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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Starke Blutzuckerschwankungen ohne Diabetes?
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BeitragVerfasst: 03.08.16, 12:43 
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Beiträge: 7
Hallo zusammen,
ich mache mir gerade ein wenig Sorgen um meine BZ-Werte. Ich trage ein dauerhaftes Messgerät (Handelsname entfernt) um meinen (reaktiven) Hypoglykämien auf die Spur zu kommen. Nach dem Essen sinkt mein BZ-Wert innerhalb kurzer Zeit auf Werte unter 70mg/dl, teilweise sogar unter 50mg/dl, wenn ich nach dem Essen spazieren gehe. Mein Arzt hatte mir das Gerät gegeben, damit ich den Wert im Blick habe, da ich bei zu tiefem BZ-Wert Krampfanfälle bekomme, aber vorher nichts merke. Jetzt musste ich leider feststellen, dass mein BZ-Wert nicht nur zu tief ist, sondern auch viel zu hoch, wenn ich KH esse. Als ich morgens nach dem Sport ein alkoholfreies Bier (isotonisch) und eine Banane gegessen habe, stieg er auf 220mg/dl an und ist innerhalb von 30 Minuten wieder auf 70mg/dl runter. Das kann doch nicht gut sein, oder? Ich ernähre mich eigentlich sehr gesund mit wenig KH, viel Gemüse, Beeren, Milchprodukten, Fisch und Nüssen. Ich hab jetzt auch nur ausnahmsweise mal zu Testzwecken versucht, nach dem Sport die empfohlenen schnellen KH auszuprobieren. So eine heftige Reaktion hätte ich aber nicht erwartet. Ansonsten habe ich auch nach anderen Mahlzeiten meistens Schwankungen von 80 mg/dl vorher, dann 1h später ~160mg/dl und dann 30 Min später nur noch 70mg/dl mit der Tendenz zum weiteren Abfallen bis 60mg/dl. Nach 2-3 Stunden hat sich der Wert dann wieder bei 80mg/dl eingependelt. Selbst bei einem Apfel kann der BZ-Wert auf 150mg/dl gehen und danach tiefer fallen als vor dem Essen. Ist das normal? Man sagt doch eigentlich, dass die Werte im Tagesverlauf zwischen 80 und 140mg/dl pendeln, das krieg ich ja irgendwie nicht so ganz hin... Merkwürdig ist auch, dass ich beim Sport auf nüchternem Magen die wenigsten Probleme habe. Da pendelt mein BZ zwischn 75 und 95mg/dl hin und her, obwohl ich vorher nichts gegessen habe und 1,5h bergauf/bergab jogge. Diabetes wurde bei mir nie thematisiert, weil mein Nüchternwert immer zwischen 60-90mg/dl und mein Hba1c bei 4,9% liegt. Hat jemand schon mal ähnliche Erfahrungen gemacht? Das ist doch kein Prädiabetes, oder? In meiner Familie gab es das bis jetzt noch nicht und ich habe mich immer gesund ernährt. Sport mache ich mein ganzes Leben und bin eher unter- als übergewichtig. Probleme mit Müdigkeit, Schwäche, etc. habe ich auch nicht, sondern kann problemlos jeden Tag Sport machen und bin mit 30 Jahren auch noch relativ jung, würde ich mal behaupten. Oder mach ich mir zuviele Gedanken? Sind die Werte normal?
Danke schon mal im Voraus, ich bin gespannt, was ihr dazu sagt :-)

Liebe Grüße,
Julia


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BeitragVerfasst: 05.08.16, 16:24 
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Beiträge: 966
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Hallo Julia,

Blutzuckerschwankungen mit kurzzeitig erhöhten oder sehr niedrigen Werten
treten auch bei Nichtdiabetikern bisweilen auf. Bei Prädiabetikern häufig infolge von Sekretionsstörungen. Schwere Hypoglykämien möglichst prophylaktisch vermeiden.

