlung durch gezielte Exploration und eingehendes therapeutisches Gespräch ...Mindestdauer 20 Minuten

1,3,22,30,34,725,804,812,817,849

33,52


849

Psychotherapeutische Behandlung bei psychoreaktiven, psychosomatischen oder neurotischen Störungen,Mindestdauer 20 Minuten

1,3,22,30,34,725,726,804,806,

845-847,861-864,870,871

30,83



In Ihren Ausführungen kann etwas nicht stimmen! Mehrere Gesprächsleistungen sind nicht nebeneinander abrechenbar. Das sind die sogenannten Ausschlüsse und dies können Sie googlen.
Ich kann und will mir gar nicht vorstellen, dass Ihr Arzt erstens betrügt und zweitens derart plump und offensichtlich. Falls Sie Ihre Rechnungen bei der Privatkrankenkasse einreichen sollten, würde dies dem Sachbearbeiter sofort auffallen müssen.
Ihre Formulierung" wieso müssen Ärzte immer bescheißen" finde ich extrem deplaziert und überhaupt nicht angebracht. Dass so etwas leider vorkommt, das will ich gar nicht bestreiten. Aber der Plural " Ärzte" und " immer" ist absolut beleidigend.

_________________
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.


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BeitragVerfasst: 12.04.18, 10:08 
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DMF-Mitglied

Registriert: 19.11.16, 13:41
Beiträge: 92
Zitat:
Mehrere Gesprächsleistungen sind nicht nebeneinander abrechenbar.


Natürlich sind sie das nicht. Aber weiß das der normale Patient?

Zitat:
Ich kann und will mir gar nicht vorstellen, dass Ihr Arzt erstens betrügt


Also eher glaube ich noch an den Osterhasen. 90% meiner Arztrechnungen beinhalten Leistungen die nie stattfanden. Von Einzelfällen kann hier keine Rede sein. Das fällt auch keinem Sachbearbeiter auf.


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BeitragVerfasst: 08.06.18, 09:52 
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DMF-Mitglied

Registriert: 05.06.18, 13:48
Beiträge: 23
Hallo,
Schon Mal einfach beim Arzt oder der Praxis nachgefragt weshalb das so abgerechnet wird?

Offenbar scheinen die Hintergründe, wie sich die Abrechnung zusammen setzt, nicht bekannt zu sein. Unter den Umständen finde ich es nicht angebracht sich online darüber auszulassen, anstatt es sich vom Arzt/der Praxis erklären zu lassen. Eventuell gibt es keinen Grund für die Aufregung, und der fäkalen verallgemeinerten Unterstellung, wenn klar ist weshalb so abgerechnet wurde.


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BeitragVerfasst: 19.06.18, 11:12 
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Registriert: 29.08.13, 17:33
Beiträge: 87
Ich will den Patienten verteidigen.
Bei Dok und Anwalt IMMER fragen, was es kostet. Auch Doks stellen ungefragt hohe Rechnungen.
Aber was schlimmer ist, als Laie wirst Du belogen.
Arzt 1 sagt: sofort kein Zucker, Sie sind voller Pilze und PH ist im Keller.
Arzt 2 sagt: ( 3 Wochen später) Essen Sie Kuchen und Steak, kerngesund. Das mit Ernährung ist Quatsch. Erst auf Intensivstation spielt Essen eine Rolle. In der Steinzeit haben die auch keine Vitamine gesucht. Nur Beutelschneiderei mit Diäten.
Als Laie stehst Du dumm rum.


Patienten werden beschissen, aus Gier oder Langweile oder Stress?


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BeitragVerfasst: 19.06.18, 19:25 
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DMF-Moderator

Registriert: 26.08.06, 21:00
Beiträge: 3384
Wohnort: Friesland
gesundfragen hat geschrieben:
Bei Dok und Anwalt IMMER fragen, was es kostet.

Zumindest der Kassenarzt wird diese Frage nicht beantworten können. Der erfährt selbst erst Monate später, wieviel Geld er für die erbrachte Leistung erhält.

Mit dem Rest Ihrer Polemik werde ich mich nicht weiter beschäftigen.

_________________
And God promised men that good and obedient wives would be found in all corners of the earth.


Then she made the world round and laughed and laughed and laughed...


