Intensivtransporte - Besatzung bei Euch ?

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Wie werden bei Euch Intensivtransporte durchgeführt ?

Ohne Arztbegleitung
1
3%
Mit Arztbegleitung und regulärer Fahrzeugbesatzung im RTW
25
71%
Mit Arztbegleitung durch den RD, und Einbezug von Fachkrankenpflege
1
3%
Nur in speiellen ITW´s / ITH´s und derren Besatzung
8
23%
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 35

Uwe Hecker
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Intensivtransporte - Besatzung bei Euch ?

Beitrag von Uwe Hecker » 14.08.07, 12:09

Schönen Tag Zusammen,

hätte mal gerne gewusst wie bei Euch Intensivtransporte durchgeführt werden. Nicht weil ich es selbst nicht könnte, sondern, viel mehr um einmal einen Vergleich zu bekommen. Hier und da gibt es ja spezielle ITW´s mit "speziell" geschulten RA´s. Anderswo landen selbst Intensivpatienten in einem KTW :twisted: !! In einem Fachbeitrag wurde nun aber die Forderung laut das Intensivtransporte zukünftig auch von speziell geschulten Fachkrankenpflegern für Intensivpflege und Anästhesie,(zusätzlich zum Arzt) begleitet werden sollen, da so eine höhere Sicherheit für den Patienten gewährt sei.

Bin wie immer gespannt auf Eure Meinungen / Erfahrungen.

Grüße aus BaWü

Uwe
Gesundheits- und Krankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie / Rettungsassistent

Land-Ei
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Beitrag von Land-Ei » 14.08.07, 16:52

Hallo,
alles kommt bei uns vor....
Auch KTWs haben schon Intensivverlegungen gefahren.
Manchmal werden RTW Ausstattung mit Monitor etc gewünscht, aber da kein "Notfall" (?) (=Blaulichtfahrt?) nur der KTW bezahlt, der dann Monitoring übernimmt oder der RTW, der zum KTW-Tarif transportiert.

Der ohne Zweifel wirklich intensivpflichtige weil beatmete Patient:
wenn es planbar ist: ITW oder ITH mit eigener Besatzung/eigenem Arzt
wenn es nicht planbar ist verlegt meist der RTW der Vorhaltung und eijn Krankenhausarzt fährt mit (mit variabler Qualifikation...)
Ganz selten RTW der Vorhaltung und Notarzt der Vorhaltung, sollte aber nicht die Regel sein, ist mir aber auch schon passiert.
Der RTH bei nicht aufschiebbarer Verlegung wird ab und zu tags angefordert, ITH wenn man etwas mehr Zeit hat.

Grüße vom
Land-Ei

Es ist ein ziemliches "KuddelMuddel", aber bei "Zeit im Verzug" kann man nicht auf den ITW warten (der ist meist vor 1-2 Stunden nicht da, ebenso nachts der ITH)

ich habe also nichts ankreuzen können.

d-i-n

Beitrag von d-i-n » 14.08.07, 20:50

Intensiv-Verlegungen bei uns mit normalem RTW +Arzt. Eigentlich ist das Krankenhaus verpflichtet, einen Arzt mitzuschicken. Da es ein kleines Haus ist, klappt das meist nur tagsüber während regulärer Dienstzeiten. Da das Haus gerne abends noch seine Problemkandidaten wegdrückt, wird auch öfters der NA zu Verlegungen mitgeschickt :( . Der darf dann oft auch noch im Haus den Patienten für dem Transport "herrichten", also mehr Zugänge/ Intubation ect., weil das der Anästhesist macht und wenn der im OP ist machts halt niemand...

Es gibt keine wirklich klaren Vereinbarungen dazu, nach Verhandlungen mit unserem LNA ist es semioffiziell so geregelt, daß für Verlegungen, die in den ersten 0-3 Stunden nach Einlieferung eines Patienten nötig werden, der NA den Transport begleiten muß.

