Abgrenzung Schizoide PS, Schizotypische PS, Asperger-Syndrom

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variety
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Abgrenzung Schizoide PS, Schizotypische PS, Asperger-Syndrom

Beitrag von variety » 03.02.18, 11:42

Hallo liebes Forum,

wie ist es zu erklären, dass bei einer im Vorfeld diagnostizierten paranoid halluzinatorische Schizophrenie (damalige Kontaktzeit: 5-10 Minuten, bei ambulantem Psychiater) und nach vier im Anschluss folgenden stationären Aufenthalten(alle unter dem Label F 20.0 in zwei ortsverschiedenen Krankenhäusern), plötzlich eine schizotypische Persönlichkeitsstörung(F 21.0)(selbes Krankenhaus) und nach zwei weiteren Aufenhalten urplötzlich ein Asperger-Syndrom (F 84.5)(Institutsambulanz in einer anderen Region) diagnostiziert werden? Ist es möglich, dass es sich bei dem anfänglichen Störungsbild um eine jugendlich-tollkühne, also verzweifelte Aggravation handelte? Und ist ein grober Behandlungsfehler wahrscheinlich? Es gab unter dem Label F20.0 umfangreiche Medikationsversuche, statt die Diagnose zu überprüfen wurden sofortig NL-Therapie eingeleitet beginnend mit Haloperidol, dann über die ganze Bandbreite typischer Neuroleptika-Medikation(Flupentixol,Fluspirilen,Levomepromazin,Melperon,Pipamperon) lt. Berichten aus der Zeit ohne gewünschten Effekt, dann weiter mit NL zweiter Generation von Amisulprid über Quietapin, Risperidon, Olanzapin bis hin zu Clozapin, Augmentationsversuche Aripiprazol + Clozapin. Alles in sehr hoher Dosis ohne Effekt auf die angeblich? psychotische symptomatik. Unter der letztgenannten Medikation dann schliesslich Arbeitsunfähig geschrieben, es wurde nahegelegt eine WfBm zu besuchen, weigerung, abgleiten in selbstmedikationsversuche bzw. Suchtmittelabusus (THC und Glücksspiel) beides erst durch "Kontakte" ("Hasse Geld??") innerhalb der Psychiatrien erschlossen worden. Begonnenes Studium mit sozialen Ängsten und Konflikten, wieder Abbruch und entgleiten in dysfunktionalem Verhalten, neuer Psychatrieaufenthalt, Besuch eines Abendgymnasiums, Mobbingsituationen begünstigt durch eine Lehrerin, die ihren Beruf vielleicht nicht auch als sozialen Beruf begriffen hat, und erneut Abbruch. Nach neuer Diagnosestellung (F 84.5, Asperger-Autismus) und Neueinstellung auf AD( Sertralin 100mg/d) keine hinreichenden(für psychiatrisch stationäre Behandlung) Beschwerden mehr. Kein Suchtmittelabusus mehr, aber sehr wohl Bestätigung negativer Konditionierungen oder Glaubenssätze aus der Kindheit(Stichwort: Selbstwertproblematik). Wie ist das einzuschätzen? Man sieht eigentlich den negativen Effekt auf die Lebensperspektive, Lebensgestaltung dieser gravierenden Fehleinschätzung? Ist es überhaupt eine Fehleinschätzung oder irre ich mich? Ist so ein Verlauf typisch oder höchst ungewöhnlich und aufjedenfall ein Nachhaken wert? Ein Besuch bei einem Gutachter offenbarte, dass dieser anzweifelt ob überhaupt eine psychische Störung vorliegt.

