Zuerst Chemie in Graz, dann Medizin

AiP, Doktorarbeit, Auslandserfahrung, Weiterbildung, Seminare, Wege ins Management

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julz123
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Zuerst Chemie in Graz, dann Medizin

Beitrag von julz123 » 08.06.12, 21:42

Hallo Leute,

ich werde mein Abitur dieses jahr im sommer erhalten, mein durchschnitt liegt bei ungefähr 2,5. Tja hab also mit mind 10-12 Wartesemstern zu rechnen.

So jetzt mein PLAN ( bin aber nicht sicher ob er funktioniert:-):

Zuerst bewerbe ich mich hier in Deutschland über die ZVS für Medizin. Ich reche wie gesagt mit 10 Wartesemster.
Dann bewerbe ich mich in Österreich für Chemie.
Darauf das Jahr 2013 mach ich den BMS in Graz und wenn ich angenommen werde, breche ich Chemie ab und studiere Medizin. Das Chemie Studium ist sehr hilfreich für den Test in Österreich.
Falls ich nicht angenommen werden sollllte, studiere ich weiter Chemie in ÖSterreich, probiere dann das darauffolgende Jahre 2014 wieder den BMS bzw warte auf MEdizin Deutschland

Klappt der Plan?

Lg

Adromir
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Re: Zuerst Chemie in Graz, dann Medizin

Beitrag von Adromir » 09.06.12, 01:39

Moment *kram such klopf hust* irgendwo hab ich doch meine Glaskugel..
Scherz beiseite, ob das so klappt, mag keiner Vorraussagen können, es hört sich aber nach ner Möglichkeit an.

julz123
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Re: Zuerst Chemie in Graz, dann Medizin

Beitrag von julz123 » 09.06.12, 08:01

Haha xD

Nein ich mein es wirklich seriös.
Also konnte das jetzt logisch gesehen klappen.
Gibt es da iwelche einwände?
Irgendwelche Dinge die ich nicht beachtet habe?
Lg

Humungus
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Re: Zuerst Chemie in Graz, dann Medizin

Beitrag von Humungus » 09.06.12, 08:31

Wird ein Auslandsstudium als Wartezeit in Deutschland anerkannt? Das sollten Sie recherchieren.
Augenarzt? Flatrate. Für nur 18 Euro all you can (tr)eat, ein ganzes Quartal lang! DAS ist heutige Gesundheitspolitik.

julz123
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Re: Zuerst Chemie in Graz, dann Medizin

Beitrag von julz123 » 09.06.12, 08:44

Ja das tut es.

der Matze
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Re: Zuerst Chemie in Graz, dann Medizin

Beitrag von der Matze » 09.06.12, 17:38

Guten Tag julz123,

spannender Plan. Aber: Warum bewerben Sie sich zuerst in Deutschland? Sie haben mit Ihrem Schnitt keine reelle Chance auf einen Studienplatz in Humanmedizin, die Zeit und das Geld für die Bewerbung kann man auch sinnvoller verwenden.

Bis Sie mit ihrem Plan das Medizinstudium in Deutschland aufgenommen haben, haben Sie Ihr Studium vermutlich bereits abgeschlossen.
Was ist denn der "BMS"? Ich kenne nur einen "EMS" Test bzw. den "TMS" Test in Deutschland.
Für den TMS in Deutschland bewerben sich nicht nur Kandidaten mit einem "schlechten" Abitur, sondern vor allem(!) Abiturienten mit einem sehr guten Schnitt und dem Ziel, ihn noch weiter zu verbessern um an ihrer Traumuni angenommen zu werden. Mit diesen Studierenden konkurrieren Sie auch beim EMS - denn wenn es mit 1,3 in Deutschland nicht klappt, probiert man es eben im Ausland.
Machen Sie sich da also keine unrealistischen Vorstellungen, die Konkurrenz ist hart!

