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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Verwirrung über Thorakotomie
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 Betreff des Beitrags: Verwirrung über Thorakotomie
BeitragVerfasst: 22.09.18, 15:44 
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DMF-Mitglied

Registriert: 15.03.18, 08:38
Beiträge: 39
Guten Tag,

bei mir sollte Ende letzten Jahres aufgrund eines minimalen Rundherds (seit über einem Jahr unverändert) eine Lungenbiopsie unter Vollnarkose stattfinden. Da weder vorher noch im Nachhinein Aufklärung stattfand, weiß ich leider nicht viel mehr darüber.

Nun habe ich die Akte, kann mir aber überhaupt keinen Reim darauf machen, was gemacht wurde. Googeln hilft auch nicht weiter, und die Fachärzte im Umkreis nehmen derzeit keine neuen Patienten an. Ich würde mich sehr freuen, wenn jemand etwas zur ersten Klärung beitragen könnte.


Zunächst war laut Copra am Abend vor der OP eine "Repunktion des Pleuraergusses " geplant. Am nächsten Tag wurde vermerkt, dass die OP aufgrund verspäteter Aufklärung zum Doppellumentubus abgesagt wurde. Nun war eine Thorakotomie angedacht, wovon ich nichts ahnte. Am Morgen darauf wurde ich trotz erheblicher Bedenken (ich wollte vorher wissen wie die "Biopsie" vonstatten geht) unvermittelt in den OP geschoben, und erwachte erst am frühen Abend aus der Narkose.

Die bei Narkose relevante Myasthenia Gravis wurde anscheinend vergessen. Im Anästhesieprotokoll ist sie nicht erwähnt, auch wurden Muskelrelaxantien eingesetzt. Daraufhin ist die Trendelenburg-Lagerung sowie Verabreichung von Cafedrin und Norephinedrin dokumentiert. Ein ZVK wurde gelegt, dieser hing eine Woche unbenutzt am Hals.

Natürlich wunderte ich mich über die lange Narbe, als nach etwa 3 Wochen das Pflaster entfernt wurde. Dass eine Thorakotomie mit atypischer Keilresektion durchgeführt worden war las ich später im Arztbrief.
Laut nicht unterschriebenen vorläufigem OP-Bericht fand neben der Keilresektion noch eine Thorakoskopische Adhäsiolyse an der Pleura statt. Der Name des Chirurgen stimmt nicht mit dem später genannten überein. Einen endgültigen OP-Bericht gibt es nicht. Die Indikation ist nicht schriftlich erfolgt.

Laut Aufklärungsprotokoll sei ich über die Keilresektion am rechten Oberlappen, eine Probebiopsie, eine Pleurektomie sowie eine VATS aufgeklärt worden. Der genannte Chirurg schrieb mir per E-Mail, er habe eine uniportale VATS durchgeführt, da meine behandelnden Ärzte (die Neurologen auf der ITS?) um eine invasive Diagnostik gebeten hatten.

Pathologisch war alles ohne Befund. 10 Tage später wurde eine Bronchoskopie mit BAL in Vollnarkose durchgeführt. Auch hier wurden Muskelrelaxantien eingesetzt. Auf dem Deckblatt der Akte ist eine Tracheobronchoskopie, eine endoskopische Biopsie an der Lunge sowie eine perkutane Punktion der Pleurahöhle angegeben. Bei der Keilresektion sollen noch einige Lymphknoten entfernt worden sein.

Ich finde das alles sehr verwirrend. Abgesehen von vereinzelten Klebsiellen wurde auch bei der Bronchoskopie nichts gefunden.

Meine Fragen:

-Sind uniportale VATS, Thorakotomie und Thorakoskopie ein und dasselbe? Kann man dies noch als Biopsie bezeichnen?
-Konnten die Bronchoskopie-Proben nicht während der ausgedehnten Thorakotomie genommen werden?
-Könnten die nun vorhandenen Lungengerüstveränderungen vom Schneiden am Pleurafell herrühren?
-Sind nach fast 9 Monaten noch starke Brustkorbschmerzen und Atemprobleme normal? Vor der OP hatte ich das nicht.

Leider sind meine Beschwerden teilweise sehr massiv. Mein Internist hat mich neulich mit V.a. Herzinfarkt oder Pneumotorax in die Notaufnahme eingewiesen. Glücklicherweise waren es nur starke Verspannungen im Brustkorb. Ich wurde vorsichtig eingerenkt und bekam Physio/Massagen, alles sehr schmerhaft.

