Schule, Sportunterricht, Ritzen. Was tun?

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pnkmn92
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Schule, Sportunterricht, Ritzen. Was tun?

Beitrag von pnkmn92 » 08.07.16, 11:49

Hallo Leute, erstmal zu mir:
m, 23, 5-6 Jahre geritzt, seit 2 Jahren "clean". Mehrere Aufenthalte in Kliniken usw usw.
Das "übliche" also.

Ich habe letztes Jahr eine schulische Ausbildung im Chemiebereich begonnen und bin ein Top-Schüler.
Nun, heute, letzter Schultag vor den Ferien, habe ich erfahren, dass wir ab September Sport- bzw. Schwimmunterricht haben. Große Panik.
Auch wenn ich mich seit fast 2 Jahren gar nicht mehr ritze, ist mein kompletter linker arm bis hoch zur Schulter und der gesamte rechte Unterarm vernarbt. Sie, die Narben, sind zwar bleicher und weißer geworden, aber dennoch teils 5mm hoch/tief. Da ich vor dieser Schulform mich am Studium versucht habe, bin ich der mit Abstand älteste in meiner Klasse am Berufskolleg. Zwar der Beste, aber auch der älteste.

Nun zum Problem: Die meisten sind 17/18 bei mir in der Klasse. Wir brauchen nicht darüber reden, welche Reaktion auf meine Arme käme. Es wäre Häme und Belustigung. Ich habe mein Abitur wegen des Mobbings bzgl. Vorgeschichte und Ritzen erst im zweiten Anlauf geschafft. Ein Schulwechsel war auch nötig.
Diesen Sommer konnte ich zum Glück wetterbedingt bisher fast allen Fragen a la "Äääh warum hast du einen Pulli an?" ausweiche. Falls sie doch kamen --> hab mich beim Motorradfahren unterkühlt. Natürlich habe ich das nicht.

Kurzgefasst: Ich möchte mir eine Sport- und Schwimmbefreiung holen. Ich möchte keine pseudopädagogischen Sprüche hören wie "Sie müssen da jetzt durch. Sie haben sich geritzt also müssen sie auch dazu stehen." Ist ja nicht so, dass Narben hässlich genug sind. Muss ich mich deswegen mobben lassen? Ich glaube kaum.
Meine Frage ist: Wie gehe ich das am besten an? Soll ich zum Therapeuten, Psychiater oder zum Dermatologen? Mein Dermatologe ist ein sehr kompetenter Mann, der mich auch schon seit beinahe 20 Jahren begleitet wegen meiner Allergien. Asthma habe ich auch, welches mMn aber nicht so schlimm ist, dass ich (abgesehen vom Mai/Juni) keinen Sport machen könnte. Im Gegenteil. Privat mache ich Sport. Ich liebe es z.B. zu laufen. Aber ich will, diese Ausbildung ist meine allerletzte Chance, jedes "Gefahrenpotenzial", welches mich negativ beeinflussen könnte, ausmerzen...

Dirkmarens
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Re: Schule, Sportunterricht, Ritzen. Was tun?

Beitrag von Dirkmarens » 30.09.16, 09:42

Es ist natürlich sehr schwer, dir eine wirklich hilfreiche Antwort zu geben. Natürlich sollte man die anderen einfach ignorieren und sein eigenes Ding machen. Dafür muss man aber auch der Typ sein und das ist selbst mit einem hammerharten Selbstvertrauen nicht leicht.

Ich kann mich auch schwer in deine Situation hinein versetzen. Du kannst und solltest natürlich zum Leher gehen und mit ihm eine Lösung finden. Sollte er dafür kein Verständnis haben, dann wäre er auf jeden Fall in seinem Job am falschen Platz.

Wenn du allerdings nicht am Unterricht teilnimmst, werden die anderen natürlich irgendwann fragen, was los ist. Dann kannst du auch sagen, dass du krankeitsbedingt ausfällst.

Es liegt an dir die richtige Entscheidung zu treffen. Einerseits ist es schwer sich dieser Angst zu stellen, aber es ist auch schwer, sich quasi ein Leben lang unter seinem Pullover zu verstecken.

Ich wünsche dir auf jeden Fall alles gute.

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