Hyperpyrexie

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Friedaaa
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Hyperpyrexie

Beitrag von Friedaaa » 11.06.18, 01:45

Hallo zusammen,

ich bin neu hier und hoffe, dass ich nix falsch mache.

Als ich 5 Jahre alt war hatte ich eine Bronchopneumonie beidseitig. In meinem alten Entlassungsbericht von 1989 (DDR) steht u.a.: "...Wir begannen zunächst mit Jenacillin-A Injektionen, setzten diese ab 2. Behandlungstag jedoch auf parenterale Gaben von Ampicillin um, gaben weiterhin Bromhexin, Eufibron, Prethazin, Rhinex S, Sinophenin, mehrfache Infusionen von E77. Unter dieser Therapie fieberte das Kind septisch, entwickelte durch die Hyperpyrexie bedingt einen Meningismus, weshalb wir nach einer LP Sorbitol und Prednisolut infundierten. Im Liquor Druck erhöht, 3 x 10°/1 Zellen bei normalen Liquorzucker, Eiweiß und Laktat..BSR Anstieg auf 60/104..." Zustand verschlechtert sich usw. usf..gaben dann daraufhin massenweise anderes Zeug, dass dann prompt geholfen hat.

Jetzt habe ich gelesen das Hyperpyrexie bei manchen Menschen ggf. durch Medikamente entstehen kann und man evtl. einen Anästhesie-Ausweis bei sich tragen sollte. Stimmt das? Und trifft das in diesem Fall zu?

Vielen Dank schon mal!
Frieda

Winfried Gahbler
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Re: Hyperpyrexie

Beitrag von Winfried Gahbler » 11.06.18, 17:30

Hallo Friedaaa,

"falsch machen" können Sie nichts, wenn Sie fragen.
Leider kenne ich nicht alle Präparate, die seinerzeit in der DDR im Handel waren. So wie ich den Bericht interpretiere, hatte Sie eine Infektion, die man sofort mit einem Antibiotikum behandelt hat. Dass solch eine Infektion (wo auch immer der Herd gesessen hat), zu hohem Fieber führen kann - insbesondere bei Kindern, ist nicht ungewöhnlich.
"Fieber", welches durch Medikamente und insbesondere durch Narkosemittel ausgelöst werden kann, ist eine völlig andere Reaktion. Die maligne Hyperthermie, die man z.B. in einem Anästhesie-Ausweis dokumentiert, ist eine Reaktion der Muskulatur aus ganz bestimmte Mittel, die auch nur im Rahmen einer Narkose angewendet werden. Ich kann zwischen der Schilderung Ihrer Erkrankung und einer möglichen malgninen Hyperthermie keinen Zusammenhang sehen.
Ich denke, da brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen.
Alles Gute wünsche ich Ihnen
MfG W.Gahbler
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Hinweis unter Bezug auf §7(3) der Berufsordnung für Ärzte:
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