Ich empfehle, die Suchfunktion hier im Forum zu nutzen. Stichwort: Alimentäre Hypoglykämie.
Umfangreiche Diskussion.

_________________
Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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BeitragVerfasst: 07.08.16, 16:12 
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Registriert: 28.10.15, 13:46
Beiträge: 7
Hallo Hans,
Danke für die schnelle Antwort. Leider konnte ich auch mit der Suchfunktion des Forums noch keine wirkliche Antwort finden. Immer wieder lese ich, dass die Werte zwischen 80 und 140 mg/dl sein sollten. Wenn bei mir die Werte nur ab und zu ausschlagen würden, würde ich mir auch gar keine Gedanken machen, aber ich befinde mich eigentlich täglich mehrfach außerhalb des Bereichs. Ungefähr 30 Minuten nach dem Essen schießt mein BZ auf 180mg/dl hoch und rutscht eine Stunde später auf Werte bis 50 mg/dl. Ich hab schon verschiedene Messsysteme ausprobiert, sie kommen alle auf ähnliche Ergebnisse. Ich weiß momentan einfach auch nicht, was ich essen kann, ohne dass es zu diesem starken Abfall kommt - der bei mir nämlich leider schon mehrfach in epileptischen Anfällen geendet ist. Ich esse eigentlich ausschließlich Lebensmittel mit niedrigem GI, viel Milchprodukte, viel Gemüse, verzichte komplett auf Weißmehl und Zucker und treibe täglich Sport.
Momentan versuche ich herauszufinden, ob es mit dem Inkretin-Effekt zusammenhängt und sich bei mir eventuell durch Süßstoff oder Antikörper etwas verändert hat.
Leider habe ich keinen Link zu einer vorhandenen Diskussion gefunden, bei der ich mich damit anschließen könnte. Falls Du zufällig einen parat hast, würde ich mich natürlich sehr freuen.
Liebe Grüße
Julia


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BeitragVerfasst: 09.08.16, 15:22 
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Beiträge: 966
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Hallo Julia,

gratuliere zu deiner Lebensführung, insbesondere zu deiner Ernährungsweise, die nun wahrlich bei Diabetes oder Prädiabetes und auch für solche, die nicht Diabetiker werden wollen, optimal ist. Leider finde ich die von mir genannten Diskussionen mit der Suchfunktion auch nicht mehr alle hier.

Da das Krankheitsbild mir etwas kompliziert erscheint, wird wohl am ehesten ein Endokrinologe weiterhelfen können. Vor allem auch zum definitiven Ausschluß des Diabetes mellitus ( es gibt ja mehr davon als Typ1 und Typ2) und anderer Krankheiten des Pankreas, z.B. ein Insulinom.

Der Ansatz „Inkretineffekt“ ist goldrichtig. Bei einem Effekt gibt es in der Regel auch einen Defekt, der medikamentös behandelt werden kann.

Vielleicht tragen folgende Beiträge im Forum zu deiner Info etwas bei:
viewtopic.php?f=22&t=123666
Inkretine sind Darmhormone, die die nahrungsabhängige Insulinsekretion
der Betazellen des Pankreas steuern.

Gute Besserung!

_________________
Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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BeitragVerfasst: 17.08.16, 12:08 
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Hallo lieber Hans,
Danke für Deine nette Antwort! Und Danke für den Link, den hatte ich sogar schon gefunden und interessiert gelesen ;-) Leider habe ich erst Ende September einen Termin beim Endokrinologen, mir aber gestern noch schnell einen Vorab-Termin geben lassen, um einen Glukosetoleranztest durchzuführen und einen Bluttest auf Typ-1-AK machen zu lassen. Dann hab ich die Ergebnisse bis zu meinem Termin mit dem Endokrinologen.
Je mehr ich mich mit dem Thema beschäftige, umso mehr könnte ich mir vorstellen, dass sich ein Typ-1 Diabetes bei mir entwickelt. Vielleicht auch Typ-2, aber das hoffe ich nicht und überlass die Diagnose mal lieber dem Arzt ;-)