Gruß von doc-in-not :wink:

schwabenretter
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Beitrag von schwabenretter » 17.08.07, 09:13

Nachdem es in Ba-Wü zur Zeit (noch) keine offiziellen ITWs gibt, müssen wir die ganz überwiegende Mehrzahl unserer Intensivverlegungen mit Fahrzeugen des Regelrettungsdienstes durchführen. Den Arzt muss eigentlich die abgebende Klinik stellen, was aber leider oft nicht klappt, vor allem nachts und am Wochenende.
Bei kürzeren Transporten innerhalb des Landkreises oder in angrenzende Landkreis sidn Intensivverlegungen in der Regel kein Problem, solange der Transport zeitlich disponierbar ist.
Für Fernverlegungen (> 150 km) legen wir Wert auf eine frühzeitige Anmeldung. Es wird dann versucht, mit einer zusätzlichen Besatzung einen Reserve-RTW zu besetzen.
Wenns aber akut und nicht disponierbar ist, müssen wir in den sauren Apfel beissen und gem. RDG den nächst gelegenen freien RTW einsetzen.
Ganz ähnlich ist die Situation mit den Begleitärzten.
Hat die Verlegung Zeit und die Klinik hat keinen Arzt, versuchen wir, einen Arzt aus dem Pool der Reserve-Notärzte zu rekrutieren. In diesem Pool finden sich sowohl niedergelassene, frei tätige als auch Klinik-Ärzte, die (soweit verfügbar) im Notfall einspringen.
Ist die Verlegung dringend, muss innerhalb des Landkreises oder für Transporte in die Nachbarschaft der reguläre NA mitfahren. - Als praktikabel hat sich die Zeitspanne von 30 Min. bis zur Durchführung erwiesen. Hats so lange Zeit, wird versucht, einen extra Arzt zu erreichen, muss es schneller gehen, fährt der reguläre NA.
Fernverlegungen laufen grundsätzlich nicht mit dem regulären NA. Wenn sich dafür kein Arzt findet, wird üblicherweise auf einen RTH/ITH zurück gegriffen.
Zusätzliches Fachpersonal ist in den meisten Fällen nicht nötig, wo doch (z.B. Kinderklinik), organisiert dies die Klinik.
ich könnte mich nicht erinnern, dass die Qualifikation eines (zweier) RA in den letzten Jahren für Verlegungen nicht ausgereicht hätte, Probleme sind m. W. nicht aufgetreten.

Zoidberg
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Beitrag von Zoidberg » 22.08.07, 14:19

Bei uns werden Intensivverlegungen ebenfalls mit regulären RTW + Arzt durchgeführt. Der Arzt soll vom Krankenhaus gestellt werden, was meistens klappt. Ausnahmen sind Akutverlegungen von Notfallpatienten, z.B. zur Herzkatheteruntersuchung, in so einem Fall besteht auch die Möglichkeit, die Verlegung durch RTW + NEF durchführen zu lassen. Für längere Transporte steht ein ITH zur Verfügung, wie dieser zur Zeit besetzt ist weiß ich leider nicht.

Laire
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Beitrag von Laire » 03.09.07, 13:35

Hallo,

kommt drauf an, was du unter Intensivtransport verstehst.

Wir haben in Hannover an der JUH Wache drei ITW's die Bundesweit Verlegungen fahren. Die Bestzung ist grundsätzlich ein Arzt (mit Intensiv mediznischer Erfahrung und zwei Rettungsassistenten, oder ein RA und ein Anesthesiepfleger).

Infos dazu unter:

http://www.johanniter.de/org/juh/org/la ... eindex.htm

Karsten81
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Beitrag von Karsten81 » 11.04.09, 06:56

Ist zwar schon uralt, wollte aber trotzdem was dazu schreiben.
Gefahren wird mit Regel RTW + normalerweise KH Arzt, es kann üner die Uni Klinik aber ein Verlegearzt gestellt werden, der wird dann von der BF abgeholt.

