Medikamentenbedingter Haarausfall reversibel?

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LisaL
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Medikamentenbedingter Haarausfall reversibel?

Beitrag von LisaL » 17.03.18, 00:27

Guten Abend!

Da die für mich erreichbare Hautarztpraxis völlig überlaufen ist, hoffe ich hier eventuell eine Antwort auf meine Frage zu bekommen.

Vor etwa 3 Monaten wurde ich aufgrund einer Schwellung am Unterschenkel in eine Klinik eingewiesen. Leider wurde daraus ein 6-wöchiger Aufenthalt, wovon ich 5 Wochen auf der Intensivstation verbrachte.
Ich erhielt in dieser Zeit 3 Vollnarkosen, und bekam allerlei andere Medikamente verabreicht.

Vor drei Wochen stellte sich dann bei mir von heute auf morgen extremer Haarausfall ein, der bis jetzt anhält. Nach 2 Wochen musste ich mein sonst sehr dichtes, langes, gesundes Haar bereits um 20 cm kürzen, weil es völlig zerfleddert aussah. Bald ist der nächste Schnitt fällig, aus Scham nicht beim Friseur, sondern selbstgemacht.

Zählen brauche ich die Haare wirklich nicht, etwa 2/3 sind bereits ausgefallen. Ich gehe davon aus, dass es sich um diffusen, medikamentenbedingten Haarausfall handelt.

Kann mir jemand sagen, wie lange die Haare üblicherweise noch ausfallen, und wie wahrscheinlich es ist, dass sie wieder normal nachwachsen? Es fällt mir schwer, das bei der Menge an Medikamenten überhaupt einzuschätzen.

Im normalen Leben (seit 6 Wochen wieder) nehme ich Medikamente nur mit Bedacht. Außer einer geringen Dosis L-Thyroxin sind das üblicherweise max. 6 Paracetamol pro Jahr.

Medikamente, die ich in der Klinik neben den 3 Vollnarkosen bekam:

mehrfach Propofol, fast täglich Heparin, 2 Antibiotika über 5 Wochen per Infusion, 2 oder 3x Gandolinium KM, Diuretika, Morphium, weitere Schmerzmittel, Pyridostigmin, als Schlafmittel ein Antidepressivum, L-Thyroxin...

Habe ich bei der Menge an Medikamenten überhaupt eine Chance, dass meine Haare sich je wieder erholen? :( Über Antworten würde ich mich sehr freuen.

Liebe Grüße
LisaL

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Medikamentenbedingter Haarausfall reversibel?

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 17.03.18, 07:17

Guten Tag,
viele Medikamente können in seltenen Fällen einen Haarausfall verursachen. In Ihrem Fall kann es das Heparin u.a. sein, dies verursacht manchmal reversiblen Haarausfall. Wann sie wieder wachsen, ist schwer vorhersehbar, aber auf jeden Fall kommen sie wieder, also ist Geduld gefragt.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

LisaL
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Re: Medikamentenbedingter Haarausfall reversibel?

Beitrag von LisaL » 17.03.18, 11:55

Sehr geehrter Herr Dr. Fischer!

Ich habe schon vermutet, dass ich mich "nur" gedulden muss, das fällt nur gerade nicht leicht. Immerhin konnte ich die Medikamente wieder absetzen, worüber ich natürlich froh bin.

Bleibt die Befürchtung, dass bei der Menge an Medikamenten die Haarwurzeln endgültig ihren Geist aufgeben könnten, aber wenn Sie als Arzt scheinbar noch nie davon gehört haben, beruhigt mich das etwas.

Meine Hausärztin meint übrigens, der HA sei stressbedingt, sowie eine Folge des erlittenen Schocks. Meine gesundheitlichen Störungen kamen ja ohne Grund und über Nacht. Ursache und eindeutige Diagnose ist immer noch unklar.

Gruß
LisaL

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Re: Medikamentenbedingter Haarausfall reversibel?

Beitrag von LisaL » 04.12.18, 06:09

Guten Morgen,

nach etwa 9 Monaten gebe ich mal eine Rückmeldung. Bis auf ein paar Reststrähnen habe ich ziemlich schnell alle Haare verloren, aber sie wachsen nun wieder nach! Das geschieht zwar sehr langsam, der Neuwuchs ist erst 5 cm lang, aber ich bin zuversichtlich dass es wieder wird.

Welche Medikamente ursächlich waren bleibt unbekannt. Allerdings hatte ich auch eine Anämie, die im Arztbrief nicht erwähnt war, von der ich erst durch die Akte erfahren habe. Das hat bei dem Haarausfall sicher auch eine Rolle gespielt. Der Ferritinwert hat nun endlich die Untergrenze erreicht, laut Ärztin kann ich die Eisentabletten noch eine Weile weiternehmen. Vitamin D soll ich über den Winter auch substituieren, da ist noch ein Mangel vorhanden.

Viele Grüße, Lisa

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