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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Medizin oder alternativen Beruf im Gesundheitswesen?
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BeitragVerfasst: 01.04.17, 16:28 
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Registriert: 20.03.15, 23:53
Beiträge: 6
Hallo,

die Gedanken in diesem Thread beschäftigen mich schon seit Monaten (wenn nicht 1-2 Jahre) quasi jeden Tag und bald steht wieder eine Entscheidung an, ich versuche mein anliegen mal möglichst verständlich darzulegen.
Kurz zu mir:
- Mitte zwanzig., mittlerweile seit gut 3 Jahren als MTA im Labor tätig.
- Krankenhauslabor, also 24h Betrieb mit verschiedensten Dienstzeiten.
- Interesse an der Medizin schon seit Schulzeiten, gleichzeitig auch gewisse technische/EDV-Affinität (allerdings ohne spezielle direkte "Fähigkeiten" in dem Bereich wie z.B. Programmierung)

- Die jetzige Arbeit ist z.T. (je nach Arbeitsplatz) auf Dauer/für die ganze Lebenszeit nicht so ganz erfüllend (was in keiner Weise die Laborarbeit in Frage stellen soll, nur die hohe Automatisierung führt dazu, wenn keine technischen oder sonstigen Probleme auftreten, dass man je nach Arbeitsplatz ein paar hundert Röhrchen am Tag aufschraubt, die Messungen startet und validiert, das war es dann auch). Bzw wird man oft nur als Dienstleister gesehen der sich um jedem Mist kümmern soll.
Bei medizinisch auffälligen Befunden kann man sich das Krankheitsbild vielleicht überlegen, bekommt mehr aber auch nicht von klinischer Seite mit, was ich schon schade finde.
Wenn technische Probleme auftreten, finde ich es auch da interessant mit analytischer Denkweise ranzugehen um die Quelle ausfindig machen zu können (und so z.B. einen Technikereinsatz der Herstellerfirma ersparen kann).
Bei EDV-Sachen sieht das genau so aus.

So, also im Grunde möchte ich mich noch weiterentwickeln, überlege aber immer mehr, was genau es werden soll.
Jegliche Art von Diensten, Spät- und v.a. Nachtdienste, finde ich äußerst belastend einerseits die generelle Lebensqualität betreffend und andererseits in meinem Fall die Gesundheit betreffend.
Nur ganz kurz zum gesundheitlichen: Atopische Dermatitis und irgendwas Richtung funktionelle Darmstörungen, was bei dem Dienststress natürlich super ist. (Allerdings gibts bei uns nie Überstunden, was ja im Vergleich zu du ärztlichen Arbeitszeiten was man hier so liest schon "Luxus" zu sein scheint.)
Am liebsten wäre mir also eine klassische Büroarbeitszeit! Das steht auch auf der Prioritätenliste immer weiter oben.
Was die Medizin angeht, gibt es einerseits den Aspekt der Arbeitszeit (will/kann ich in 10 Jahren auch noch Nachtdienste machen?) und natürlich die Patienten, wo ich in beiden Fällen nicht weiß, wie/ob ich damit zurechtkomme (Patientenkontakt im Pflegepraktikum war ok, aber glaube es sind Defizite bei sozialen Interaktionen (Phobie?) erkennbar und auch dieser z.T. hohen Verantwortung stehe ich besorgt gegenüber. Alternativ wären ja noch (die für mich durchaus interessant klingenden) speziellere Fächer wie Labormedizin, Patho, oder so als (was ich bis jetzt durch Gespräche gehört habe) interessanter Mittelweg die Radiologie (da gibts aber natürlich Dienste).

Jetzt der große Kernpunkt: Es gibt ja im Gesundheitssektor auch x-neue Studiengänge, Medizin sehe ich noch immer als das "Non plus ultra" an, obwohl ich weniger Interesse an direktem Patientenkontakt habe.
Wie sieht die Stellensituation so in den Fächern ohne viel Patientenkontakt aus?
Eine alternative Überlegung wäre Medizintechnik, aber auch da kommt es natürlich drauf an, was für eine Tätigkeit sich nachher findet.
Einen akademischen Abschluss fände ich in jedem Fall noch für mich persönlich erstrebenswert, sagen wir mal finanzielle aspekte spielen dabei nicht die erste Rolle, dennoch sollte man sich natürlich nicht verschlechtern zur aktuellen Situation (vernünftig fände ich - für irgendwas Nichtärztliches - ein Minimum von 3000€/Monat so als Mindestansatz für mich persönlich). Es gäbe auch noch - die für mich durchaus erreichbare Tätigkeit - als Lehrkraft, jedoch sehe ich das als "Sackgasse", wo man nur schwer wieder rauskommen würde, wenn man in 10 Jahren doch das große Interesse verliert (erklären/Wissen vermitteln mache ich ganz gerne).

Klingt ja doch ein wenig verwirrender als geplant, nunja, vielleicht hat je jemand einen Gedankenanstoß oder kann aus eigener Erfahrung etwas berichten?

