Keine Aufklärung über Vollnarkose/künstliches Koma?

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LisaL
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Keine Aufklärung über Vollnarkose/künstliches Koma?

Beitrag von LisaL » 15.03.18, 13:32

Guten Tag!

Ich habe ein Problem mit einer Narkose, die ich Anfang des Jahres bekommen habe. Ich hatte wenige Tage zuvor bereits zwei Vollnarkosen erhalten zwecks Bein-OP und Lungenteilresektion.
Nun sollte noch (vormittags) ein MRT sowie ein kleiner Eingriff (ÖGD) unter Vollnarkose stattfinden, die beiden Termine habe man dicht zusammen gelegt, es sollte nicht lange dauern.

Es hat sich dann doch ergeben, dass die Narkose länger als 24 Std. (künstliches Koma) aufrechterhalten wurde. Dies wurde mir nicht etwa im Nachhinein mitgeteilt, sondern kam zufällig und nur bruchstückhaft heraus.
Als mein Freund mich am Abend besuchte, fand er mich gefesselt und mit Schlauch im Hals vor, was ihn schockiert hat. Die Schwester sagte ihm nur, dass das ganz normal sei, weil ich am nächsten Tag noch ein MRT bekommen würde. Man verwies ihn schnell des Zimmers.

Als er mir das am nächsten Abend berichtete, hat mich das ziemlich verwirrt, ich wußte nicht, dass bereits ein Tag und eine Nacht vergangen waren. Das Gefühl verrückt zu werden konnte mir ein junger Arzt zum Glück nehmen. Er sagte mir, aber nur andeutungsweise, dass es organisatorisch ein Problem gab, und man sich entschieden hat, die Narkose nicht zu beenden, um nicht am nächsten Tag noch eine Narkose einleiten zu müssen. So sei das weniger schädlich für mich.

Natürlich hat mich interessiert, was in diesen 24 Std. mit mir passiert ist, aber leider war und ist niemand bereit, mich darüber aufzuklären, ich wurde einfach abgewimmelt. Der ausführliche Arztbericht lässt trotz Nachfragen seit 2 Mon. auf sich warten, ebenso das schriftlich angeforderte Anästhesie-Protokoll.

Was ist in der Zeit der Narkose mit mir passiert? Warum wird mir das verheimlicht? Eigentlich habe ich doch das Recht, darüber aufgeklärt zu werden? Ich lag 4 Wochen auf einer Neuro-Interdisziplinären Intensivstation, ständig wechselnde Ärzte. Im Anschluss kam ich auf die Neurologie, wegen meiner bekannten Myasthenie. Dort war zwar ein zugeteilter Arzt, aber auch ohne Interesse an der Aufklärung.

Gibt es eine Möglichkeit, an die Informationen zu kommen? Kann ich aus dem Arztbrief/ dem AP eventuell ersehen, was passiert ist? Irgendwann müssen die mir das ja schicken. Meine Hausärztin wundert sich auch, hat aber leider nicht die Zeit, sich da reinzuhängen. Sie findet die Aufklärung wichtig, weil sie merkt, wie sehr ich unter diesem Zustand leide.

Gruß
LisaL

Winfried Gahbler
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Re: Keine Aufklärung über Vollnarkose/künstliches Koma?

