Skoliose bei Tochter

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Mayma
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Skoliose bei Tochter

Beitrag von Mayma » 30.10.16, 19:02

Hallo liebes Forenteam,

ich habe mich hier angemeldet, da ich hoffe, dass mich hier jemand beruhigen kann bzgl. eines Themas, dass mich seit einigen Tagen umtreibt und mir evtl. jemand Tipps, o.ä. bzgl. weiteren Vorgehens geben kann.
Aber erstmal von vorne:

Meine Tochter (wird in 3 Wochen 10), hatte schon bei der U8 eine "auffällige" Wirbelsäule, weshalb wir zum Kinderorthopäden sind. Dieser stellte eine leichte Verkrümmung fest, verordnete ein paar Einheiten Krankengymnastik und seither ist sie unter Beobachtung, mit jährlichen Kontrollen. Bisher waren keine auffälligen Veränderungen festgestellt, sie wurde allerdings auch nicht geröntgt.

Seit einigen Monaten begann sie immer öfter über Rückenschmerzen zu klagen. Außerdem fiel mir auf, dass ihr Rücken erheblich krummer aussieht als zuvor. Letzte Woche gingen wir deshalb zum Orthopäden, der sie nun auch röntgte und eine erhebliche Verschlechterung feststellte. Er meinte die Wirbelsäule wäre nicht mehr zu retten und müsste bald operativ begradigt werden, was aber überhaupt kein Problem sei. Um sicher zu gehen, dass es für die rasche Verschlechterung keine anderen Ursachen gibt, wolle er aber ein MRT anordnen. Das ist schon etwas, das mir große Sorgen bereitet. Welche anderen Ursachen kann es geben? Ein Tumor? Meine Gedanken kreisen schon. Andererseits hatte sie in den letzten Monaten wohl auch einen Wachstumsschub, der eine "harmlose" Erklärung sein könnte.

Zudem mache ich mir Sorgen bzgl. der sportlichen Aktivitäten meiner Tochter. Sie geht je 2x pro Woche zum Schwimmen und zum Gerätturnen, was sie beides sehr liebt. Insbesondere im Bezug auf das Turnen sehe ich da Gefahrenpotenzial, dass sich die Krümmung noch weiter verschlechtert, da die Wirbelsäule z.B. beim Bogengang sehr verdreht wird.
Derzeit machte sie diese Übungen zwar aufgrund ihrer Rückenschmerzen eher selten (die Trainer sind zum Glück auch 100% verständnisvoll), aber ich frage mich doch, ob ich es ihr nicht ganz verbieten sollte. Der Orthopäde sah dies sehr locker und meinte jeder Sport sei besser als keiner. Wie seht ihr das?

Insgesamt kam mir der Orthopäde bzgl. des Themas etwas zu entspannt vor. Auch die Operarion stellte er so einfach dar. Dabei würde dabei ein großer Teil der Wirbelsäule versteift werden, mir wird da himmelangst, wenn ich daran denke sie würden meine Tochter aufschneiden und da Schrauben und Stäbe an die Wirbelsäule anbringen. Gibt es denn keine Alternativen? Im Internet liest man auch nur für ein Korsett wäre die Krümmung zu stark. Ich las von Schroth, Spiraldynamik, Dorn und wenig überzeugend klingenden Methoden wie Geistheilung.

Was kann ich tun? Soll ich weitere Meinungen anderer Orthopäden einholen? Ich möchte ungern meine Tochter von Arzt zu Arzt schleppen, wenn jeder nur sagt Operation.

Entschuldigung, dass der Beitrag nun doch sehr länglich geworden ist. Ich hoffe er ist nicht zu wirr und jemand kann mir bei der Beantwortung einer oder mehrer Fragen helfen.

Ich freue mich auf eure Antworten,
Beste Grüße,
Mayma

Johanna Seeländer
DMF-Moderator
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Re: Skoliose bei Tochter

Beitrag von Johanna Seeländer » 13.11.16, 13:22

Liebe Mayma,
gern können wir auch miteinander telefonieren. Als Therapeutin und Wissenschaftlerin beschäftige ich mich schon lange mit der Skoliose. Die plötzliche Verstärkung des Bogens kommt wirklich wahrscheinlich durch den Wachstumsschub Ihrer Tochter. Aber jeder Arzt muss selbstverständlich andere Ursachen erst ausschließen.
Um so jünger ein Kind wird, um so größer ist ja auch die Gefahr einer Verschlechterung aufgrund der Wachstumsschübe. Umso wichtiger ist die Therapie. Hier würde ich Ihnen bzw. Ihrer Tochter einen Reha-Aufenthalt in Sobernheim oder in Bad Salzungen empfehlen! Wieviel Grad Krümmung wurden denn festgestellt?
Als Therapie wird sowohl in Sobernheim als auch in Bad Salzungen nach Schroth gearbeitet. Physiotherapie nach Schroth und nach Vojta sind bei Skoliose nachgewiesenermaßen am besten wirksam.
Zum Sport: Es wird heute gesagt, dass jeder mit Skoliose Sport machen soll. Über das "wie" sollten Sie mit der Physiotherapeutin reden. Natürlich soll man nicht in den Bogen "hinein" (verstärkend) trainieren. Aber mit entsprechender Anleitung ist Schwimmen und Gymnastik von Vorteil.
Zu den Rückenschmerzen: Die sind eigentlich sehr gut mit entsprechender Physiotherapie schnell in den Griff zu bekommen.
Herzliche Grüße
Johanna Seeländer M.Sc.
Physiotherapeutin und
Gesundheitswissenschaftlerin
Herzliche Grüße
Dr. rer. medic. Johanna Seeländer M. Sc.
Physiotherapeutin
Gesundheitswissenschaftlerin

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