CT(erstmalig 2009 bei Erstaufenthalt in der Psychiatrie hyperdense Läsionsbefunde, Bericht steht noch aus) und neueres MRT(2018) offenbarten viele Läsionen, darunter " sehr suspekte Läsion an der Medulla Oblongata) und hinterließ Radiologen und Nervenärzte sehr ratlos. Positiv Symptome sind bis heute nicht erkennbar, und man kann es sich auch nicht vorstellen dass ich jemals welche hatte( Aussage des Gutachters und der Ärztin/ Institutsambulanz), wenn dann sehr begrenzt auf den Zeitraum der Erstaufnahme in der Allg. Psychiatrie im Rahmen der Autismus-Störung, obwohl die laut Gutachter auch wieder in Frage steht, durch die Flucht vor der ganzen Thematik und eben den Einschränkungen die im Alltag unter NL-Therape persistierten und florierten, aber unter neuerdings reiner AD Medikation gar nicht mehr vorhanden bzw. stark reduziert sind, ist eine umfangreiche Schuldenproblematik enstanden(Glücksspiel im Internet, vermehrter sozialer Rückzug, Frustration, bis hin zum Suizidversuch). Nach neuer Diagnose Abstinenz in beiden Suchtmittelsachen und weitreichende Stabilisierung, aber die Konsequenzen tragen sich weiter durch das Leben. Dieser Fall wirkt etwas querulatorisch , ich suche aber durchaus Antworten , möchte jedoch nicht meine Umwelt für mein ureigenes Schicksal und selbstverständlich auch eigene Fehlentscheidungen verantwortlich machen möchte. Die Frage bleibt aber, ob ich überhaupt die Chance dazu hatte angesichts dieser Verwicklungen?

Gibt es einen (theoretischen) Zusammenhang zwischen Läsionen am Hirnstamm und eben Wahrnehmungsstörungen die deskriptiv i.S. einer Psychose gewertet werden können? Wenn im CT bei Erstaufenthalt schon Läsionen gefunden wurden, warum wurde das nicht neurologisch abgeklärt und stattdessen Antipsychiotika( unter anderem Clozapin bis 700 mg) gegeben, die ich heute offensichtlich nicht brauche?

Sorry, falls das jetzt sehr komplex und verwirrend anmutet, bin einfach sehr verunsichert.

Danke fürs Lesen

variety
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Re: Abgrenzung Schizoide PS, Schizotypische PS, Asperger-Syn

Beitrag von variety » 27.12.18, 11:13

Hallo,

melde mich mal wieder zurück, falls ein stummer Leser Interesse an meiner Fallkonstellation gehegt hat.

Des Rätsels Lösung ist hier eine seit langem bestehende hoch aktive Multiple Sklerose, man hatte es schlicht versäumt sich sämtliche Befundlage anzuschauen und sich ungünstigerweise auf psychopathologische Symptome fixiert(framing), sodass cMRT lange nicht gemacht wurde.

Leider wohl eine Folge der Privatisierung des Gesundheitssystems in den 90ern und damit zusammenhängende schlechte Untersuchungsperformance. Quantität zu lasten Qualität.

Liebe Grüße an die Foristen und allenfalls danke für das Angebot des Forums zu medizinischen Sachverhalten. :)

Kore
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Re: Abgrenzung Schizoide PS, Schizotypische PS, Asperger-Syn

Beitrag von Kore » 11.01.19, 23:43

Hallo variety,

ich bin erst heute auf das Forum aufmerksam geworden und habe deinen Thread gelesen.
Danke dir, dass du hier nochmal geschrieben hast, dass tatsächlich etwas Neurologisches vorliegt.
Wenn du noch hier liest - wie geht es dir denn nun? Hast du jetzt eine Behandlung, die ein Stück zumindest greift?
(Falls du dazu überhaupt was sagen magst noch).

Kannte eine Frau, bei der die Multiple Sklerose zwar deutlich schneller als bei dir entdeckt wurde, aber auch sie wurde Wochen in der geschlossenen Psychiatrie "aufbewahrt" / x Medikamente, Diagnosen, keine Besserung auf der "Psycho-Schiene" - dann wurde sie aus der Geschlossenen rausgeworfen fast, obwohl sie sagte: es ist überhaupt nicht besser, die gleichen Symptome und sie traut sich das draußen nicht zu.
Glücklicherweise geriet sie auf einer offenen Station an eine Psychiaterin, die mal ein Praktikum in der Neurologie gemacht hatte oder Ähnliches und die den Verdacht MS äußerte.
Dann endlich genauere neurologische Abklärung.

Ich bin auch aus dem - ist das nicht eher was Neurologisches-Grund hier - aber dazu mehr in einem eigenen Thread.

Deine Sicht, dass das Gesundheitssystem sich verschlechtert hat teile ich. Bevor ich dazu aber einen langen Text verfasse, stoppe ich das mal hier :?

Viele Grüße, Kore

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