Beitrag von Winfried Gahbler » 15.03.18, 19:15

Hallo LisaL,

selbstverständlich haben Sie ein Einsichtsrecht in alle Akten. Sie können von allen Ihren Akten, Aufzeichnungen, Protokollen etc. eine Kopie verlangen - ggf. unter Erstattung der hierbei entstehenden Kosten.
Schreiben Sie an das Krankenhaus (ggf. Einschreiben-Rückschein), setzen Sie eine angemessene Frist, in der Sie die Unterlagen bekommen möchten. Wenn man dem nicht nachkommt, können Sie den Rechtsweg beschreiten.
Es ist aber sicher eine andere Frage, ob Sie aus den Unterlagen eine wirkliche Begründung für dieses Vorgehen entnehmen können. Die Akten enthalten ja in der Regel nur Aufzeichnungen über den Verlauf der Erkrankung/Behandlung.
Alles Gute wünsche ich Ihnen
MfG W.Gahbler
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Hinweis unter Bezug auf §7(3) der Berufsordnung für Ärzte:
1. Der voranstehende Beitrag ist eine allgemeine Stellungnahme,
die, ausgehend von Ihrer Anfrage mit größtmöglicher Sorgfalt
verfasst wurde.
2. Bitte wenden Sie Sich unabhängig davon persönlich zur
Beratung, Untersuchung und Behandlung an eine Ärztin oder einen
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LisaL
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Re: Keine Aufklärung über Vollnarkose/künstliches Koma?

Beitrag von LisaL » 16.03.18, 09:40

Hallo Dr. Gahbler!

Vielen lieben Dank für Ihre Antwort. Interessant finde ich, dass man alle Akten einsehen darf, mir wurde nämlich gesagt, dass der OP-Bericht davon ausgenommen sei.

Mit Ihrem Einwand, dass ich durch das Lesen der Unterlagen nicht viel mehr erfahren werde, haben Sie wahrscheinlich leider Recht. Aber das AP müsste doch wenigstens Aufschluß über die Dauer der Narkose geben?

Meine OP am Bein fand in einer anderen Klinik statt, wo ich gestern (3 Tage nach Anforderung) alle Unterlagen bekam. Tja, von dem AP hatte ich mir mehr versprochen. Mit viel Mühe kann ich die Narkosezeit herauslesen, das ist dann aber auch schon fast alles, außer dass noch ein Schmerzmittel aufgeführt ist.

Im OP-Bericht erfahre ich, dass eine Larynxmaske verwendet wurde, aber nicht, welche Narkosemittel eingesetzt wurden. Das hätte mich interessiert wegen der Myasthenie, weil dadurch diverse Medikamente heikel sind. Nach der einstündigen Narkose erschien ich delirant, das bedeutet für mich, dass die Mittel nicht besonders geeignet waren und in Zukunft gemieden werden sollten.

Das Delir hat man mit einem hochpotenten Neuroleptikum behandelt, obwohl das bei Myasthenie kontraindiziert ist. Scheinbar hat man meinen Notfallausweis (wie so oft) ignoriert. In wachem Zustand passe ich auf, was man mir verordnet, aber in Narkose habe ich keinen Einfluß. Das macht mir Angst, zumal es nicht selten ist, dass Myastheniker durch unaufmerksame Ärzte in Lebensgefahr geraten.

Dass man das Neuroleptikum erwähnt hat, finde ich gut. Ich erinnere mich nämlich daran, dass die Infusion über meinem Bett baumelte, war mir aber unsicher, ob das real war. Das Erlebnis mit der Dauernarkose glaubt mir kaum jemand, daher danke, dass Sie meine Schilderung nicht gleich als "unmöglich" abgetan haben.

Gruß
LisaL

LisaL
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Re: Keine Aufklärung über Vollnarkose/künstliches Koma?

Beitrag von LisaL » 19.03.18, 09:24

Guten Morgen!

Ich erlaube mir 2 weitere Fragen zu der Narkose zu stellen:

1. Beim Aufwachen aus der langen Narkose bemerkte ich einen ZVK (mit 3 Ästen) am Hals. Die Schwester erklärte auf meine Nachfrage, dass das ein ganz normaler Zugang sei, wie ich ihn sonst auf dem Handrücken hatte. Jetzt habe ich ein Video dazu gesehen :? , ich hatte mich beim Rausziehen des ZVK eh schon gewundert, als man den langen Schlauch hervorzog.
Bin ich darüber ernährt worden, oder bekommt man während 24 Std. keine Nahrung? Gibt es einen sonstigen Grund für den ZVK?