Viele Grüße


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BeitragVerfasst: 02.04.17, 07:47 
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DMF-Moderator

Registriert: 31.01.07, 15:01
Beiträge: 10884
Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)
Guten Tag,
jetzt sind zwei Jahre vergangen und Sie sind noch keinen Schritt weiter gekommen-etwas Kritik darf angebracht sein.
Sie sollten vielleicht zunächst einmal abklären, wie lange Sie auf einen Studienplatz warten müssen-je nach Abiturnote.
Ferner muß Ihnen klar sein, dass- egal welche Facharztrichtung Sie später wählen, während der Ausbildung grundsätzlich Nacht-und Wochenenddienste anfallen.
Es gibt viele Fachrichtungen, bei denen Sie kaum oder keinen Arzt/Patientenkontakt haben- was aber für mein Dafürhalten gerade den Arztberuf ausmacht.
"Am liebsten wäre mir also eine klassische Büroarbeitszeit! Das steht auch auf der Prioritätenliste immer weiter oben. ".
"Klingt ja doch ein wenig verwirrender als geplant"- in der Tat. Sie verlangen viel, keine Nachtdienste, geregelte Arbeitszeit, keine oder nur geringe Patientenkontakte usw.
Es gibt durchaus Tätigkeiten für Ärzte, die in etwa Ihren Wünschen entsprechen wie z.B. Gesellschaftsarzt ( bei Versicherungen, Erstellung von Gutachten, meist nach Aktenunterlage),
Gewerbeaufsichtsamt, Verkehrsmedizin, Arzt im Polizeidienst, im Strafvollzug ( die letzteren mit geregelten Dienstzeiten als Beamter, aber dennoch Patientenkontakt nicht vermeidbar),
Lehrtätigkeit z.B. an Heilpraktikerschulen u.ä., natürlich Pathologie und Labormedizin ( bei Ihren Vorkenntnissen sicher optimal, aber reine Apparatemedizin ohne jegliche ärztliche Entscheidungs/Therapie/Diagnose/Behandlungsmöglichkeit). Radiologie- fast reine Apparatemedizin, Radiologen sitzen tgl. vor dem Monitor und werten die Befunde aus, geringer Arzt/Patientenkontakt, Nachtdienste nur während der Ausbildung, als Niedergelassener üblicherweise dann nicht mehr.
Die Entscheidung kann Ihnen letztlich niemand abnehmen, ob Sie aber mit Ihren doch ziemlich konkreten Vorstellungen bzgl. " work-life_balance" etwas finden werden, bezweifle ich. Eines muß Ihnen jedoch absolut klar sein: während der Facharztausbildung-egal, welches Fach Sie wählen- kommen Sie um Bereitschaftsdienste und andere " Unbequemlichkeiten" nicht umhin. Wenn Sie dies nicht wollen, kommt der Arztberuf für Sie in keinster Weise in Frage.
" wenn man in 10 Jahren doch das große Interesse verliert (erklären/Wissen vermitteln mache ich ganz gerne)- wie wäre es mit Facharzt für Anatomie? 48 Monate, Wissenschaft. Assistent an einem anatomischen Institut einer Universität? Verlieren Sie aber nach 10 Jahren Interesse in und an Ihrem Beruf, werden Sie nie zufrieden sein und entsprechende Leistung erbringen können und wollen.
Selbst nach über 30 Berufsjahren und auch immerhin schon 10 Jahre im Ruhestand, habe ich Interesse an der Medizin noch lange nicht verloren.

_________________
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.


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BeitragVerfasst: 04.04.17, 06:01 
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Registriert: 21.03.05, 11:49
Beiträge: 395
Wohnort: in Sachsen-Anhalt
@basile123: Du siehst Medizin als das non plus ultra an, willst aber weder Patientenkontakt noch Nacht- und Wochenenddienst? Bei solch Gedanken würde ich mir einen Bürojob suchen ohne Publikumskontakt. Vielleicht in der Krankenkasse, das hat auch mit Medizin zu tun.

_________________
-Nutze das Leben ständig-du bist länger tot als lebendig.-


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BeitragVerfasst: 04.04.17, 06:19 
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DMF-Moderator

Registriert: 31.01.07, 15:01
Beiträge: 10884
Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)
oder z.B. die Rentenversicherungsanstalt, die suchen auch immer wieder Ärzte. Aber die Konditionen, die für basile erfüllt sein müßten, um sein Glück in der Medizin zu sehen, sagen mir eher, dass er für den Arztberuf wohl eher nicht geeignet ist.

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Grüße Dr. Fischer
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BeitragVerfasst: 04.04.17, 16:20 
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Interessierter

Registriert: 20.03.15, 23:53
Beiträge: 6
Schonmal Danke für das Feedback!
Nunja irgendwie habe ich schon die Bestrebung, noch mehr erreichen zu wollen als die jetzige Tätigkeit den Rest meines Lebens fortzuführen.
Wäre auch irgendwie schade, wenn das nur an den Umständen scheitern sollte, dass ich körperlich (und/oder psychisch) stressanfällig v.a. in den Dienstsituationen/-zeiten bin. Das merkt man mir dann zwar nicht an - im Gegenteil - jedoch merke ich es beispielsweise dann recht schnell an Hautjucken o.Ä.

Wie genau das mit dem Patientenkontakt ist, merkt man im Detail ja wirklich erst wenn es soweit ist, wobei auch dann noch die alternativen Fächer mit weniger direktem Kontakt zur Auswahl stünden.

Werde mir wohl nochmal ein paar tiefgehendere Gedanken machen.


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