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BeitragVerfasst: 20.06.18, 17:58 
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Registriert: 27.12.06, 01:51
Beiträge: 3470
Zitat:
In der Steinzeit haben die auch keine Vitamine gesucht


da war jemand wenn er 40 wurde auch schon steinalt. Woran das wohl lag ??
Bestimmt nicht an der gusunden Ernährung oder den medizinischen Kenntnissen 8)


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BeitragVerfasst: 25.06.18, 14:28 
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Registriert: 10.09.07, 14:30
Beiträge: 4934
dora hat geschrieben:
Bestimmt nicht an der gusunden Ernährung oder den medizinischen Kenntnissen 8)
Nein, an den Löwen und Tigern. Die haben übrigens auch selten Zucker gegessen.

Früher war eben alles besser. Da gabs kein Rentenproblem und auch keine Karies. Und "Verpilzung" gabs höchstens im Wald und nicht beim Anthroposophen oder Homöopathen.

_________________
Augenarzt? Flatrate. Für nur 18 Euro all you can (tr)eat, ein ganzes Quartal lang! DAS ist heutige Gesundheitspolitik.


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BeitragVerfasst: 07.11.18, 17:48 
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DMF-Mitglied

Registriert: 29.08.13, 17:33
Beiträge: 87
Dok. Schmerz.
Da ist nix, Sie bilden sich das ein.
Rezept.
5 Doks.
Keine Diagnose. Sie sind gesund.
Rezept.
Nun 120 Euro ausgegeben.
Warum nehmen Gesunde Medis?


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BeitragVerfasst: 08.11.18, 17:05 
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Interessierter

Registriert: 07.11.18, 17:03
Beiträge: 9
dora hat geschrieben:
Zitat:
In der Steinzeit haben die auch keine Vitamine gesucht


da war jemand wenn er 40 wurde auch schon steinalt.


Eine häufige Fehleinschätzung. Die durchschnittliche Lebenserwartung früherer Zeiten wurde vor allem durch die hohe Sterblichkeitsrate gesenkt. Generell geht man heute davon aus, dass die meisten unserer Vorfahren älter geworden sind als wir es bisher erwartet hätten. Hier Mal ein passender Artikel: https://www.thueringer-allgemeine.de/we ... n-34221434

Aber das natürlich nur am Rande.


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BeitragVerfasst: 09.11.18, 00:38 
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Registriert: 07.09.14, 22:15
Beiträge: 372
Hallo,

auch wenn wir hier in der Speakers Corner sind, halte ich den Verweis auf einen kostenpflichtigen Artikel einer Regionalzeitung für ziemlich ungünstig.

Dass die Menschen früher durchaus ein hohes Lebensalter erreichen konnten, ist nicht erst seit dieser "Studie" recht unstrittig. Für viele Personen, vor allem die des damaligen öffentlichen Lebens, ist das sogar urkundlich belegt. Die genetische gegebene Lebenserwartung wird wohl in der "kurzen" Zeit, seit der der Mensch auf dem Erdball erschien, relativ unverändert geblieben sein.

Das entscheidende Wörtchen im vorausgehenden Absatz ist allerdings "konnten". Nach über Jahrzehnte anhaltenden Zeiten von Frieden, Nahrungsreichtum, Ausbleiben von Naturkatastrophen oder Epidemien muss man in der Menschengeschichte lange suchen. Und wenn nicht die Natur, der Hunger, die Pest oder verheerende Kriege ganze Populationen ausgerottet haben, hat man sich auch gern gegenseitig den Schädel eingeschlagen oder von Staats wegen ausgiebig geköpft, geteert, gerädert oder gepfählt.

Kurzum: Man konnte alt werden, die Chancen darauf standen in der breiten Masse aber eher schlecht. Die gehobene Schicht hatte meist ausreichend Nahrung, wenig Kontakt mit dem potentiell infektiösen Volk und konnte es sich leisten, kriegerischen Handlungen fern zu bleiben. Dem gemeinen Fußvolk hingegen war es verwehrt, derartige "Gesundheitsvorsorge" zu betreiben. Man beachte auch das unvorstellbar hohe Kindersterblichkeit. Das trieb den Mittelwert nach unten, Mitte dreißig war in schlechten Zeiten statistisch schon ein gesegnetes Alter.

An der heute höheren Lebenserwartung wirken verschiedene Faktoren mit. Direkt der Medizin zuzuschreiben sind auf jeden Fall die Prophylaxe und Therapie von Infektionskrankheiten, das Antibiotikum, die Narkose, und die Antisepsis.

_________________
Viele Grüße,

Parasympathikus


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