Hochgradige knöcherne Foramenstenose --> PRT sinnvoll?

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Klinkekule
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Hochgradige knöcherne Foramenstenose --> PRT sinnvoll?

Beitrag von Klinkekule » 16.04.14, 20:23

Hallo.
Das, was mir vor ein paar Wochen von meinem Chiropraktor als Bandscheibenvorfall ("Prolaps") in der HWS "verkauft" wurde (nach schriftlichem Befund des MRT), erwies sich nun gar nicht als Bandscheibenvorfall, sondern als eine Foramenstenose.
Da ich gerade auf Urlaubsreise bin und die Beschwerden im Arm sehr stark zugenommen haben, bin ich in eine Klinik gefahren. Dort wurde nochmals ein MRT gemacht mit folgender Beurteilung:
"...Degenerative Wirbelsäulenveränderungen mit Retrospondylose und Unkovertebralarthrose mit maximaler Ausprägung HWK 5/6 rechts. Hier liegt eine hochgradige knöcherne Foramenstenose vor! Kein relevanter Prolaps abgrenzbar."
Daraufhin hab ich mir auch den ersten MRT-Befund als Kopie schicken lassen --> kein Prolaps, sondern "signifikante, rechtsseitige Foramenstenose".
Der Chiropraktor hat mich das letzte Mal gesehen, das nebenbei.....

Nun bin ich also aktuell in der Klinik und bekomme morgen eine periradikuläre Therapie (PRT).
Meine Frage ist - macht das langfristig überhaupt Sinn?
Ich weiss, dass eine Foramenstenose nicht zwingend behandelt werden muss, solange sie keine Beschwerden macht.
Nun hab ich jedoch erhebliche Beschwerden, die sich zunächst mit Schmerzmitteln in Tablettenform nicht ganz in den Griff bekommen lassen. Daher nun der Versuch der PRT.
Aber auch das hält ja nur mittelfristig an.

Ich bin die ganze Zeit davon ausgegangen, ich habe einen Bandscheibenvorfall und habe mich auf eine "vorübergehende Sache" eingestellt, die schmerzmässig entsprechend begleitet werden muss.

Aber eine "hochgradige knöcherne Foramenstenose" geht doch nicht wieder weg?!
Ich als Laie verstehe diese Foramenstenose so, dass dort der Nervendurchgang zwischen den Wirbeln knöchrig zuwächst, so dass weniger Platz zur Verfügung steht und dadurch der Nerv/ die Nervenwurzel gequetscht ist?
Das geht doch nicht wieder weg - wahrscheinlich eher im Gegenteil?
D.h., wenn die Schmerzmittel wieder nachlassen, geht das Spiel von vorne los?

Oder kann man durch die PRT erreichen, dass die entzündete Nervenwurzel wieder "abschwillt" und dann der "wenige" Platz wieder ausreicht und daher auch dann später keine Schmerzen mehr zu erwarten sind?

Kann ich dieses "knöcherne Zuwachsen" irgendwie verhindern/aufhalten/stoppen? Durch irgendwelche besonderen Lebensmittel, die ich weg lasse oder extra zu mir nehme? Durch irgendwelchen bestimmten Sport?

Vielen Dank für Tipps und Hinweise, gern auch Erfahrung (auch, wenn ich weiss, dass die natürlich immer sehr individuell sind)!

kosa
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Re: Hochgradige knöcherne Foramenstenose --> PRT sinnvoll?

Beitrag von kosa » 18.04.14, 12:17

Hallo,
Klinkekule hat geschrieben:Ich als Laie verstehe diese Foramenstenose so, dass dort der Nervendurchgang zwischen den Wirbeln knöchrig zuwächst, so dass weniger Platz zur Verfügung steht und dadurch der Nerv/ die Nervenwurzel gequetscht ist?
Wie Sie richtig schrieben handelt es sich um eine knöcherig verengte Nervenaustrittsöffnung. Die gereizte Nervenwurzel, ist angeschwollen und erzeugt noch mehr Druck. Sinn der PRT ist es, ein Abschwellen der Nervenwurzel zu erreichen, um diesen Kreislauf zu durchbrechen.
Klinkekule hat geschrieben:D.h., wenn die Schmerzmittel wieder nachlassen, geht das Spiel von vorne los?
Bei den meisten Patienten tritt nach der ersten Injektion bereits eine Besserung ein. Idealerweise erreicht man am Ende der Behandlung Schmerzfreiheit. Zumindest sollte ein deutlicher Rückgang der Beschwerden eintreten.
Klinkekule hat geschrieben:Aber eine "hochgradige knöcherne Foramenstenose" geht doch nicht wieder weg?!
Dieses Krankheitsbild ist eine Folge der degenerativen Veränderungen der HWS. Bestenfalls kann Beschwerdefreiheit erzielt werden, aber eine Heilung ist nicht möglich.
Klinkekule hat geschrieben:Kann ich dieses "knöcherne Zuwachsen" irgendwie verhindern/aufhalten/stoppen?
Meistens schreiten diese knöchernen Veränderungen weiter voran, so dass irgendwann auch eine Operation notwendig werden kann. Auf jeden Fall sollten Sie Überlastung vermeiden, Physiotherapie ist hilfreich, wenn die starken Schmerzen abgeklungen sind aber auch physikalische Therapien, wie z.B. Wärmetherapie.

Gruß
kosa

Klinkekule
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Re: Hochgradige knöcherne Foramenstenose --> PRT sinnvoll?

Beitrag von Klinkekule » 22.04.14, 10:53

Vielen herzlichen Dank fuer die Kommentare!
Da weiss ich nun besser Bescheid, was mich erwartet.

alldani
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Re: Hochgradige knöcherne Foramenstenose --> PRT sinnvoll?

Beitrag von alldani » 03.04.17, 09:17

Hallo, deine Fragen hätten fast von mir sein können . Bei mir Foraminalstenose C5/6 mit Beteiligung Protrusion lateral. Unglaubliche Schuler-Arm Schmerzen , Extension in Hws reproduziert die Schmerzen sofort. Leichte Taubheit im Daumen ....erste PRT schon gehabt , keine Veränderung , mache natürlich noch zwei. Was mir hilft ist Traktion ! mit einem Traktionsgerät, welches ich im Internet gekauft habe und mit ca 22 kg zieht über eine Art Getriebe rein mechanisch. Nebenwirkung : Kleine Hautnerven werden komprimiert , führt zu Taubheitsgefühlen in Kopfhaut , also auch nur eingeschränkt nutzbar. schreibe wieder nach der 3.PRT. wenn das nicht hilft : Entweder Kortison direkt in ! den Wirbelkanal an die Bandscheibe und das Neuroforamen , Lig Flavum etc. oder Bandschebenprothese ( beweglich)

alldani
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Re: Hochgradige knöcherne Foramenstenose --> PRT sinnvoll?

Beitrag von alldani » 03.04.17, 09:20

Wie ist es bei dir weiter gegangen , ist ja schon 3 Jahre her ...Gruß, Daniel

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