Niere durch Gewebe verstopft

Erkrankungen der Niere, Harnwege, Blase, Prostata

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MarPod
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Niere durch Gewebe verstopft

Beitrag von MarPod » 02.10.14, 20:44

Guten Abend,

bei meinem Vater (68) wurde heute beim Arzt mittels CT festsgestellt, das die Niere durch "Gewebe" verstopft sei. Er hat auch eine akute Nierenentzündung und musste gleich ins Krankenhaus zur Voruntersuchung - am Montag ist die OP.
Jetzt hat er natürlich Angst und denkt an etwas Schlimmes.
Wie ist denn die Prognose bei so einer Diagnose? Hätte man etwas Bösartiges nicht gleich per CT entdeckt?
Auf jeden Fall wird das Gewebe am Montag rausoperiert. Das steht wohl schon fest. Aber vorher macht man noch eine Nierenspiegelung.

Ist die Wahrscheinlichkeit gegeben, das es sich nur um ein gutartiges Gewebe handelt? Gibt es das?

Ich mache mir echt Sorgen!

Viele Grüße
Maria

MarPod
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Re: Niere durch Gewebe verstopft

Beitrag von MarPod » 07.10.14, 08:03

Hallo und guten Tag nochmal,

das Gewebe wurde jetzt entfernt. Der Chefarzt sagte, das er so eine Art Gewebe in seiner gesamten Tätigkeit noch nie gesehen hat - es sähe "komisch" aus (!?) und man müsse die Histologie abwarten. (So eine Aussage ist natürlich nicht so toll für den Patienten)
Wenn es gutartig sei, wäre die Sache damit erledigt, wenn nicht müsse die ganze Niere raus.
Ich habe im Internet bis jetzt nur gelesen, das Teile der Niere entfernt werden, nie die ganze Niere, die bis jetzt scheinbar total i.O. sei. Das Gewebe ist unter 2cm Größe gewesen.
Sollte man ggf. noch eine zweite Meinung einholen? Vielleicht in Heidelberg?

Viele Grüße
Maria

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Re: Niere durch Gewebe verstopft

Beitrag von MarPod » 10.10.14, 08:56

Hallo und guten Tag,

so ein Mist - jetzt haben wir den Befund:
"Nierenbeckenkarzinom mind.pT1 G2 li.(C65) mit Harnstauungsniere III° li.(N13,3), Anämie unklarer Genese (D64,9), Niereninsuffizienz Stadium III (N17,9).
"Die Histologie zeigt ein mäsig differenziertes, offenbar invasives Urothelcarcinom im Bereich des linken Nierenbeckens in zwei der fünf flusigen Fragmente, der Tumor infiltriert offenbar das subepithale Gewebe, mind pT1,G2)

Empfohlen wurde die Entfernung der Niere mit Harnleiter. Zuvor wird mit einer Lösung untersucht, ob die Harnbalse tumorfrei ist - dann würde man die Niere entfernen. Wenn in der Harnblase etwas gefunden wird, wird zuerst das entfernt und für das Entfernen der Niere muss eine neue OP angesetzt werden.

Im Bauchraum wurden keine Metastasen gefunden - Lunge soll noch diesbezüglich mittels Thorax-CT untersucht werden.

Das stand im Bericht - Leider haben meine Eltern vom Aufklärungsgespräch wohl die Hälfte nicht mitbekommen. Einfach, weil man von so einer Nachricht erst einmal mental blockiert ist. Mein Vater hatte ja auch keine Schmerzen und alles kam nur durch Zufall 'raus.

Ich habe gegoogelt um mir einen Ausblick auf die Heilungschancen ( soweit das möglich ist) zu verschaffen. Dabei weiß ich jetzt nicht, ob ich nun unter Nierenkarzinom oder Blasenkarzinom gucken muss, wobei ersteres wohl erfolgversprechender wäre.

Kann mir da jemand helfen? Was bedeutet das alles? Gibt es Alternativen? Gerne auch als PN. Die zweite Niere ist i.Ü. ohne Befund und wir sind gut versichert...

Viele Grüße
Maria

MarPod
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Re: Niere durch Gewebe verstopft

Beitrag von MarPod » 11.11.15, 13:49

Nachdem die OP gut verlaufen ist wurde mein Vater engmaschig mittels CT beobachtet.

Jetzt - ca ein Jahr später - wurde ein "kleiner Punkt" in der anderen Niere und ein "kleiner Punkt" in der Lunge entdeckt.
Der Arzt ordnete eine erneute Untersung an und sagte, wenn sich der Verdacht bestätigt müsse mein Vater ein Chemotherapeutikum einnehmen.

Was würde das bedeuten? Wie schwerwiegend muss ich das jetzt einstufen? Bekommt man sowas damit in den Griff oder nicht? Ich habe jetzt wirklich große Angst und mein Vater sich auch. Er war eben am Telefon total verdaddert und ich weiß gar nicht was ich ihm sagen soll...

Gruß
Maria :cry:

MarPod
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Re: Niere durch Gewebe verstopft

Beitrag von MarPod » 24.03.19, 18:53

Nur als kurzes Feedback: Der Primärtumor meines Vater wird seither erfolgreich mit Nivulomab behandelt. Zwischenzeitlich hatte sich eine Metastase (5cm Größe inkl. Ödem) im Gehirn angesiedelt. Sie wurde vor anderthalb Jahren operativ entfernt und nachfolgend bestrahlt. Jetzt wuchert leider am Operationsrand wieder neues Gewebe. Aber ich bin erstaunt, dass der Zustand nach OP doch so lange metastasenfrei, bei gleichbleibendem Primärtumor, war.

Wir bleiben dran!

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