Ständig wiederkehrende Schluckbeschwerden nach Infekt

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Kischa
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Ständig wiederkehrende Schluckbeschwerden nach Infekt

Beitrag von Kischa » 05.04.19, 15:47

Hallo,

ich habe mich hier angemeldet, weil ich Beschwerden habe, deren Ursache bisher nicht einwandfrei feststeht und ich nach Erfahrungswerten anderer suche, um in der Frage eventuell Fortschritte zu machen.

Im Oktober vergangenen Jahres habe ich mir einen Infekt mit typischen Erkältungssymptomen zugezogen, auffällig war lediglich, dass mein Hals ungewöhnlich stark angegriffen war, was sich in ziemlich starken Schmerzen beim Schlucken und einem "Kratzen" äußerte, während die übrigen Symptome, wie Schnupfen, Kopfschmerzen etc. eher leicht ausgeprägt waren. Ich bin damals nur übers Wochenende zu Hause geblieben, da die Beschwerden eben so schwer nicht waren. Irgendwie wurde es aber auch wochenlang nicht so richtig besser, ich hatte stets "gute" und "schlechte" Tage. Die schlechten waren meist verbunden mit Halzschmerzen und Kopfschmerzen, an den "guten" Tagen habe ich mich fast gesund gefühlt abgesehen von einem Kratzen im Hals, das einfach nicht weggehen wollte.

Ich habe das dann so bis Januar mit mir rumgeschleppt und dann bin ich richtig heftig krank geworden. Diagnostiziert wurde eine Rachenentzündung und ein bakterieller Sekundärinfekt gegen den ich auch ein 3-Tages-Antibiotika bekommen habe. Ich hatte 10 Tage am Stück wirklich massive Schmerzen beim Schlucken, starke Kopfschmerzen und leichtes Fieber, später dann Schnupfen der wohl mit dem Sekundärinfekt zu tun hatte. Nach Abklingen der übrigen Symptome blieben die Halsschmerzen. Nach 3 Wochen waren auch die Verschwunden (dachte ich erst) - das war um den 10.02. rum.
Seitdem bekomme ich allerdings immer dann, wenn ich Alkohol trinke (nicht übermäßig, es reicht 1 Bier oder 2 Gläser Wein zum Essen), ich Stress habe, mich leicht körperlich betätige (kein komplettes Work-out, nur leichter Sport wie Yoga reicht schon) oder ich mal eine Nacht zu wenig schlafe wieder Schluckbeschwerden, die dann 1 - 3 Tage anhalten und ebenso plötzlich verschwinden, wie sie gekommen sind.
Von der Intensität der Schmerzen her wobei 1 "kein Schmerz" und 10 "massive Schluckbeschwerden wie bei eitriger Mandelentzündung" bedeutet, würde ich die Schmerzen bei 7 verorten. Also sie sind schon ziemlich stark. Dabei ist auffällig, dass sie genau in der Intensität anfangen und auch so bleiben, dann stets über Nacht völlig verschwinden. Es ist also kein graduell schlimmer und dann wieder abnehmender Schmerz.
Ich fühle mich - das möchte ich noch mal betonen - ansonsten einwandfrei. Ich habe keine weiteren Symptome und fühle mich nicht mal sonderlich abgeschlagen oder ungewöhnlich müde. Mein Appetit ist normal, meine "Leistungsfähigkeit" was alltägliche Aktivitäten wie Treppensteigen etc. angeht ist auch völlig normal. Es sind nur diese lokalen Schmerzen beim Schlucken.

Ich war selbstverständlich gleich zu Beginn der Erkrankung und dann regelmäßig bei meiner Hausärztin und es wurde ein Hals-Abstrich gemacht (unauffällig) und ein Bluttest auf Herpes-Viren, bei dem auch nichts herauskam. Schilddrüse wurde überprüft. Außerdem sind meine Lymphozyten (?) im Normalbereich. Leider habe ich die Ergebnisse nicht, die hat meine Ärztin behalten, aber sie wurden mit mir durchgesprochen und alle Werte deuteten darauf hin, dass mein Immunsystem normal arbeitet. Lediglich meine Entzündungswerte waren erhöht. Ich wurde daraufhin zur HNO-Ärztin überwiesen.

Die HNO-Ärztin hat in meinen Hals geschaut, sich das Ganze angehört und meinte es wären noch die Nachwirkungen von dem Infekt, ich solle nur abwarten, es würde von allein besser. Ich war dann vorletzte Woche noch ein zweites Mal während einer "Schmerzphase" da, weil sich so überhaupt nichts bessert und ich eher das Gefühl hatte, die "Schmerzphasen" werden immer häufiger. Nachdem sie mir in den Hals geschaut hatte und meine Lymphknoten abgetastet hat, sagte sie, man sehe da nur eine leichte Rötung, die mit so starken Schluckbeschwerden, wie ich schildern würde, gar nicht zusammenpassen würde. Im Gegensatz zu meinem ersten Besuch (während dem ich ja gerade schmerzfrei war) sei die Rötung kaum verändert. Leider fehlt mir hier das Fachvokabular und ich habe es auch nicht aufgeschrieben in der Eile, aber diese "Hubbel" ganz hinten auf der Zunge, wo die Zungenwurzel beginnt, seien vergrößert. Ich solle weiter abwarten und Salbeitee trinken. Dass die Schmerzen nach Alkoholgenuss auch schon in geringen Mengen auftreten, betitelte sie mit "eher ungewöhnlich", sagte sonst aber nichts weiter dazu.

Natürlich habe ich nicht Medizin studiert und will ihre Kompetenz ja auch gar nicht in Frage stellen, aber ich übertreibe die Schmerzen wirklich nicht und es schränkt mich schon sehr ein, ständig so massive Schluckbeschwerden zu haben. Seit 6 Wochen konnte ich keinerlei Verbesserung feststellen (und ich habe mir wirklich alle Mühe mit pflanzlichen Mitteln, Tees, Gurgeln, Inhalieren, Lutschtabletten etc. gegeben) und habe eher das Gefühl es verschlechtert sich. Ich erwische mich jetzt schon ständig im Alltag dabei, wie ich denke "Kann ich das machen oder könnte das wieder Schluckschmerzen auslösen?" Gleichzeitig fühle ich mich nicht richtig Ernst genommen und weiß auch nicht, was ich der Ärztin noch erzählen sollte, wenn ich nochmal hin gehe.

Es würde mich sehr interessieren, ob jemand bereits so etwas erlebt hat oder auf was diese Symptome hindeuten könnten und - falls das wirklich immer noch die Nachwirkungen dieser Rachenentzündug von Januar sein sollten - wie lange es bei anderen so gedauert hat, bis sie schmerzfrei waren.

hilda
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Re: Ständig wiederkehrende Schluckbeschwerden nach Infekt

Beitrag von hilda » 29.05.19, 22:28

Es ist jetzt schon eine Weile vergangen. Mir fällt etwas auf: Die Entzündungswerte waren erhöht! Dann liegt vermutlich doch noch ein Infekt vor oder etwas anderes. Wenn nichts weitergeht , hilft manchmal ein Arztwechsel!!

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