Visuelle Stimulation auf der Intensivstation

Konzept der Anregung und Förderung individueller Lernprozesse bei Patienten mit Störungen der Wahrnehmung, Bewegung und/oder Kommunikation

Moderator: DMF-Team

Antworten
twist
Topicstarter
noch neu hier
Beiträge: 1
Registriert: 16.11.06, 16:45

Visuelle Stimulation auf der Intensivstation

Beitrag von twist » 16.11.06, 21:19

Hallo an alle des Forums,
Momentan besuche ich die Weiterbildung in Intensivpflege und wir müssen in der Schule eine Arbeit zum Thema Basale Stimulation schreiben. Wir haben uns für das Thema: Der Blickwinkel eines Patienten von seinem Bett aus und seine Wahrnehmung von ihm unbekannten Geräte/Instrumente auf der Intensivstation gewählt. Es gibt Patientenberichte, dass sie z.B. das Muster der Sptialdecke als Ameisen wahrgenommen haben. Unser Schwerpunkt ist die visuelle Wahrnehmung und wie wir diese Wahrnehmung durch visuelle basale Stimulation in der Praxis positiv beeinflussen können.

Meine Fragen sind nun:
Habt ihr in der Praxis auf der Intensivstation schon solche Erfahrungen gemacht? Wenn ja, habt ihr irgendwelche Interventionen durchgeführt? Wie war die Reaktion des Patienten?

Ich freue mich auf eure Beiträge!
Gruss twist

Peter Estner
DMF-Moderator
Beiträge: 219
Registriert: 09.10.04, 14:45
Wohnort: 82418 Murnau

Beitrag von Peter Estner » 30.11.06, 23:15

Hallo twist,
zu diesem Thema kann ich Ihnen einen Link aus der Seite Pflege/Online-Literatur von Regina Mutzenbach anbieten: http://www.basale-stimulation.de/Pflege ... l/CA04.HTM
Es gib zu berücksichtigen, ob Patient/innen schon visuell wahrnehmen, ob sie von einem Durchgangssyndrom geplagt sind und deshalb Ameisen und Spinnen sehen, ob sie schon orientiert genug sind, um auch visuelle Angebote erkennen können. Die Frage muss gestellt werden, denn zuerst kommt das Gehör zurück, dann geht man davon aus, das die visuelle Wahrnehmung abgestuft zurück kommt, nach einer Narkose oder einem sog. Koma. Also ausgehend von der kindlichen Entwicklung des Auges. Hell- Dunkelwahrnehmung, Wahrnehmung von Umrissen auf kurze Distanz (ca. 10-15 cm), Wahrnehmung eigener Körperteile, Wahrnehmung auf weitere Distanz (ca. 1-2 m) Dazu kommt hinzu, ist eine Patientin Brillenträgerin usw.
Es kommt auch darauf an, welche Lichtquelle können Sie benutzen, gibt es nur die Strahler von der Decke oder verfügen Sie über indirekte Beleuchtung. Können Sie eine Nachtbeleuchtung einschalten, lassen sich für die Bettplätze die Lichter getrennt ein- und ausschalten.
Zur visuellen Stimulation haben Sie die Möglichkeit die weiße, eintönige Decke mit bunten, Ornamenten, wie Dreieck, Kreis und Quadrat zu bereichern (von der Ergotherapie herstellen lassen, von den Handwerkern montieren lassen). Sie können Angehörige bitten, Poster von zu Hause mitzubringen. Mobiles aufhängen, um dem Auge Nahrung zu geben, im wacheren Zustand dann Fotos und Bilder mitbringen lassen. Meine Erfahrungen sind hier sehr gut, Patienten können beschäftigt werden, bekommen wieder Input und Anknüpfungsmöglichkeiten an früher. Die visuelle Stimulation nimmt einen wichtigen Platz in der Basalen Stimulation ein, allerdings alles zu seiner Zeit, sie ist nicht der Anfang.
Viele Grüße
Peter Estner

AndorBik
noch neu hier
Beiträge: 2
Registriert: 14.03.07, 14:31
Wohnort: Nieuwegein, Niederlande

Re: Visuelle Stimulation auf der Intensivstation

Beitrag von AndorBik » 14.03.07, 14:43

[quote="twist"] Unser Schwerpunkt ist die visuelle Wahrnehmung und wie wir diese Wahrnehmung durch visuelle basale Stimulation in der Praxis positiv beeinflussen können.
[/quote]

Das ergebnis wuerde mich sehr interessieren! Sehe Neubau in diese foren

Antworten