Dass das Chemiestudium "sehr hilfreich" ist würde ich nochmal überdenken. Anders gesagt: Wenn Sie kein gutes Verständnis von Chemie haben, werde Sie es im Chemiestudium nicht weit bringen. Sofern Sie das haben, sollte das Wissen ausreichen, um in den entsprechenden Stellen des "EMS"/BMS/TMS gut zu punkten, mit guter Lektüre kann man da auch noch für trainieren.


Mit freundlichen Grüßen,
der Matze,
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julz123
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Re: Zuerst Chemie in Graz, dann Medizin

Beitrag von julz123 » 09.06.12, 17:48

Wieso kostet es zeit und Geld sich zu bewerben ? Also Geld kostet es wohl gar nicht und zeit okay Vielleicht hab ich ja das Glück dass ich durch Nachrückverfahren reinrutsche und ausgelost werde. Das kann alles in Deutschland passieren.
Meine wartesemster werden angerechnet sofern ich nicht an einer deutschen Uni studiere.

Lg

der Matze
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Re: Zuerst Chemie in Graz, dann Medizin

Beitrag von der Matze » 09.06.12, 18:45

Guten Tag julz123,

normalerweise kostet das Anfertigen von Kopien, Beglaubigungen sowie Porto, Papier etc. Geld.
Und eine Bewerbung braucht etwas Zeit.

Werden Studienplätze zu Beginn des Studiums nicht angetreten, findet ein Nachrückverfahren statt. Hier wird den Studenten, die "als nächstes" einen Platz bekommen hätten der Platz angeboten. Erst wenn danach immer noch Plätze offen sind, findet ein Losverfahren statt, für das man sich an der jeweiligen Hochschule anmelden muss. Auch das nimmt nochmal Zeit (und ggf. Geld) in Anspruch. Und die Wahrscheinlichkeit darüber einen Platz zu erhalten ist sehr gering.

Es gibt übrigens auch die Möglichkeit, im Auswahlverfahren der Hochschulen zu punkten, beispielsweise mit einer abgeschlossenen Ausbildung in bestimmten Berufen. Sie erlernen einen Beruf, verdienen "nebenbei" Geld, sammeln Wartesemester und können nach der Ausbildung nicht nur im Verfahren nach Wartezeit sondern auch im AdH punkten. Nur mal als Denkanstoß.


Mit freundlichen Grüßen,
der Matze,
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julz123
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Re: Zuerst Chemie in Graz, dann Medizin

Beitrag von julz123 » 10.06.12, 11:08

:) Danke vielmals für die ausführliche Erklärung :)!
Hmm okay ich verstehe deinen Gedanken, klingt einleuchtend.

Kannst du mir vielleicht nochmal erklären was die ADH ist ?:/

Okay, Thema Nachrückverfahren und Losverfahren.
Also nicht jede Uni bietet dieses Verfahren an, hab ich das richtig mitbekommen?
Wie bekomme ich den Bescheid, ob noch Plätze frei sind ? Die Anmeldung dazu sollte doch auch wieder online sein ?

Ich wohne in Köln und Köln bietet eigendlich gar keine Auswahlkritierien an, wie abgeschlossen Berufsausbildung, Tms, Teilnahme an Wettbewerbe etc., welche den Schnitt aufbessern. Nur die Durchschnittsnote ist eben gefragt.
Ist es also sinnvoller Würzburg, dessen Auswahlkritierien eine Menge sind, als 1. Ortspräferenz zu wählen ?
Hat man Vorteile, wenn man Köln als 1. Ortspräferenz wählt, weil man ja auch hier lebt?



Lg

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Re: Zuerst Chemie in Graz, dann Medizin

Beitrag von der Matze » 10.06.12, 11:37

Guten Tag julz123,

Es gibt drei Verfahren für die Studienplatzvergabe:

20% werden nach Abitur-Note vergeben (einziges Kriterium: Abischnitt)
20% werden nach Wartezeit vergeben (1. Kriterium: Anzahl Wartesemester, 2. Kriterium: Abischnitt)
60% werden nach dem Auswahlverfahren der Hochschulen vergeben.