Wir können von Zoll M auf Zoll CCT und von Oxylog 1000 auf Oxylog 3000 umsteigen.
Dazu noch zwei weitere Perfusoren, so dass wir dann 4 haben.
Und ein Rucksack mit etwas Intensivmaterial, wie extra Medikamente IBP.

Damit gehts eigentlich ganz gut.

S_Steingrobe
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Beitrag von S_Steingrobe » 27.06.09, 20:19

Moin Moin,

ich schreib auch mal was, auch wenn es sich nicht auf Deutschland sondern auf meinen Arbeitsplatz in Dubai bezieht, denn wir haben hier ja auch Intensivverlegungen;).
Wir fahren vom American Hospital 90% der Intensivverlegungen der VAE.
Angefangen von CICU Patienten (Coronary ICU) bis hin zu beatmeten postnatalen Kindern.

Besetzt sind wir mit 2 Critical Care Paramedics die Intensivmedizinische Weiterbildungen und Trainings besizten.
Hauptarbeitsplatz ist fuer uns der ER und die ICU, wo wir unsere Skills trainieren und waehrend der nicht transportzeit arbeiten.

Fuer das Fahren gibt es einen Fahrer der auch assistieren kann, ein sog. First Responder oder EMT.

Material ist :
Zoll CCT Maximalausstattung,
Oxylog 3000 und Servo i,
4-8 Perfusoren + 2 Infusomaten, je nachdem was unser Patient braucht.
Gase leider keine.
FHZ. Ford 350 Koffer, amerikanischer Aufbau
und ein MAV - Medical Attack Vehicle - massiver Truck mit Kofferaufbau von der Fa. Ford.

Aerzte fahren bei uns hier keine Intensivverlegungen mit, das ist CC.P aufgabe.
Teilweise werden wir von einem RT (Respiratory Therapist) bei den Neonaten wegen dem Beatmungsgeraet begleitet und einer ICU Schwester, die dann assistiert.
Ansonsten nur noch Perfusonist bei IABPs oder ECMOs.

Lieben Gruss,

S.Steingrobe
Advanced Care Paramedic - Queensland Ambulance Service (Australia)

fa7x110
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Beitrag von fa7x110 » 02.09.09, 02:19

Also in D war es recht geradlinig. Vitale Bedrohung nicht auszuschließen hies am Tage ein Klinikarzt mit standart RTW zur Verlegung.
1 Perfusor (Rest von Klink)
08/16 Komplettausstattung
Medumat standart A
Alles andere musste von der Klinik bereitgesteltl werden.
Nachts wurden die Verlegungen vom NEF Arzt begleitet, da in der Klink nur jeweils ein Arzt pro Fachrichtung im Dienst war.

Nun in England ist es sehr unterschiedlich.

99% der Patienten verlegen Paramedics. Ist kein Para an Bord, fährt eine "transfer nurse"mit oder ein Gasman mit Schwester. Diese Kombi fährt auch mit wenn die Patienten schon von der Station beatment sind. Alle Patienten kommen soweit nötig auf einer speziellen Transfertrage, mit allen notwendigen Geräten an den Patienten angeschlossen, Strom gibts in der Ambulance. An der Trage ist ein Oxylog 3000, 6 Perfusoren und 2 Perfusiomaten und O2. Die Transfertragen sind unser Eigentum nicht die des KH. Jegliches Personal ist zusätzlich zu unseren Geräten (LP 12, 15) Medumat etc geschult in den Geräten die das KH für Verlegungen benutzt.
Es gibt keine festen Regeln für die Besatzung, meisten ergibt es sich aus Arzt-Paramedic Gespräch wie verfahren wird. Fährt Klinkpersonal mit, liegt die Verantwortung voll bei der Klinik und sie muss das Material stellen.

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