2. Am Vorabend der Narkose sollte ich ein (weiteres) Einverständnis unterschreiben, weil es sich um eine ganz spezielle Narkose handeln würde. Kann sein, dass ein Fachausdruck gefallen ist. Für mich sei das ohne Belang, ich könne/solle einfach unterschreiben. Was habe ich da möglicherweise unterschrieben? Aufgrund der Medikation war ich nicht wirklich in der Lage, mir den Text durchzulesen.

Viele Grüße
Lisa L

dora
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Re: Keine Aufklärung über Vollnarkose/künstliches Koma?

Beitrag von dora » 19.03.18, 19:56

Aufgrund der Medikation war ich nicht wirklich in der Lage, mir den Text durchzulesen.
dann dürfte dich der Arzt nicht unterschreiben lassen.

Winfried Gahbler
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Re: Keine Aufklärung über Vollnarkose/künstliches Koma?

Beitrag von Winfried Gahbler » 19.03.18, 20:41

Hallo LisaL,

1. ALLES was Sie unterschrieben haben, muss Ihnen als Kopie ausgehändigt werden, außer Sie lehnen die Aushändigung explizit ab.
2. Einen ZVK legt man auch zur Überwachung des zentralen Venendrucks ggf. auch zur Messung des Herzminutenvolumen. Bei einer so relativ kurzen Zeit spielt die Ernährung wahrscheinlich keine große Rolle.
Meine private Meineung:
Wenn Sie das Gefühl haben, man spielt mit Ihnen Katz und Maus im bezug auf Unterlagen, Aufklärung etc. beauftragen Sie einen Rechtsbeistand. Villeicht nimmt man sie dann eher ernst.


MfG W.Gahbler
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Re: Keine Aufklärung über Vollnarkose/künstliches Koma?

Beitrag von LisaL » 21.03.18, 12:03

Vielen Dank für die Antworten!

Ja, eigentlich sollte man während der Aufklärung über die Narkose klar im Kopf sein, aber wie verhält es sich, wenn man aufgrund kürzlich durchgeführter Eingriffe starke Schmerzmittel nehmen muß?

Vor der Einbeziehung eines Rechtsbeistands scheue ich mich noch, obwohl das immer notwendiger erscheint. Gestern habe ich mich zunächst an die Patientenbeauftragte der Klinik gewandt, die sich mit dem zuständigen Arzt in Verbindung setzt. Nach Erhalt des Arztbriefs würde sie mich ggf. begleiten, um weitere Unterlagen einzusehen.

Nach meiner Entlassung habe ich mich zunächst auf den Wiederaufbau der Muskulatur konzentriert, und alles Weitere ausgeblendet. Jetzt fällt mir nach und nach erst wieder ein, was ich alles erlebt habe.

Darunter eine Namensverwechselung, die in letzter Minute aufgeklärt wurde. :shock: Was ich noch für bedenklich halte, ist das Fehlen einer Klingel im Aufwachraum. Ich lag 50 Minuten (wieder mit einem Schlauch im Hals) und starken Schmerzen alleine in dem Raum. Als der Arzt endlich kam, sagte er nur, dass ich zu einem unpassenden Zeitpunkt aufgewacht sei, die 50 Min. hat er bestätigt, und knapp "Entschuldigung" gemurmelt.

Meine Frage dazu: Wurde ich nicht mal per Monitor überwacht? Dort hätte man doch sicherlich meine Angst und das Strampeln mit den Füßen anhand irgendwelcher Werte/Kurven sehen müssen?

Liebe Grüße
Lisa L

LisaL
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Re: Keine Aufklärung über Vollnarkose/künstliches Koma?

Beitrag von LisaL » 27.04.18, 10:08

Guten Tag,

zwar habe ich noch nicht alle Unterlagen, bin aber inzwischen ein Stück weitergekommen. Ich habe vom zuständigen OA eine Email erhalten, in der er schreibt, dass sich nach der "Magenspiegelung" herauskristallisiert habe, dass die MRT mangels Termin leider erst am Folgetag stattfinden konnte.