Danke, Lisa


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 Betreff des Beitrags: Re: Verwirrung über Thorakotomie
BeitragVerfasst: 22.09.18, 17:34 
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DMF-Moderator

Registriert: 20.05.07, 09:00
Beiträge: 2302
Hallo,

Grundsatzfrage: Auf welcher Aufklärung befindet sich denn Ihre Unterschrift? Müsste ja in der Akte oder digital archiviert sein. Darüber sind Sie auch aufgeklärt worden, über andere Dingen nicht. Und eingentlich bekommt man den Patiententeil der Aufklärungsbögen nach dem Gespräch ausgehändigt.

VATS (videoassistierte Thorakoskopie) = Thoraxspiegelung durch einzelne kleine (ca. 1cm) Hautschnitte, durch die Kamera, Lichtquelle und ggf. Arbeitsinstrumente eingeführt werden. Uniportal interpretiere ich in dem Zusammenhang so, dass 1 Zugang erfolgte, durch den "alles notwendige" eingebracht wurde (technisch möglich, wenn noch eine Biopsie gewonnen werden soll ???) Man kann eine VATS diagnostisch (zum nur gucken oder eben auch zur Probeentnahme) durchführen und auch bestimmte OPs durchführen.
Eine Thorakotomie ist eine Eröffnung des Thorax. Dieser Begriff wird im Gegensatz zur Thorakoskopie verwendet, wenn man "offen", also mit größrem Hautschnitt operiert hat um das OP-Gebiet mit bloßem Auge einzusehen und andere Eingriffe durchzuführen bw. bei schwierigen OP-Bedingungen, anatomisch oder krankheitsbedingt.

Chronische Schmerzen postopertiv können durchaus vorkommen. Welche Ursache konkret dahintersteckt, kann hier nicht geklärt werden.

Zu den Lungengerüstveränderungen kann ich nichts sagen. Ich dachte immer, dass die von chronscihen Erkrankungen herrühren. Aber viellecht kann sich noch ein ARzt äußern.


Gruß
Die Anästhesieschwester


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 Betreff des Beitrags: Re: Verwirrung über Thorakotomie
BeitragVerfasst: 23.09.18, 11:13 
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DMF-Mitglied

Registriert: 15.03.18, 08:38
Beiträge: 39
Hallo Anästhesieschwester,

vielen Dank für die Antwort. Seit über 15 Jahren war ich in keiner Klinik, daher wußte ich bis vor kurzem nicht, dass ich eine Kopie der unterschriebenen Papiere erhalte. Außer einer Kopie vom Behandlungsvertrag hatte ich vor Ort nichts bekommen.

Durch Ihren Beitrag ist mir jetzt aufgefallen, dass ich bzgl. einer Thorakotomie nichts unterschrieben habe. Eine Erweiterung der OP hatte sich auch nicht ergeben, das hatte ich den mutmaßlichen Chirurgen per E-Mail gefragt. Dieser antwortete mir, er habe nur eine uniportale VATS durchgeführt, und glaubt, dass ich mich nur über den Schnitt wundere. In den mittlerweile 4 Arztbriefen, die immer mal wieder geändert wurden, ist weiterhin die Thorakotomie mit atypischer Keilresektion bzw. Lungenteilresektion und Pleuraadhäsiolyse angegeben.

Mir wurde tatsächlich nur eine Lungenbiopsie angekündigt, auf die Aufklärung habe ich vergeblich gewartet. Auf dem Bogen zur Aufklärung ist auch die Uhrzeit vermerkt. Demnach soll die Aufklärung für Narkose und OP kurz nach einer Gastro/Koloskopie stattgefunden haben, als ich mich nach 60 mg Propofol und 7 mg Morphium i.v. vermutlich im Tiefschlaf befand. Üblicherweise bekam ich bei starken Schmerzen 2 mg Morphium am Abend und i.d.R. schlief ich dann ein. Ich kann mich abgesehen von den Narkosen an fast alles erinnern, an die Aufklärungsgespräche allerdings überhaupt nicht.

Der Bogen für die Bronchoskopie/BAL wurde etwa 30 Min. vor der Intubation ausgedruckt, kann vermutlich da erst von mir unterschrieben worden sein? Von der Bronchoskopie während der 27-stündigen Analgosedierung habe ich erst viel später durch Zufall am Telefon erfahren. Mir wurde per E-Mail vom Oberarzt mitgeteilt, dass an den Tagen nur eine Magenspiegelung und ein MRT stattgefunden haben sollen. Warum erwähnte er die Bronchoskopie nicht, obwohl ich zwar nicht wirklich aufgeklärt wurde, aber doch unterschrieben habe? In den Aufzeichnungen der Pflegenden ist durchweg auch nur Kurznarkose zwecks ÖGD und MRT angegeben. Als Begründung für die lange Analgosedierung sind nun im Bericht kapazitäre Gründe (=Warten auf ein MRT) angegeben. Ich finde das ziemlich krass, zumal ich nicht mal unter Platzangst leide.


