HWS-Syndrom: Mehr Sport trotz Schmerzen?

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Angelus Noctis
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HWS-Syndrom: Mehr Sport trotz Schmerzen?

Beitrag von Angelus Noctis » 03.05.18, 15:42

Hallo,
ich war jetzt mehrmals beim Hausarzt und Orthopäden, weil ich immer wieder Schmerzen im Nacken/HWS/Kopf habe. Die Schmerzen entstehen vor allem bei/durch Bewegung. Wenn ich mal eine Woche lang keinen Sport mache sind die Schmerzen weg. Ich habe die Schmerzen auch erst seitdem ich regelmäßig Sport treibe. Ich spiele Tennis, Volleyball und gehe Boxen. Außerdem schwimmen.

Nun haben mir sowohl Orthopäde als auch Hausarzt zu mehr Sport geraten. Eine Ursache für die Schmerzen konnte keiner von ihnen finden. Es wurden lediglich Blockaden im Nacken gefunden. Allerdings ist ja gerade der Sport offenbar kontraproduktiv. Ich soll durch Sport gezielt Rückenmuskulatur aufbauen. Allerdings mache ich täglich mindestens 3 Stunden Sport, gehe auch täglich schwimmen. Ich bin daher der Meinung, dass ich ausreichend Rückenmuskulatur haben muss.


Meine Frage: Sind meine Zweifel bezüglich der ärztlichen Ratschläge berechtigt?

MfG
Der Fischer.

Gianni
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Re: HWS-Syndrom: Mehr Sport trotz Schmerzen?

Beitrag von Gianni » 03.05.18, 22:02

Guten Abend Angelus,
ich verstehe nicht, wenn die Ärzte schon eine Blockade vermuten, was auch meine Vermutung wäre, warum sie dir nicht eine Verordnung für Manulle Therapie geben. Es gibt Blockaden, die sich durch viel Bewegung, wie z.B. Schwimmen von selbst lösen können, das ist richtig. Es gibt aber auch Wirbeln die Blockieren und sich nicht mehr von selbst lösen können, da sie zu fest von der Muskulatur oder der Gelenkskapsel gehalten werden. Hier muss dann auch tatsächlich Hand angelegt werden. Ich würde dir dazu raten bald etwas zu unternehmen. Denn, je länger eine Fehlfunktion im System besteht um so mehr Schäden entstehen an den Gelenken, die erst im Alter richtig aufblühen!!!

Viel Erfolg, Gianni

Angelus Noctis
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Re: HWS-Syndrom: Mehr Sport trotz Schmerzen?

Beitrag von Angelus Noctis » 04.05.18, 10:14

Die Blockaden an der HWS hatte der Chiropraktiker gelöst und beim Folgetermin fand er keine Blockade mehr. Eine Verordnung für manuelle Therapie habe ich auch bekommen, aber aus Kostengründen kann ich die nicht wahrnehmen.
Der Fischer.

Gianni
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Re: HWS-Syndrom: Mehr Sport trotz Schmerzen?

Beitrag von Gianni » 05.05.18, 01:00

...es gibt im Internet zahlreiche Filme und Infos zur Selbstbehandlung. Gib einfach die Schlagworte: "Nackenverspannung Selbtbehadlung" oder "HWS-Schmerzen Übungen" Oder Nackenblockade selber lösen. Wobei ich dringend Empfehlen würde, sobald du wieder flüssig bist, dass du dich von einem Physio behandeln lässt und dir auch Übungen zur Selbstbehandlung zeigen lässt. Eventuell könntest du ihn darauf ansprechen, ob du zu einer "CMD" neigst. Das wäre eine weitere Ursache für "Unsichtbare Symptome" :wink:

Du weißt schon, dass du die Behandlungen nicht selber bezahlen musst, wenn du eine Verordnung hast. Der Eigenanteil für 6x Manuelle Th. beträgt, plus - minus 20,- € Das wären ca. 3,50 € pro Behandlung! Du könntest dich auch von deiner KK von der Zuzahlung befreien lassen!

Angelus Noctis
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Re: HWS-Syndrom: Mehr Sport trotz Schmerzen?