Zu diesem Zeitpunkt sei ich bereits intubiert gewesen, und man wollte mir eine Extubation, weitere Intubation und Extubation am nächsten Tag (für die MRT) ersparen. Man habe entschieden, mich abgeschirmt von Stress, Angst und unangenehmen Reizen in der Sedierung auf das MRT warten zu lassen. Ich habe übrigens keine Platzangst, ein leichtes Beruhigungsmittel hätte vollkommen gereicht.

Bei einem anschließenden Gespräch, wo ich ihn fragte, warum sowohl für die ÖGD als auch für die MRT eine Vollnarkose nötig gewesen sei, wußte er nichts zu antworten. Er sagte lediglich, dass man einen Tumor, eine Entzündung, oder andere schlimme Krankheiten vermutet hatte. Wenn sich davon etwas bestätigt hätte, hätte man die bestehende Narkose gleich nutzen können, um mich sofort zu behandeln.

Da ich kognitiv immer noch eingeschränkt bin, habe ich mich vergewissert, ob die anwesende Patientenfürsprecherin das ebenso verstanden hat. Auch seine Begründung, warum mir im Anschluß der Arzt auf der Neurologie nichts zu dem künstlichen Koma sagen konnte, ist fragwürdig. Die ITS sei in der 2. Etage fernab von der Neurologie in der x-ten Etage gelegen, das müsse ich doch verstehen. :?

Die inzwischen aus der Radiologie eingetroffenen CDs besagen im übrigen, dass an dem Tag keine ÖGD, sondern eine ERCP an mir durchgeführt worden sei, im Arztbrief steht ÖGD. Ebenso gab es wenig später noch eine Bronchoskopie, von der ich nichts wußte....

Ich weiß nicht mehr, was ich dazu sagen soll. Vermutlich hätte ich von all dem nichts erfahren, wenn mein Freund mich nicht durch Zufall im künstlichen Koma gesehen hätte. Als ich aufwachte, hatte ich das Gefühl, als seien erst 2 Std. (statt mehr als 24 Std.) vergangen.

Danke fürs Lesen,
Lisa L.

LisaL
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Re: Keine Aufklärung über Vollnarkose/künstliches Koma?

Beitrag von LisaL » 02.06.18, 06:02

Guten Morgen,

was bedeutet eigentlich "Patientin mußte mehrfach bebeutelt werden"? Ist vermutlich eine interne Formulierung, ich kann es nicht finden. Ich habe nun die Akte, leider niemanden, der meine Fragen beantworten kann/will.

Danke,
Lisa L

Winfried Gahbler
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Re: Keine Aufklärung über Vollnarkose/künstliches Koma?

Beitrag von Winfried Gahbler » 03.06.18, 16:48

Hallo LisaL,

mit "bebeuteln" meint man im Allgemeinen eine kurzzeitige Unterstützung der Atmung mittels Ambu-Beutel [daher der Begriff "bebeuteln"] mit eine Atemmaske, die man auf Mund und Nase aufsetzt.

MfG W.Gahbler
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LisaL
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Re: Keine Aufklärung über Vollnarkose/künstliches Koma?

Beitrag von LisaL » 03.06.18, 23:28

Danke Herr Dr. Gahbler!

Hm, ich war ja zu dieser Zeit intubiert (ITN), und es lag eine nasale Magensonde. Könnte aber auch sein, dass sich da jemand mit der Zeit vertan hat. Während der ÖGD -belegt durch ein Echo- habe ich angeblich 40 min intensive Atemtherapie und Gangschule bekommen, das kann ja nicht sein.

Ich würde mich freuen, wenn ich hier noch die eine oder andere Frage stellen kann, sofern ich selbst keine Antwort finde.

-Was ist eine Transfusion von Prothrombinkomplex?

-Was wird bei der Endosonographie des Retroperitonealraumes untersucht?