Mit den Lungengerüstveränderungen können auch meine Ärzte nichts anfangen. Ich kann nur sagen, dass ich trotz Myasthenie vorher keine Lungenprobleme hatte. 2016 hatte ich aufgrund von staubigen Bauarbeiten im Haus ein paar Wochen Reizhusten, davon waren viele Nachbarn betroffen. Ich habe die Lunge röntgen lassen, aber es gab keinen Grund für eine Behandlung. Das Bild ist zum Vergleich herangezogen worden, es hatte sich laut Radiologin seit 2016 nichts verändert.

Kurzfristig hatte ich natürlich in der Klinik gewisse Atemprobleme, aber die rührten meiner Ansicht nach von kontraindizierten Medikamenten, und auch die Putz- und Desinfektionsmittel sowie Parfümierungen machten mir zu schaffen. Das kann man nur so schwer begreiflich machen, die meisten kommen damit zurecht und verstehen es nicht. Schade, die Klinik verfügt über ein Kompetenzzentrum für Myasthenie, ich bin ja nicht die Einzige mit dieser Erkrankung, die sensibel gegenüber Chemikalien ist.


Also eine Thorakotomie ist eine Thorakotomie und keine Biopsie, und wenn sie in den Arztbriefen und Berichten auftaucht, wurde sie vermutlich durchgeführt. Mich hat u.a. irritiert, dass der Chirurg angibt, nur eine uniportale VATS durchgeführt zu haben. Diese wird doch anscheinend gemacht, um eine Thorakotomie zu vermeiden, könnte eventuell noch als Biopsie durchgehen. Seltsam ist auch, dass kein ordentlicher OP-Bericht existiert. Ist es üblich, dass die Indikation nur mündlich erfolgt?

Wäre es durch bildgebende Verfahren möglich, zu sehen ob z.B. mein Pleurafell noch da ist? Für eine Pleurektomie, VATS, Keilresektion, Biopsie und Thoraxdrainage habe ich unterschrieben. Ich werde weiter versuchen einen Facharzt zu finden.

Nach dem Gespräch mit dem Oberarzt der ITS warf dieser noch das Wort "Doppellumentubus" in den Raum. Dieser sei für all die Probleme verantwortlich. Er wollte mir das zeitnah per E-Mail erklären, was er dann doch nicht gemacht hat. Ich kann mir vorstellen, dass es durch das wohl mehrmalige Verschieben der Biopsie (angeblich wegen des DLT) zu einer Verwechselung gekommen sein könnte. Andererseits ist für eine Biopsie wohl kaum ein Doppellumentubus notwendig?

Für mich ist trotz Akte immer noch ziemlich unbegreiflich was passiert ist, aber ich freue mich, dass Sie mir zu einer neuen Erkenntnis verholfen haben. :wink:

Gruß, Lisa


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 Betreff des Beitrags: Re: Verwirrung über Thorakotomie
BeitragVerfasst: 01.12.18, 19:47 
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Registriert: 15.03.18, 08:38
Beiträge: 39
Guten Abend,

inzwischen war ich bei einem Pulmologen. Er hat sich erfreulicherweise die Mühe gemacht, den etwa 40-seitigen ITS-Bericht zu lesen und die Bilder von Röntgen, CT und MRT sowie Herzultraschall etc. anzusehen.

Was genau gemacht wurde kann er nicht sagen, glücklicherweise sieht meine Lunge auf dem Röntgen 8 Monate nach den Eingriffen wieder relativ gut aus. Die Vitalkapazität ist nur halb so gut wie sie sein sollte, ich bekomme nun Atemtherapie verordnet. Dass es die nach der Thorakotomie im KH nicht gab ist schade. :?

Da der Arzt kein Gutachter ist, darf er sich nicht explizit äußern, aber meine Lunge war ursprünglich nicht das Problem, sondern die Myasthenie. Durch eine Verkettung vieler unglücklicher Umstände sei ich in akute Lebensgefahr geraten, und musste dann beatmet werden. Einer dieser Umstände werden die diversen kontraindizierten Medikamente sein und dass weder Anästhesist noch Chirurg über die Myasthenie informiert waren.