Beitrag von Angelus Noctis » 05.05.18, 12:16

Aber wer sagt denn, dass ich eine Verspannung oder Blockade habe? Der Orthopäde hat diesbezüglich jedenfalls nichts finden können. Und selbst wenn ich mir beim Sport ständig Verspannungen oder Blockaden zuziehe dann hilft es ja langfristig auch nicht, wenn diese beseitigt werden.
Du weißt schon, dass du die Behandlungen nicht selber bezahlen musst, wenn du eine Verordnung hast. Der Eigenanteil für 6x Manuelle Th. beträgt, plus - minus 20,- € Das wären ca. 3,50 € pro Behandlung!
Laut meinen Vertragsunterlagen muss ich 30% der Kosten selber tragen. Wenn das 3,50 Euro pro Behandlung wären dann würde ja eine Behandlung gerade mal ca. 12 Euro kosten. Ich denke nicht, dass sich ein Physiotherapeut 20-30 Minuten lang für 12 Euro abmüht. Damit kann man keine Praxis unterhalten.

Befreien lassen kann ich mich von dem Eigenanteil auch nicht. Schließlich habe ich den Vertrag so unterschrieben.
Der Fischer.

dora
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Re: HWS-Syndrom: Mehr Sport trotz Schmerzen?

Beitrag von dora » 05.05.18, 18:59

hallo,

für 6 mal Therapie bezahlt man zwischen 19 - 20 € als eigenanteil.
Die Therapie selbst kostet zwischen 18 - 19 € pro Sitzung.

Angelus Noctis
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Re: HWS-Syndrom: Mehr Sport trotz Schmerzen?

Beitrag von Angelus Noctis » 05.05.18, 20:56

Ich nehme an, dass Physiotherapeuten ebenfalls nach der GOÄ abrechnen und den 3,5 fachen Satz verlangen oder nicht?
Der Fischer.

Gianni
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Re: HWS-Syndrom: Mehr Sport trotz Schmerzen?

Beitrag von Gianni » 05.05.18, 22:18

Achso, du bist Privatversichert. Sag´s doch gleich. Dann kostet eine MT nach dem beihilfefähigen Höchstbetrag, wonach sich die meisten Therapeuten richten, 22,50 € für ca. 20-30 min. Ich würde aber vorher bei verschiedenen Praxen den Preis erfragen!!!

Glaube es mir. Ein guter Therapeut sieht Störungen und sucht nach Ursache-Folgeketten, die ein Orthopäde nicht sehen kann, auch nicht mit MRT.
Wenn ich einen Schmerz z.B. am Knie habe, dann muss die Ursache nicht Zwangsläufig das Knie sein. Das Knie ist immer nur der Prellbock, der als Folge einer Fehlfunktion des Fußes oder umgekehrt von einem blockierten Becken herrühren kann!
Hat dein Orthopäde nach einer Beinlängendifferenz geschaut oder nach einer Fehlstellung im Kreuzbein? Bestimmt nicht. Und das ist was ich meine. Man muss auch mal über den Tellerrand schauen. Kieferdysfunktion können genau so Beschwerden des Nackens hervorrufen wie ein Knick-Senkfuß! Wenn ein Reifen am Auto unwuchtig ist, spüre ich das am Lenkrad. Du musst den Körper als System oder Einheit sehen.

Angelus Noctis
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Re: HWS-Syndrom: Mehr Sport trotz Schmerzen?

Beitrag von Angelus Noctis » 06.05.18, 13:13

Hat dein Orthopäde nach einer Beinlängendifferenz geschaut oder nach einer Fehlstellung im Kreuzbein?
Nein.
Kieferdysfunktion können genau so Beschwerden des Nackens hervorrufen wie ein Knick-Senkfuß!
Wieso habe ich die Schmerzen dann vor allem beim / nach dem Sport?
Der Fischer.

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Re: HWS-Syndrom: Mehr Sport trotz Schmerzen?

Beitrag von Gianni » 06.05.18, 20:19

Tut mir leid Angelus, das würde jetzt zu weit führen wenn ich dir das im Detail erkläre. Das wichtigste habe ich ja schon gesagt, das vieles mit dieser Gelenkkette zu tun hat. Es bringt auch nichts wenn ich mir die Finger wundschreibe. Vom lesen wird´s sowieso nicht besser!!!