Eigentlich soll über dieses Verfahren den Hochschulen ermöglicht werden, bestimmte Schwerpunkte in der Auswahl zu setzen. Faktisch sieht es momentan so aus, dass viele Hochschulen die Plätze dieses Verfahrens weiterhin nach der Abinote vergeben. Manche akzeptieren dabei Verbesserungen der Note, z.B. durch den TMS, durch eine absolvierte Ausbildung, Berufserfahrung, gute Noten in besonderen Fächern, die Teilnahme an Forschungsprojekten in der Schulzeit usw.
Eine Übersicht finden Sie hier: http://hochschulstart.de/index.php?id=3222


Das wichtige dabei ist, dass man nicht nur ganz genau schaut, wo man die besten Chancen auf einen Studienplatz hat, sondern auch, dass man sieht, welche Knockout-Kriterien es gibt.
Willkürliches Beispiel: Wählt man Aachen nicht als 1., 2. oder 3. Ortspräferenz ist man gleich aus dem Verfahren draußen.
Daher: Bewerben kostet Zeit! ;-)


Welche Möglichkeiten es zur Verbesserung der Durchschnittsnote gibt, was Sie alles an Anträgen stellen können etc. finden Sie auch auf Hochschulstart.de: http://hochschulstart.de/index.php?id=3478
Nur, dass man in einer Unistadt wohnt, ist kein Grund für eine Ortspräferenz.


Die Information, dass man am Losverfahren teilnehmen kann, erhält man nach Beginn des Semesters. Die Universitäten melden die nicht belegten Studienplätze an Hochschulstart, welche dann die Studenten anschreiben, die sich dort beworben haben. Manche Universitäten ermöglichen dann eine Online-Anmeldung, bei wieder anderen muss man eine Postkarte oder einen Brief hinschicken.


Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, Medizin in Deutschland zu studieren, kann ich Ihnen nur empfehlen, sich intensiv mit den Modalitäten auseinander zu setzen. Sonst passiert es sehr leicht, dass man in dem Bewerbungsverfahren Fehler macht, oder Chancen nicht wahrnimmt.


Mit freundlichen Grüßen,
der Matze,
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Re: Zuerst Chemie in Graz, dann Medizin

Beitrag von julz123 » 10.06.12, 12:09

Unter diesem link http://hochschulstart.de/index.php?id=3222
Finde ich unten eine Rechnung
840 x PA/ 900
Was meint das ?


Ich wollte mich eigentlich direkt für das Wintersemster bewerben und mein Abi liegt bei 2.5-2.6 in dem Rahmen macht das den Sinn?
Muss ich mich für jedes neues Semester neuanmelden?
Erst nächstes Jahr werde ich den TMS machen, kann ich das dann einfach nachreichen?
Oder macht es mehr Sinn sich erst dann anzumelden, wenn man den tms und eine abgeschlossene
Berufsausbildung absolviert hat?
Ich meine berücksichtigen die den nachgereichten tms?
Erfahre ich dann auch inwiefern meine Mc gestiegen ist ?

Und noch eine frage z.B Ulm berücksichtig alle Bewerber bis 2.5
Wenn mein nc bei 2.6 liegt, macht es dann Sinn? Soll ich warten bis ich mein tms gemacht habe, denn dann ist mein schnitt etwas höher.


Lg

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Re: Zuerst Chemie in Graz, dann Medizin

Beitrag von der Matze » 10.06.12, 13:51

Guten Tag julz123,

bitte lesen Sie doch mal genauer. Etliche Ihrer Fragen können Sie durch die Lektüre von hochschulstart.de selbst beantworten.