Ich wünsche allen eine schöne Adventszeit!
Lisa


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BeitragVerfasst: 02.12.18, 01:29 
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Beiträge: 378
Hallo,

die Lungenbiopsie ist eine invasive und nicht ganz risikofreie Untersuchung, die normalerweise erst dann zum Einsatz kommt, wenn andere Methoden nur unzureichende Erkenntnisse liefern oder sich klinische Symptome einer Lungenerkrankung zeigen. Ob ein ganz kleiner, über Jahre unveränderter pulmonaler Rundherd eine offene Lungenbiopsie rechtfertigt, will ich mal nicht weiter kommentieren. Dazu liegen hier zu wenige Details vor.

Einen Verdacht auf schwerwiegende Mängel in der Patientenaufklärung kann man aber schon mal äußern. Wenn eine Patientin in der Annahme, einer (relativ gering invasiven) Thorakoskopie unterzogen zu werden, in der Intensivstation nach einer aus dem Ruder gelaufenen (hochinvasiven) Thorakotomie aufwacht, ist das nicht normal. Erst recht nicht, wenn Vorerkrankungen nicht berücksichtigt wurden, die ein erhöhtes Narkoserisiko mitbringen.

Eine Patientenaufklärung hat so zu erfolgen, dass sich der Patient über alle wesentlichen Operationsschritte im Klaren ist. Darüber hinaus hat sie nicht erst am Tag der OP und erst recht nicht schon unter Wirkung der Sedativa zu erfolgen, sondern dem Patienten eine ausreichende Bedenkzeit einzuräumen (Richtwert bei geplanten OP: 2 bis 7 Tage).

Irritiert wäre ich an Ihrer Stelle auch, wenn der OP-Bericht über eine Thorakotomie lautet, aber der Chirurg "nur" eine Thorakoskopie ausgeführt haben will. Und wenn schon ein nachträglich konsultierter Lungenfacharzt nicht klar aus den Unterlagen entnehmen kann, was und mit welcher Indikation es gemacht wurde, würde ich an Ihrer Stelle zukünftig einen sehr großen Bogen um die Klinik machen.

Rein von der Definition her sind sowohl die Thorakoskopie als auch die Thorakotomie Techniken, um eine Lungenbiopsie durchzuführen. Je nach Befundlage ist es geboten, der jeweils ungefährlichsten Technik den Vorrang zu geben, hier in der Reihenfolge: Bronchoskopie, Thorakoskopie und Thorakotomie. Der Untersucher sollte nachvollziehbar begründen können, warum er die invasivste Methode gewählt hat. Darüber hinaus liegt die Beweislast, dass zeitlich und sachlich korrekt aufgeklärt wurde, bei der Klinik. Dennoch werden Sie, wenn Sie juristisch intervenieren wollen, allein da nicht weiterkommen und einen Fachanwalt für Medizinrecht einschalten müssen.

_________________
Viele Grüße,

Parasympathikus


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 Betreff des Beitrags: Re: Verwirrung über Thorakotomie
BeitragVerfasst: 02.12.18, 08:30 
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Registriert: 15.03.18, 08:38
Beiträge: 39
Vielen Dank Parasympathikus,

Ihre Ausführungen geben mir eventuell die Kraft, nochmal ein Schreiben an die Schlichtungsstelle aufzusetzen, langsam resigniere ich. Der Pulmologe war schon ein Glücksgriff, ansonsten bin ich ziemlich alleine mit meiner Akte. Mein Hausarzt, bei dem ich seit etwa 15 Jahren pflegeleichte Patientin war will nichts mit der Sache zu tun haben, da ist das Lesen des Arztbriefs schon zuviel.

Die Notwendigkeit der Lungenbiopsie wegen des kleinen Rundherds wurde nur während einer Visite kommuniziert. Der ursprünglich vorgesehene von mir geschätzte Chirurg, den ich von meiner Thymektomie in 2001 kannte war auch anwesend, hielt den Eingriff aber für nicht indiziert, Oberarzt und Chefarzt wollten den Professor noch überzeugen..., wenig später wurde ich in den OP geschoben, da dieser "gerade frei" sei wie die Schwester mir sagte. Nach Verabreichung von 7,5 mg kontraindiziertem Midazolam war ich weg. Dass ich an dem Tag operiert werden sollte wusste ich nicht, der Ablauf hätte mich sehr interessiert, einer großen Operation hätte/habe ich nicht zugestimmt. Über die Indikation ist in der Akte leider nichts zu finden, im Arztbrief wird der Rundherd erwähnt.