-Bronchoskopie mit BAL und Biopsien tauchen in der Patientenkurve nicht auf, während der 2-stündigen MRT ist Dokumentations-
pause. Gibt es hierfür einen Grund? Mich hätte z.B. das KM interessiert.

-Warum bekam ich nach der Extubation einen EDK?


Von den involvierten Ärzten ist bisher leider niemand bereit, mich über die diversen Prozeduren während des künstlichen Komas aufzuklären. Das finde ich sehr seltsam, kann es tatsächlich nicht verstehen.

Man gibt vor, ich erhalte eine Kurznarkose für eine ÖGD und ein MRT (ist auch so dokumentiert), und als ich nach etwa 30 Std. aufwache, will man mir erzählen, ich habe nur etwas tiefer geschlafen, und bilde mir das künstliche Koma nur ein? Ich komme mir vor wie in einem schlechten Film.

Liebe Grüße, Lisa L

Winfried Gahbler
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Re: Keine Aufklärung über Vollnarkose/künstliches Koma?

Beitrag von Winfried Gahbler » 04.06.18, 19:43

Hallo LisaL
allgemeine Dinge kann ich versuchen zu erklären. Was bei Ihnen persönlich geschehen ist, weiß ich natürlich nicht.
"Prothrombinkomplex" sind Gerinnungsfaktoren, die aus (menschlichen) Blutbestandteilen gewonnen werden. Man gibt sie, wenn bei dem Patienten ein entsprechender Mangel besteht.
"Endosonographie des Retroperitonealraumes" ist eine Untersuchung des hinteren (also zum Rücken hin gelegenen) Bauchraumes bzw. Bereiches der schon hinter dem Bauchrraum liegt. Hier verlaufen die großen Blutgefäße (untere Hohlvene und Bauchschlagader), hier liegen die Nieren, die Harnleiter, die (unwillkürlichen) Nervenstränge des Symphatikus, Lymphbahnen etc. Mit dem Utraschall kann man sehen, ob es hier irgendwelche Veränderungen oder Blutansammlungen oder andere Erkrankungen gibt.
"Bronchoskopie mit BAL und Biopsien" ist eine Spiegelung der Atemwege also Luftröhre und die sich verzweigenden Bronchialäste, bei der ggf. Gewebeproben (Biopsie) entnommen werden.
Die Abkürzung "EDK" ist mir nicht geläufig- [EK kenne ich als Erythrozytenkonzentrat, das "D" kann ich nicht erklären - aber es kann antürlich auch etwas völlig anderes bedeuten].

Wenn die Informationen, die Sie erhalten haben, aus Ihrer Sicht so unzureichend sind, können Sie natürlich einen Rechtsanwalt mit der Vertretung Ihrer Interessen beauftragen oder die Gutachterkommision der zuständigen Ärztekammer hinzuziehen. Dort kann man zumindest prüfen, ob die vorliegende Dokumentation ausreichend ist.

MfG W.Gahbler
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LisaL
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Re: Keine Aufklärung über Vollnarkose/künstliches Koma?

Beitrag von LisaL » 08.06.18, 18:35

Guten Abend Herr Gahbler,

ich danke Ihnen für die Antwort. Ich hatte herausgefunden, dass EDK Epiduralkatheter bedeuten kann. Das könnte passen,weil ich erst ein paar Stunden nach der Extubation aufgewacht bin. Ich verstehe es nur nicht so ganz, weil am Vortag Endosonographien gemacht wurden, und am Tag der Extubation nur eine MRT. Das tut ja normalerweise nicht weh, und da gleich einen Schmerzkatheter legen?

Bezüglich der Akte habe ich mich zunächst an die Rechtsabteilung der Klinik gewandt, es kam sogar schon eine Reaktion. Man hatte mir u.a. Teile der Akte einer Patientin mit ähnlichem Namen geschickt, mit der ich verwechselt worden war, das geht natürlich nicht. Bei mir fehlt sehr viel, eventuell liegt das in ihrer Akte.

Einen schönen Abend noch,
Lisa L.

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