Medizin im Zweitstudium als Übersetzerin?

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snoopy_on_stage
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Medizin im Zweitstudium als Übersetzerin?

Beitrag von snoopy_on_stage » 02.04.14, 12:17

Hallo zusammen,

ich bin über etliche gleiche Themen gestolpert, konnte mir aber trotzdem noch keine konkrete Meinung über das Thema bilden. Ich bin momentan im 6. Semester Übersetzungswissenschaften (Englisch und Portugiesisch) an der Uni Heidelberg und habe durch ein gerade absolviertes Praktikum gemerkt: ein Übersetzer ohne angefangenes Zweitstudium trifft man nicht so oft. Fakt ist: ich muss mich spezialisieren und weiterbilden, was allerdings in Form von Zertifikaten/Seminaren privat extrem teuer ist. Seit der Schule war ich schon immer sehr interessiert an Medizin, habe meinen Abi-Schwerpunkt in Biologie auch aufs Nervensystem gelegt. Auch in meinem jetzigen Studium habe ich immer wieder Kurse wie "Medizinische Terminologie" oder "Medizinrecht" belegt, weil mich das Interesse nicht loslässt. Ich liebe Sprachen und habe deshalb auch Übersetzen gewählt, allerdings merke ich momentan, dass mir das Lernpensum zu wenig ist und es mir sehr an Fachwissen mangelt. Hinzu kommt, dass ich nicht weiß, wie ich mich ohne medizinische Kenntnisse in diesem Bereich als Übersetzerin etablieren soll.

Nun bin ich wie gesagt am überlegen, Medizin als Zweitstudium anzufangen und hoffe, hier auf welche zu stoßen, dir mir ein bisschen mehr darüber erzählen könnten bzw. die vielleicht auch wie ich aus einer nicht naturwissenschaftlichen Richtung kommen. Oft trifft man ja Zweitstudenten in der Medizin, die vorher Biologie, Ingenieurwesen oder sonstige studiert haben. Ich muss noch dazu sagen: ich habe in der 11. Klasse ein Auslandsjahr gemacht und bin dementsprechend in der Oberstufe dann in Chemie, Physik und Mathe sehr hinterhergehinkt (daher auch mein Abi-Schnitt von 2,5). Mein Bachelor Studium werde ich voraussichtlich mit der Note 2 oder besser abschließen, wenn ich mir meine Noten so anschaue.

Ich hoffe auf einige Antworten, denn ich bin echt ratlos. Zunächst einmal natürlich die Frage der Zulassung und auch wo, aber am meisten zweifle ich daran, dass ich die richtigen naturwissenschaftlichen Fächer wie Chemie und Physik nicht packe aufgrund meiner großen Lücke von meinem Auslandsjahr.

Danke schon mal für die Antworten!
Liebe Grüße,
Julia

Muppet
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Re: Medizin im Zweitstudium als Übersetzerin?

Beitrag von Muppet » 06.04.14, 12:22

Hallo,
als Übersetzerin ohne irgendeine spezialisierten Fachgebiet, würdst du tatsächlich Probleme haben, Arbeit zu finden.
Fachübersetzungen stellen ca. 90% meine Aufträge dar. Übersetze von 2 verschiedenen Fremdsprachen in meine Muttersprache. War zuerst Juristin und habe das zusammen mit Übersetzung studiert.

Bzgl. Medizin - du muss dich mit Naurwissenschaft natürlich auseinandersetzen können - ich mache hauptsächlich Psychologie aber auch Medizin, arbeite in der Neurologie.

Was man sich klar machen muss- im Medizinstudium finden Vorlesungen zwischen 7 Uhr morgens bis 20 Uhr abends statt. Teilweise sehr langen Tagen und man hat nicht immer Zeit nebenbei zu arbeiten- Aufträge kommen ja oft sehr kürzfristig mit knappen Abgabetermine.
Es besteht Anwesenheitspflicht - fehlt man mehr als 2 Vorlesungen pro Fach pro Semester - darf man die Prüfungen nicht mitschreiben. Und es wird ordentlich kontrolliert. Auch bei Fachfremde.

Bei Medizinvorlesungen kann jeder teilnehmen, solange man eingeschrieben ist und kann es als Ergänzungsfach anrechnen lassen. So kannst du sehen, ob es überhaupt etwas für dich ist. Aber zuerst mit der Prof./Dozent absprechen, ob es in Ordnung ist, als Fachfremde in den Kurs teilzunehmen (ich würde nie abgelehnt, ist aber höfflicher).
Bzgl. volles Med-Studium:... in Medizin wird auch auf Noten geachtet.
Sonst geht es auch über Wartesemester. Beim Abschluss bist du aber bei 0.

Nachtrag: für medizinische Übersetzungen -> Englisch am wichtigsten. Studien usw. werden hauptsächlich auf Englisch publiziert, man hat viel mit Versicherungsrecht zu tun (Deutsche haben Unfälle im Ausland usw. Arztberichte und Klageschriften müssen übersetzt werden), Produktanleitungen und SMPs für neue Medikamenten, sowie Präsentationen für der Pharmaindustrie, für z.B. Tagungen. D.h. Pharmakologie und Wirkungsweisen von Medikamenten sowie Anatomie sind sehr wichtig. Terminologiewissen ist zwar schön und gut, aber manchmal nicht ausreichend. Man muss oft viel umschreiben. Fehler/Verwechslungen dürfen nicht vorkommen.
Gruß
Muppet

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