Freiverkäufliche Medikamente

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Lydi
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Freiverkäufliche Medikamente

Beitrag von Lydi » 11.10.11, 18:09

Hallo ihr,

eine ältere Dame war zur Fusspflege und die Fusspflegerin hat ihr mächtig ins Nagelbett geschnippelt. Der Zeh entzündete sich, wurde eitrig und fing an zu schmerzen. Und da es We war, kein Arzt in Sicht, habe ich mit Einverständnis der älteren Dame, die geistig top fit ist, in der Apotheke eine freiverkäufliche Zugsalbe und Heftpflaster bestellt damit ich den Zeh versorgen konnte.
Dafür gabs nach dem We eine auf's Dach, weil immer erst der Arzt über soetwas informiert werden muß und der Arzt muß die Salbe genehmigen!? In dem Heim wo ich vorher gearbeitet habe, hat man das nicht so eng gesehen, denn wenn die Bewohnerin damit einverstanden war haben wir es immer so bestellt.
Stimmt es wirklich das man in Pflegeeinrichtungen nicht ohne Zustimmung des Arztes freiverkäufliche Medikamente bzw. Salben bestellen darf obwohl der Bewohner damit einverstanden ist und es auch so dokumentiert wird?
Wo steht dieses Gesetz geschrieben?

LG Lydia
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Annette Koch
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Re: Freiverkäufliche Medikamente

Beitrag von Annette Koch » 16.10.11, 22:04

Hallo Lydi,

ja das ist korrekt, obwohl Sie es eigentlich gut gmeint haben.
Bevor dem Bewohner etwas verordnet, wird muss eine Diagnose gestellt werden.
Die stellt bekanntlich der Arzt. Der Arzt entscheidet auch über das weitere Vorgehen, d.h. u.a. auch welche Medikamente verordnet werden sollen, auch wenn es freiverkäufliche Medikamente sind die in der Apotheke auch ohne Rezept erhältlich sind.
Also wenden Sie sich bitte immer an den jeweiligen Hausarzt bzw. behandelnden Arzt des Bewohners um das weitere Vorgehen zu klären.
Liebe Grüße

Annette Koch
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Lydi
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Re: Freiverkäufliche Medikamente

Beitrag von Lydi » 20.10.11, 07:20

Hallo Annette,

vielen Dank für die Antwort.
Mir ist jetzt auch klar, dass das so zu laufen hat. Auch wenn die Ärzte sich dann teilweise genervt fühlen. Blöd ist halt nur, so wie in meinem Fall, wenn sowas am We ist.
Naja, Frau lernt nie aus. :lol:

GLG Lydi
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Coza
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Re: Freiverkäufliche Medikamente

Beitrag von Coza » 09.04.12, 09:26

Als Arzt sehe ich das etwas anders. Wenn die Patientin geistig fit und kein Betreuer eingesetzt ist, dann ist sie ein freier Bürger wie jeder andere auch und kann selbst bestimmen, ob sie einen Arzt sehen will oder nicht und auch festlegen, welche Medikamente o.a. für sie gekauft werden.
Etwas anderes ist es, wenn es sich um eine betreute Patientin handelt, dann entscheidet der Vormund über die Verfahrensweise.

Viele Grüße

Coza
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Mein Beitrag ist eine Stellungnahme, die auf den vorliegenden Angaben beruht. Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

Annette Koch
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Re: Freiverkäufliche Medikamente

Beitrag von Annette Koch » 09.04.12, 16:47

Es geht eigentlich darum dass auch freiverkäufliche Medikamene in die Doku aufgenommen werden müssen, weil wir in der Pflege dazu verpflichtet sind. Alles muss regestriert sein. Sei es auch nur ein Dulcolax Zpf. etc. , so ist es nun leider mal, da sind uns die Hände gebunden....Natürlich kann eine ältere Dame selbst entscheiden! Bei einer Entzündung sind wir auch verpflichtet den Arzt zu benachrichtigen.
Liebe Grüße

Annette Koch
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Re: Freiverkäufliche Medikamente

Beitrag von Damiana » 09.04.12, 17:16

Hallo,
Coza hat geschrieben:Wenn die Patientin geistig fit und kein Betreuer eingesetzt ist, dann ist sie ein freier Bürger wie jeder andere auch und kann selbst bestimmen, ob sie einen Arzt sehen will oder nicht und auch festlegen, welche Medikamente o.a. für sie gekauft werden.
Ich würde hier unterscheiden von wem der Vorschlag kommt - war es alleine der Wunsch der Dame oder war es Vorschlag der Betreuenden?

Viele Grüße Damiana

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