Titanplatten im Oberkiefer nach 10 Jahren entfernen lassen?

Moderator: DMF-Team

Antworten
Banned_Ray
Topicstarter
noch neu hier
Beiträge: 1
Registriert: 02.03.19, 12:51

Titanplatten im Oberkiefer nach 10 Jahren entfernen lassen?

Beitrag von Banned_Ray » 02.03.19, 13:26

Guten Tag,

kurz vorweg: Es überschneiden sich womöglich Themen der MKG, sowie der HNO-Heilkunde.

Vor knapp 10 Jahren wurde bei mir eine 'Bimax' durchgeführt. Titanplatten wurden am Oberkiefer, sowie am Kiefergelenk angebracht. Die Option, sie nicht entfernen zu lassen habe ich gewählt.
Lange Zeit hatte ich keinerlei Beschwerden.

Nun habe ich seit ca. 3 Jahren chronische Nebenhöhlenbeschwerden. Es begann mit unangenehmem Geruch und Geschmack. Zuerst hieß es, es sei "Einbildung", da lt. HNO-Arzt nichts zu erkennen war, außer einer schiefen Nasenscheidewand. Es wurde in die Nase geschaut, auch endoskopisch, sowie ein Ultraschall: Keine Auffälligkeiten.
Der Kollege meines Arztes veranlasste, als mein Arzt im Urlaub war, ein CT, welches eine komplette Verschattung der linken Kieferhöhle, sowie einzelner Siebbeinzellen darstellte.

Aufgrund der Platten und Schrauben konnte man wohl keine konkrete Ursache erkennen bzw. "versperrten" die Sicht.

Es begann eine Beratung die eine OP nicht ausschloss. Zuerst ging ich zum Zahnarzt. Es folgte eine kieferchirurgische Behandlung (WSR, sowie Extraktion eines Backenzahns der Druckgefühl verursachte, welches nun leider auch der Nachbarzahn macht). Laut ZA sieht es aber ok aus.

Der Kieferchirurg sah auf einem Röntgenbild, das es möglich sei, dass ein Teil der Titanplatte in die Kieferhöhle ragt und die Beschwerden verursachen könne.
Auch als ich wegen Zahnschmerzen in einer Uni-Klinik war, wurde mir zur Entfernung der Platten geraten.
Eine Zweitmeinung eines HNO-Arztes ergab, die Kieferhöhle operativ zu sanieren.

Akut leide ich, nach einer Zahnbehandlung oben links, unter einem Druck- bzw. Spannungsgefühl links neben der Nase, wo auch die Platte liegt.
Komischerweise hat sich das Gefühl verschlimmert, nachdem ich Betäubungsspritzen oben links bekam.
Ich kann mich leider nicht mehr erinnern wie es sich damals nach der WSR entwickelte.
Clindamycin habe ich kurz wegen eines HNO-Infektes einnehmen müssen. Ein Abstrich konnte nicht nachweisen, ob Clindamycin wirkt, sodass auf Azithromycin gewechselt wurde, wodurch sich der Infekt* auch nicht besserte. Der Arzt hat explizit nach Clindamycin gefragt, aber das Labor hat es leider nicht geprüft. Schade.

Der Chirurg, der ursprünglich die Platten einsetzte, war zwischendurch aufgrund eines Wohnortwechsels bei einem anderen, bemerkte, eine Entfernung der Platten nach so einem langen Zeitraum würde "für ihn und mich kein Spaziergang werden".
Bisher habe ich mich aus Angst und Hoffnung auf eine konservative Lösung vor den vorgeschlagenen OPs gedrückt. Gleichzeitig habe ich natürlich auch Angst, dass entzündliche Prozesse in diesem hirnnahen Areal Probleme bereiten werden können!

Das das Spannungsgefühl auch von einer Vernarbung rührt, hat mir Hoffnung gemacht, denn die Missempfindung als solche bereitet mir keine Beschwerden.

Zwischenzeitlich wurde ich auch mit Antibiotika und Cortisonsprays für die Nase behandelt. Bisher ohne Erfolg.

Ich hoffe ich konnte einen kurzen Überblick von diesem leicht chaotischen Zustand (zumindest für mich) ermöglichen.

- Eine meiner Fragen ist, sind Plattenentfernungen nach solchen langen Zeiträumen "Routine"? Die meisten lassen sie nach einem Jahr entfernen bzw. im angelsächsischen Sprachraum bleiben sogar 80% standard "beplattet".

- Gibt es Spezialisten für solche Fälle? Oder ist es eher ratsam zum ursprünglichen Chirurgen zu gehen?

- Sind Uni-Kliniken in der Hinsicht empfehlenswert? Ich höre bzw. lese sehr unterschiedliche Meinungen dazu.

- Sollte ich schnellstmöglich in Behandlung oder ist der Druck/die Spannung unter Umständen auch "normal" bzw. unabhängig von der Kieferhöhle?

Leider fühle ich mich derzeit vor Angst nicht mehr in der Lage diesbezüglich eine kluge Entscheidung zu treffen.

Ich freue mich auf eine konstruktive Rückmeldung und wünsche ein schönes Wochenende.

Gruß

B_R

[Edit]
*Ich vergaß zu erwähnen, daß ich das AB gegen einen akuten NNH-Infekt erhielt. Der Abstrich ergab einen Befall mit Haemophilus I.
Der Infekt begann kurz nach dem Besuch beim ZA vor ca. 4 Wochen der, logischerweise, in keinem Zusammenhang zueinander steht, jedoch womöglich die Schwellung im OK nach der Betäubung?!?

Die Erwähnung des Clindamycins, was auch der HNO-Arzt betonte, bezieht sich auf eine Angst von mir, das ein wichtiges AB womöglich bei mir in dieser konkreten Situation nicht mehr wirken, was in Zukunft zu Problemen/Komplikationen führen könnte?!?

Antworten