Laut Arztbrief ist die Thorakotomie komplikationslos verlaufen, allerdings wurde ich danach täglich mehrfach geröntgt und es wurden 2 Herzultraschalls gemacht. Der Pulmologe erwähnte neulich einen Pericarderguss. Kann aber sein, dass er das mit dem minimalen Pleuraerguss verwechselt, den ich ebenfalls hatte. Ich war zu unkonzentriert um sofort nachzufragen.

Ansonsten habe ich weder gehustet noch geschwitzt oder sonstige Anzeichen von Krebs gezeigt, selten minimal erhöhte Temperatur gehabt. Die Entzündungswerte waren erhöht und ich hatte eine Anämie, weil kurz zuvor eine OP am Unterschenkel (der eigentliche Grund ins Krankenhaus zu gehen) stattfand. Es wurde ständig gefragt, ob ich abgenommen habe, nein ganz im Gegenteil. Geatmet habe ich normal, nur nach den Infusionen der 2 kontraindizierten Antibiotika fiel das Atmen kurzzeitig etwas schwerer. Die Sauerstoffsättigung soll unzureichend gewesen sein, ob das stimmt kann ich nicht beurteilen.

Kann die mangelnde Sauerstoffsättigung durch die unbehandelte Anämie + fast nichts essen + Blutung nach Koloskopie + täglich mehrmalige Blutabnahmen bedingt sein?

In der Akte taucht mehrfach auf, dass ich angeblich Lungenkrebs mit Metastasen, sowie bösartigen Pankreaskrebs in mehreren Teilbereichen ( wie kommen die darauf?) habe, also nicht mal Verdacht auf...Und das alles ohne Symptome, die Pankreaswerte waren normal. Deshalb glaube ich verwechselt worden zu sein. Im CT soll zwar ein Weichteilplus am Pankreas gesehen worden sein, aber hierüber gab es laut Akte widersprüchliche Angaben. Als bei einer weiteren Vollnarkose eine Probe genommen werden sollte, war das Weichteilplus nicht vorhanden.

Insgesamt war ich 6 Wochen im Krankenhaus, davon mehr als 4 Wochen auf der ITS. Festgestellt wurde nichts, also sämtliche Operationen, Prozeduren etc. waren ohne Befund. Bei der Thorakotomie wurde mind. ein Resektat 53x22x14 mm entnommen, ich weiß nicht, ob alles auf dem Tisch des Pathologen landet? Bei der BAL, die später stattfand wurden vereinzelt ein paar Klebsiellen nachgewiesen, daraufhin ließ man endlich von mir ab, vermutlich weil endlich die Diagnose Pneumonie gestellt werden konnte? Ich hatte bereits vor der Thorakotomie um Entlassung gebeten, da ich mich abgesehen von den Nebenwirkungen der Medikamente nicht krank fühlte.

Ja Parasympathikus, um diese Klinik mache ich einen Bogen, eine Einladung zu einem weiteren stationären Aufenthalt zwecks erneutem Body-CT habe ich ausgeschlagen. Einen Anwalt kann ich mir nicht leisten, deshalb versuche ich zunächst etwas über die Schlichtungsstelle zu erreichen. Die Klinik hat dem Verfahren zugestimmt, musste allerdings schon mehrfach angemahnt werden die Unterlagen zu schicken.

Ein großes Kompliment für Ihre Kunst zu formulieren :!:

Viele Grüße, Lisa


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 Betreff des Beitrags: Re: Verwirrung über Thorakotomie
BeitragVerfasst: 04.12.18, 09:58 
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Registriert: 15.03.18, 08:38
Beiträge: 39
Hallo,

nun habe ich nochmal in die Unterlagen geschaut. Die CT-Aufnahmen wurden mir lange vorenthalten. Auf den schriftlichen Befund des Radiologen musste ich 6 Monate warten (war nicht in der Akte).
Bezüglich der Lunge schreibt er: "12mm Lungenrundherd im rechten Oberlappen zur Verlaufskontrolle, wenig Pleuraerguss".

Daraus hat ein Arzt, den ich nie gesehen habe die Indikation für eine Thorakotomie gestellt und ein Chirurg, den ich nie gesehen habe hat operiert, ohne sich zu vergewissern, dass ich aufgeklärt wurde/einverstanden bin/unterschrieben habe?

Viele Grüße, Lisa :(


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