Interessant wäre übrigens folgendes Szenario, dazu würde mich Deine Meinung sehr interessieren! Alles reine Spekulation, aber: Ich habe schon immer kalte Füße, kalte Hände, Mundtrockenheit, trinke deshalb mind. 5 Liter am Tag, gehe nachts deshalb 1-2x auf Toilette und habe eine relativ langsame Wundheilung. Eigentlich ja alles Diabetes-Symptome, aber ich hab Diabetes für mich noch NIE in Betracht gezogen und diese Kleinigkeiten nicht weiter beachtet. Bei Blutuntersuchungen sind immer meine ANA-Antikörper zu hoch, Cholesterin zu hoch (aber gutes HDL-LDL-Verhältnis), Nierenfiltrationsrate zu niedrig, Harnstoff zu hoch, Östrogen zu niedrig. Mein Mann hat jetzt mal eine Vermutung in den Raum geworfen: Kann es sein, dass ich bereits sehr lange Diabetes-Typ-1 habe (ich bin sehr dünn), aber es nie herauskam, weil ich mich sowieso schon so gesund ernähre und den BZ durch täglichen Sport unten halte? An Tagen ohne Sport geht es mir immer am schlechtesten, das findet mein Mann auch nicht normal.

Wenn ich jetzt so meine Blutzuckerwerte der letzten Tage ansehe, geht es zu wie in einer Achterbahn, wenn ich z.B. statt unpaniertem Fleisch mal etwas mit Panade esse. Oder einen Apfel. Und selbst bei 2 Scheiben Vollkornbrot mit Butter steigt der Wert auf 190mg/dl, ist aber nach 1h bei >80mg/dl. Gestern habe ich übrigens das Antidiabetikum Acarbose (50mg) ausprobiert, da ging der BZ nach einer Stunde von 170mg/dl auf 55mg/dl runter (wieder mit Vollkornbrot und Butter). Hat mir nicht gefallen, weil ich dadurch sehr viel länger im Bereich <80mg/dl lag als sonst.

Stimmt es denn eigentlich, dass man normalerweise in einem Bereich von 80-140mg/dl pendelt - abgesehen von ein paar "Ausrutschern"? Würde ich mich ernähren wie der Durchschnittsdeutsche würde mein Blutzucker nur in dem Bereich sein, wenn er gerade auf dem Weg von der Hyper- in die Hypoglykämie ist und andersrum...

Ich würde mich wirklich über Deine Meinung freuen, das Thema ist nämlich superspannend und Ernährung/Stoffwechsel hat mich schon immer interessiert!

Meine Schilddrüse ist übrigens okay und die Insulinwerte (vormittags) sind eher unauffällig:
Insulin 4,4 (Norm: 3-23)
C-Peptid: 1,39 (Norm: 0,8 - 4,2)
Cortisol 18,7 (Norm: 4,8 - 19,5) > den hohen Wert würde ich auf meine Panik vorm Blutabnehmen schieben ;-)

Sonnige Grüße
Julia


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BeitragVerfasst: 19.08.16, 15:14 
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Hallo liebe Julia,

Danke auch für Dein aufschlussreiches, sehr offenes und inhaltsreiches Posting.
Ja, es sprechen in der Tat einige Wahrnehmungen für eine diabetische Entwicklung.
Aber, die Begleiterscheinungen können, müssen aber nicht zum Diabetes gehören. Bei einigen Menschen ist das so, aber nicht bei allen. Deshalb ist Dein Satz " .....überlasse Diagnose lieber dem Arzt :? " sehr richtig.

Dein Göttergatte hat allerdings Recht. Spekulationen hin oder her. Es kann durchaus sein, dass sich Typ1, vorzugsweise LADA, in Anbetracht Deiner Empfindungsstörungen entwickelt. Dieser Typ benötigt nämlich in der Regel bis zur Manifestation extrem lange. Ist aber mit Insulin auch relativ gut zu behandeln.