Viel Glück, Gianni

Angelus Noctis
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Re: HWS-Syndrom: Mehr Sport trotz Schmerzen?

Beitrag von Angelus Noctis » 07.05.18, 09:46

Ok kannst du denn wenigstens erklären wieso mehr Sport gut sein soll, wenn ich dabei Schmerzen habe bzw. ich bei Schonung schmerzfrei bin?
Der Fischer.

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Re: HWS-Syndrom: Mehr Sport trotz Schmerzen?

Beitrag von Gianni » 07.05.18, 20:46

Das kann mit dem myofaszialen System zusammenhängen. Bei einem Gelenk, dass lange blockiert war, stellt sich die Muskulatur und die dazugehörigen Faszien auf diese Fehlfunktion ein und passen sich fälschlicher weise dieser unphysiologische Bewegung an. Das verursacht dann meistens Schmerzen nur bei Bewegung, da ja die Gelenke von den Muskeln bewegt werden. Die Faszien müssen dann neu ausgerichtet, bzw. reprogrammiert werden. Das funktioniert in der Regel ganz gut. Ich habe gute Erfahrungen (als Therapeut) damit gemacht. Kann allerdings eine Zeitlang dauern bis der Körper sich wieder "normaliesiert" hat ( 6-8 Wochen). Ob jetzt mehr Sport dazu führt, dass sich das myofasziale System wieder normalisiert, ohne dass ich eine Faszientechnik anwende, bleibt offen. Ich habe damit keine (gute) Erfahrung gemacht. DAs wäre dann fast so, als würde ich mit angezogener Handbremse fahren. Also erst lösen dann fahren!!! :idea:

Angelus Noctis
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Re: HWS-Syndrom: Mehr Sport trotz Schmerzen?

Beitrag von Angelus Noctis » 08.05.18, 16:18

Die Schmerzen habe ich ja in der Regel nach dem Training, nicht während des Trainings (es sei denn ich kriege beim Boxen einen Schlag ab oder falle beim Volleyball ungünstig).
Der Fischer.

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Re: HWS-Syndrom: Mehr Sport trotz Schmerzen?

Beitrag von Gianni » 08.05.18, 23:01

Zitat:
ich war jetzt mehrmals beim Hausarzt und Orthopäden, weil ich immer wieder Schmerzen im Nacken/HWS/Kopf habe. Die Schmerzen entstehen vor allem bei/durch Bewegung. Wenn ich mal eine Woche lang keinen Sport mache sind die Schmerzen weg.

Du musst dich schon entscheiden ob du während oder nach dem Sport Probleme hast.
Aber es ist ja egal, ich bekomme ja einen Muskelkater z.B.auch erst nach dem Sport. Enscheidend ist ja, dass es durch Bewegung verursacht wird, da es während oder unmittelbar danach die beschwerden macht. Wie schon gesagt, durch schreiben wird dir nicht geholfen, du musst dich in professionelle Hände begeben und der Ursache auf den Grund gehen!!!

Angelus Noctis
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Re: HWS-Syndrom: Mehr Sport trotz Schmerzen?

Beitrag von Angelus Noctis » 09.05.18, 15:27

Mittlerweile tendiere ich dazu den ärztlichen Rat nicht anzunehmen und nicht mehr Sport zu machen. Der Sinn darin erschließt sich mir nicht und mir fehlt auch einfach die Zeit, das Geld, die Lust und die Kraft bzw. müsste ich dann auch mehr essen um nicht ins Untergewicht zu rutschen. Aber auch dafür fehlt mir die Zeit. Und ganz ehrlich: Ich mache täglich 3-6 Stunden Sport. Wieso um alles in der Welt soll das nicht ausreichend sein?

Im Sommer bin ich zudem sowieso weitestgehend beschwerdefrei.
Wie schon gesagt, durch schreiben wird dir nicht geholfen, du musst dich in professionelle Hände begeben und der Ursache auf den Grund gehen!!!
Aber ganz sicher liegt die Ursache nicht in Sportmangel. Sonst hätten 99,9% der Deutschen Probleme mit der Halswirbelsäule.
Der Fischer.

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