Für Bewerber, deren im Abitur maximal erreichbare Punktzahl bei 900 Punkten liegt, wird die in der Abiturprüfung erreichte Punktzahl auf die Basis von 840 Punkten an Hand folgender Formel umgerechnet:

P = (840 x PA) / 900 (PA = auf dem Abiturzeugnis ausgewiesene Punktzahl) (s. VergabeVO Stiftung, Anlage 5)

Ist eigentlich nicht so schwer zu verstehen: An manchen Schulen gibt es 840 Punkte maximal zu erreichen, an anderne 900. Die Umrechnung ist notwendig, damit Chancengleichheit besteht. Es zählt nicht der Schnitt ansich, sondern die erreichte Punktzahl. Wenn man 60 Punkte mehr erreich kann, wäre das unfair. Demzufolge wird es angeglichen.


julz123 hat geschrieben:Ich wollte mich eigentlich direkt für das Wintersemster bewerben und mein Abi liegt bei 2.5-2.6 in dem Rahmen macht das den Sinn?

Natürlich können Sie sich direkt für das Wintersemester bewerben. Die Wahrscheinlichkeit dass Sie einen Platz bekommen dürfte allerdings sehr, sehr, sehr gering sein.
Meiner Meinung nach macht das keinen Sinn. Müssen Sie aber selbst entscheiden.

julz123 hat geschrieben:Muss ich mich für jedes neues Semester neuanmelden?

Ja.

julz123 hat geschrieben:Erst nächstes Jahr werde ich den TMS machen, kann ich das dann einfach nachreichen?

Wie, nachreichen? Sie können ihn dann zum nächsten Bewerbungsverfahren nach ihrem TMS einreichen.

julz123 hat geschrieben:Oder macht es mehr Sinn sich erst dann anzumelden, wenn man den tms und eine abgeschlossene Berufsausbildung absolviert hat?

Realistisch gesehen ist Ihre Chance auf einen Studienplatz in den nächsten Jahren sehr gering. Sie müssen sich jedes Semester neu bewerben (sonst würden vermutlich 10x so viele Studenten auf einen Studienplatz warten). Der TMS und eine Berufsausbildung verbessert wie manche andere Faktoren Ihre Chancen im AdH. Aber nicht an allen Universitäten!
Ihre vermutlich beste Chance ist über Wartezeit, und wie Sie die Zeit überbrücken, ist Ihnen überlassen. Ich persönlich würde eine Ausbildung einem Parkstudium im Ausland aus bereits genannten Gründen vorziehen.

julz123 hat geschrieben:Ich meine berücksichtigen die den nachgereichten tms?

S.o.

julz123 hat geschrieben:Erfahre ich dann auch inwiefern meine Mc gestiegen ist ?

Das hängt von den Hochschulen ab, anhand deren Vorgaben können Sie das selbst berechnen.


julz123 hat geschrieben:Und noch eine frage z.B Ulm berücksichtig alle Bewerber bis 2.5
Wenn mein nc bei 2.6 liegt, macht es dann Sinn? Soll ich warten bis ich mein tms gemacht habe, denn dann ist mein schnitt etwas höher.

Die Frage können Sie sich doch eigentlich selbst beantworten:

der Matze hat geschrieben:Das wichtige dabei ist, dass man nicht nur ganz genau schaut, wo man die besten Chancen auf einen Studienplatz hat, sondern auch, dass man sieht, welche Knockout-Kriterien es gibt. Willkürliches Beispiel: Wählt man Aachen nicht als 1., 2. oder 3. Ortspräferenz ist man gleich aus dem Verfahren draußen.



Mit freundlichen Grüßen,
der Matze,
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lorenzo
noch neu hier
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Re: Zuerst Chemie in Graz, dann Medizin

Beitrag von lorenzo » 19.09.12, 10:42

Warum studierst du nicht einfach Medizin in Österreich oder Ungarn? da kannst du möglicherweise immer noch wechseln und das macht meiner Meinung nach mehr Sinn als Chemie als Zwischenlösung zu studieren!

lg

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