Acarbose ist ein orales Antidiabetikum der älteren Generation sowohl bei Typ1- als auch Typ2-Diabetes. Die Medikamente bewirken eine Verlangsamung der Glukoseabgabe im Darm und sollen die postprandialen Blutzuckerspitzen kappen. Scherzhaft wird auch bisweilen gesagt: Acarbose macht mehr "Wind" als es wirklich nützt. Bei zu starkem Blutzuckerabfall ist der Wirkstoff eh suboptimal.

Der Bz-Bereich 80 - 140 mg/dl ist ein häufiges Spektrum bei Gesunden. Für Diabetiker optimal. Aber auch Gesunde haben oft kurzfristige, postprandiale, höhere Spitzenwerte (bis zur Nierenschwelle) oder niedrigere Nüchternwerte.

Es gibt sicher noch weitere Aspekte zu Deinem Fall. Sie sprengen jedoch den Rahmen dieses Forums.

Also, nicht verrückt machen lassen und abwarten.
Du bist auf einem guten Weg. :D

_________________
Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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BeitragVerfasst: 22.08.16, 11:00 
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Hallo Hans,
Danke wieder für Deine Antwort! LADA scheint den Kriterien nach verdächtig gut zu passen: ich bin 30 Jahre alt, habe abgenommen (mittlerweile BMI von 18) und es wurden bereits in der Vergangenheit Antikörper festgestellt (erhöhte Antinukleare-Antikörper, ANA). Ich habe kurzfristig einen Termin zur Blutabnahme gemacht und lasse die diabetesspezifische Antikörper testen. Ich bin gespannt, was dabei rauskommt. Falls die Antikörper negativ sind, wäre ich aber wirklich ratlos...

Was mir sehr hilft, sind Milchprodukte - besonders Quark. Wenn ich vor einer Mahlzeit Quark esse, kann ich die Blutzuckerspitzen größtenteils verhindern. Das liegt wohl an den Aminosäuren, die einen unverhältnismäßig hohen Einfluss auf die Insulinproduktion haben, womit wir auch wieder bei den Inkretinhormonen wären. Hast Du ähnliche Erfahrungen gemacht?

Liebe Grüße
Julia


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BeitragVerfasst: 23.08.16, 12:41 
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Hallo Hans,
die Diabetologin meinte heute, dass Werte über 200mg/dl kurz nach dem Essen ganz normal sind, deshalb vermutet sie kein LADA Diabetes. Trotzdem wird mein Blut jetzt auf GAD-Antikörper getestet. Mal sehen. Ich muss irgendwie diese starken Blutzuckerabfälle vermeiden, da ich sonst wieder Anfälle riskiere. Das schreit dann wohl nach einer Low Carb Diät. Aber das würde ja nur das Symptom behandeln. Die Ursache dafür zu finden wird mich wohl noch einiges an Zeit kosten. Und einige Sensoren für das FGM, das leider nur für Diabetespatienten von der Kasse bezahlt wird. Ach mensch, so langsam wirds wirklich deprimierend. Naja, wird schon. Hauptsache erstmal keine neuen Anfälle.

Viele Grüße
Julia


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BeitragVerfasst: 23.08.16, 17:37 
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Hallo Julia,

