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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Hypoxischer Hirnschaden nach 40 Min. Reanimation
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BeitragVerfasst: 18.01.17, 12:51 
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Hallo,
meine Schwester 48 Jahre erlitt vor 8 Wochen einen plötzlichen Herzstillstand im Urlaub im Ausland. Ihr Lebensgefährte hat gleich mit der Herzmassage begonnen. Wie lange es dauerte bis der Notarzt da war wissen wir nicht. Sie wurde dann vom Notarzt noch 40 Min. reanimiert.
Sie wurde dann ins künstliches Koma gelegt. Ein CT vor Ort ergab, dass evtl. nur eine geringe Hirnschädigung vorliegt und dass sie im besten Fall nur motorische Schäden zurückbleiben könnten.

Nach erfolgtem Rücktransport nach DE wurde das Narkosemittel reduziert und dann schnell abgesetzt. Sie machte daraufhin auch alles selbständig, also Atmung etc. Sie zeigte allerdings, bis auf leichte Reflexe im Arm und so ein Schnappen mit dem Unterkiefer, keine Reaktionen. Es wurde dann nochmal ein CT gemacht. Die Ärzte sagten uns dann, es gäbe keinerlei Gehirnstruktur mehr, es wäre alles weg. Die Bilder waren selbst für uns Laien eindeutig. Keinerlei Struktur, nur noch eine graue Fläche. Auch das darauffolgende MRT ergab leider nichts anderes.

Eine Woche später wurde sie erneut untersucht und es wurden irgendwelche Ströme gemessen, was zeigte, dass wohl irgendwas im Hirn ankam. Aber was genau und was sich dadurch in Zukunft ändern würde, können die Ärzte nicht sagen.

Es wurde empfohlen, sie in eine Rehaklinik zu verlegen. Die Ärzte meinten man solle nichts unversucht lassen. Sie liegt nun seit 3 Wochen in der Rehaklinik. Außer dass sie ab und zu die Augen öffnet, hat sich nichts verbessert. Die offenen Augen folgen allerdings nicht, sondern starren nur ins Leere und teilweise schauen die Augen auch in unterschiedliche Richtungen.

Wir werden zwar die Hoffnung nicht aufgeben und die nächsten Wochen Reha noch abwarten, aber es ist schon sehr belastend für uns alle (Eltern, Kinder, Geschwister) sie so liegen zu sehen. Eine Patientenverfügung hat sie nicht und sie hat auch nie mit jemand über solch eine mögliche Situation gesprochen.

Die Ärzte haben uns auch bereits über die Möglichkeit zur Absetzung der künstlichen Flüssigkeits-/Nahrungszufuhr aufgeklärt. Da sie allerdings selbständig atmet und auch sonst keinerlei Unterstützung, Medikamente etc. braucht, fällt uns dieser Gedanke sehr schwer, bzw. eigentlich können wir uns derzeit gar nicht vorstellen, diesen Weg irgendwann zu gehen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir momentan alle sehr verzweifelt sind, weil uns halt niemand sagen kann wie es ausgehen wird. Und auch die Frage, wie es überhaupt zum Herzstillstand kommen konnte, quält uns sehr, aber hierzu werden wir wohl auch nie eine Antwort erhalten.

Würde mich über ein paar Gedanken freuen! Dankeschön!


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BeitragVerfasst: 16.04.17, 20:59 
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Beiträge: 2
Es erstaunt mich, dass bisher niemand geantwortet hat. Tut mir leid.

Das sieht ja wirklich nicht gut aus und ich kann eure Verzweiflung verstehen. Die Beschreibung deutet auf eine Wachkoma-Situation hin.

Kann sie denn selbstständig atmen? Das wäre ein positives Zeichen und könnte noch etwas Hoffnung geben.

Ich würde die Ärzte fragen, ob und wann mit einer Genesung zu rechnen ist und ob sie, wenn die Patientin deren Angehörige wäre, sie weiter behandeln würden.

Dann kann man sich vielleicht auf einen Zeitraum verständigen an dem erwartet wird, dass sie wieder irgendwie ihren Willen kommunizieren kann. Wenn es bis dahin nicht soweit besser geworden ist und auch sonst keine wesentlichen Fortschritte zu erkennen sind, kann vereinbart werden, dann die lebenserhaltenden Maßnahmen einzustellen.

Das könnte in einer Art Ethik-Konsil – möglichst im Zimmer der Schwester – erfolgen. Vielleicht hilft diese Seite etwas weiter, die Situation zu verstehen: http://www.chirurgie-portal.de/neurologie/erkr/as/wachkoma.html

Dort ist zu lesen, dass schon nach drei Monaten nicht mehr mit einer Besserung zu rechnen ist, wenn sie bis dahin noch nicht eingetreten ist. Das könnte als Anhalt für den vereinbarten Zeitraum genommen werden, wobei der ja bereits vorbei ist.

Andererseits könnte sie über Jahre hinaus in diesem Zustand künstlich am Leben erhalten werden. Auch wenn sie nie darüber gesprochen und auch keine Patientenverfügung hat, würde ich mich fragen, ob sie das – bei der mit der Zeit ja immer geringer werdenden Wahrscheinlichkeit jemals wieder zu erwachen – wollen würde.

Ich hoffe ich konnte ein wenig helfen und wünsche euch alles Gute.


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