zunächst, Quark und Co sind in der Ernährung nach dem Hörensagen wohl probate Helfer für vielerlei Beschwerden. In der Diabetologie auch von Vorteil wegen des relativ niedrigen Glykämischen Index, bzw. der Glykämischen Last. D.h. die Glukose der Mahlzeit strömt nicht so schnell ins Blut, sie fließt nur, und vermeidet auch so manche Blutzuckerspitze.
Die Ansicht, dass häufige Werte um 200 mg/dl normal seien, kann ich mir leider nicht zu eigen machen. Die Blutzuckerspitze tritt in der Regel 1 bis 1,5 Stunden nach dem ersten Bissen der Mahlzeit auf. Das bedeutet, bis zum 200er-Wert oder bis zum Maximum vergeht eine ganze Weile mit Werten über der Nierenschwelle (ca. 160 mg/dl). Ob das wohl gesund ist und die Lebenserwartung steigert, wage ich zu bezweifeln. Eine Gesundheitsstörung sind erhöhte pp-Werte allemal und erhöhen das Risiko für etliche weitere Krankheiten. Sie sind definitiv mit Schuld für die Bildung von AGE`s. Es ist eigentlich fatal für Patienten, dass kurzzeitig erhöhte pp-Werte nicht oder kaum in das Langzeitergebnis im Blutbild eingehen.

Ich verstehe Deinen Unmut über die schwierige Diagnose. Leider habe ich weder persönliche Erfahrungen noch Kenntnisse aus meinen Selbsthilfegruppen von anderen Patienten, denen es so ergeht wie Dir. Ich bin mittlerweile im Seniorenalter, ca. 20 Jahre Diabetiker und über 12 Jahre Insulinpumpenträger. Die Insulinpumpenbehandlung habe ich verordnet bekommen wegen diabetischer Polyneuropathie(PNP), verbunden mit Schmerzen und Empfindungsstörungen in den Extremitäten. Aber mein Diabetes konnte bis heute nicht sicher eingeordnet oder typisiert werden. Dank der möglichst gleichmäßigen, geringen Insulinabgabe ( Basalbolus) der Pumpe und HbA1c-Werten um die 5,2 % werden meine Beschwerden jedoch erfolgreich gelindert und der Fortschritt der PNP wird ausgebremst.

Über LADA kann ich berichten, dass bei vielen Patienten GAD-AK im latenten Stadium häufiger zu finden sind. Später meist alternierend, d.h. mal positiv, mal negativ und letztendlich überhaupt nicht mehr. Hier ein Link, der Deinen sehr hohen Wissensstand vielleicht noch erweitern könnte:

http://www.diabetes-deutschland.de/archiv/4917.htm

Wenn ich einen bescheidenen Beitrag zu Deinem Wohlbefinden beitragen darf, dann hier meine Meinung über Deine Vorgehensweise:

Das Wichtigste bis zu einer differenzierten Diagnose und weiterer Maßnahmen ist die Verhinderung von schweren Hypoglykämien u.U. mit epileptischen Irritationen. Wenn Dir das mit Deiner Lebensweise oder vielleicht auch medikamentös gelingt, hast du schon vieles erreicht.
Kommt Zeit, kommt Rat. :)

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Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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BeitragVerfasst: 24.08.16, 07:26 
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Hallo Hans,
Danke, das tat gut zu lesen. Ich habe auch gerade erst bemerkt, dass ich den Hintergrund meiner BZ-Expedition gar nicht erwähnt hatte. Vor ungefähr 10 Jahren wurde bei mir Epilepsie diagnostiziert. Seitdem hatte ich im Abstand von ca 1-2 Jahren immer mal wieder einen Anfall und werde medikamentös behandelt. Im Mai hatte ich einen weiteren Anfall, woraufhin mein Neurologe die Medikation erhöht hat. Leider ohne Erfolg, weil ich exakt 3 Wochen später einen erneuten Anfall hatte. Das Schema war identisch: Es war ein Sonntagmorgen nach einer kleinen Laufrunde, danach Frühstück mit Brötchen und Marmelade, danach Erdbeeren und Quark. Ungefähr 90 Minuten später sind mein Mann und ich mit dem Hund raus und beide Anfälle sind dann während des Spaziergangs passiert. Ohne Vorboten, nicht einmal die typischen Unterzuckerungssymptome (Schwitzen, Kribbeln, etc.). Es passierte von einem Moment auf den nächsten und zum Glück konnte mein Mann mich fangen, sodass ich nicht rückwärts die Treppe heruntergestürzt bin. Der Neurologe wollte die Medikamente weiter erhöhen, aber das hat bisher ja auch nichts gebracht. Also fingen wir selber an, nach der Ursache zu suchen. Dabei kamen wir auf den Gedanken, dass ein Frühstück mit vielen KHs vielleicht Einfluss hat, weil es mir nach dem Essen häufig nicht so gut geht. Wenn ich vor einem Spaziergang was esse, fange ich währenddessen an zu schwitzen, zittern und mir wird schwarz vor Augen, wenn ich mich nicht setze. In meiner Jugend bin ich auch häufig umgekippt. Aber da habe ich immer "Vorboten" bemerkt, die hatte ich bei den epileptischen Anfällen nicht. Deshalb ist unsere Vermutung, dass im Endeffekt (nicht nur) die Hypoglykämie ein Auslöser sein kann, sondern vielleicht viel mehr der starke Auf- und Abstieg des Blutzuckers. Ein Verlauf von 70mg/dl - 200mg/dl - 50mg/dl innerhalb von 60 Minuten ist vielleicht nicht so optimal. Anfangs habe ich mir über den hohen Wert von 200mg/dl gar keine Gedanken gemacht, weil ein Diabetiker nach 1h/2h immer noch in der Hyperglykämie ist und nicht (wie ich) in der Hypoglykämie. Danach fing ich an, auszutesten, bei welchen Lebensmitteln die Schwankungen am stärksten sind und das sind natürlich die KH-reichen Mahlzeiten. Davon esse ich sowieso sehr wenig, Brötchen mit Marmelade waren eher selten und jetzt gar nicht mehr. Trotzdem fielen die Werte weiterhin relativ stark ab, selbst bei Obst/Gemüse/Vollkornbrot und ich kam fast jedes Mal nach dem Essen in eine Hypoglykämie (mit Symptomen, aber ohne Anfall). Deshalb bin ich zum Endokrinologen gegangen und habe mir seitdem zur Beobachtung der Werte einen Sensor setzen lassen. Kostet zwar viel Geld und werde ich auch nicht auf Dauer bezahlen können, aber damit kann ich wenigstens die Anfälle verhindern, am Essen experimentieren und vielleicht der Ursache weiter auf die Spur kommen. Der Endokrinologe hat mir zunächst Acarbose verschrieben und das Blutbild untersucht (leider ohne GAD). Seine Praxisdiabetologin hat mir dann gestern auf meinen Wunsch hin die GAD-Antikörper abgenommen und ihre Skepsis geäußert, weil meine Werte Ihrer Meinung nach gut aussehen ("Werte über 200mg/dl sind kurz nach dem Essen ganz normal, Hauptsache nach 1h-2h sind sie wieder unten."). Sie meinte, es wäre doch alles gut: Ich soll einfach auf KHs verzichten, viele Milchprodukte essen und dann sehen die Werte doch okay aus.
Naja, lange Rede, kurzer Sinn. Ohne Selbsthilfe geht gar nichts - sonst würd ich mich jetzt mich Medikamenten vom Neurologen vollstopfen und mich jedes Mal wundern, warum ich denn nach meinem Sonntagsfrühstück einen Anfall bekomme ;-)

Du bist bis jetzt auf jeden Fall die größte Hilfe gewesen, also Danke!!! Auch für den Link zum LADA-Diabetes. Ich erfülle die ersten vier Kriterien... über den letzten (familiäre Vorbelastung) kann ich leider nichts sagen. Oh weia, ich bin echt gespannt auf die Blutergebnisse. Wenn die Antikörper wirklich nachgewiesen werden, hab ich endlich die Ursache gefunden und mache einen Freudentanz...

Liebe Grüße
Julia


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BeitragVerfasst: 25.08.16, 10:09 
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:D und Danke!

Julia, ich drücke alle erdenklichen Daumen. :)

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Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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