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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Linsenimplantat einnähen
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 Betreff des Beitrags: Linsenimplantat einnähen
BeitragVerfasst: 08.05.17, 10:28 
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Hallo,

bei mir muss eines Tages die Linse eingenäht werden aufgrund einer extremen Bindegewebe Schwäche. Ich möchte mich jetzt schon mal erkundigen, welche Methoden bezüglich des einnähen es gibt. Welche ist die Beste und welche ist die Neueste Methode? Wer kann mir auch Augenkliniken empfehlen, die solche Operationen mehrfach und erfolgreich durchgeführt haben?
Vorab schon mal vielen Dank für Eure Ratschläge und Tipps.

Mfg


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 Betreff des Beitrags: Re: Linsenimplantat einnähen
BeitragVerfasst: 08.05.17, 14:12 
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Bevor wir das Thema lange ausbreiten, erst einmal: was ist denn für Sie "eines Tages"? Wenn das in drei Jahren oder länger ist, gibt es vielleicht ganz andere Möglichkeiten!

Genäht wird immer an die Sklera (also den eigentlichen Aufapfel), entweder nit Kapselsack oder ohne, je nach Ausgangsbefund. Machen kann das jede Klinik, die auch viele Katarakte operiert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Linsenimplantat einnähen
BeitragVerfasst: 08.05.17, 15:15 
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Registriert: 21.12.16, 08:27
Beiträge: 5
Hallo,

erstmal vielen Dank für Ihre Stellungnahme. Was für ein Thema möchten Sie ausbreiten? Ich meinte auch nicht eine gewöhnliche Kataraktoperation, sondern eine Implantation einer Kunstlinse bei Marfan-Syndrom Patienten. Aufgrund der lockeren Zunularfasern muß der Kapselsack komplett entfernt werden. Aus diesem Grund ist es technisch sehr schwierig. Und ich glaube kaum, daß das jede Augenklinik machen kann. Dies ist eine seltene Augenkrankheit. Mir ist auch bewusst, das die neue Linse eingenäht wird. Es gibt aber doch sicherlich noch andere Methoden. Mit eines Tages ist gemeint, in vier Wochen oder ein paar Monaten und nicht in ein paar Jahren.

Mfg


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 Betreff des Beitrags: Re: Linsenimplantat einnähen
BeitragVerfasst: 08.05.17, 17:50 
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Beiträge: 2219
Naja, eigentlich hat Humungus doch alles geschrieben (auch wenn er das Thema nicht erschöpfend behandeln wollte, weil er ja nicht wusste, wann genau Sie operiert werden sollen):

Eine Linse, die eingenäht werden muss, wird an der Sklera festgenäht. Wenn der Kapselsack mit entfernt werden muss (bei Marfan ja nicht so selten), dann eben ohne Kapselsack. Und nein, eine andere Methode, die Linse einzunähen, gibt es nicht.
Was genau wollen Sie denn wirklich wissen? Sie scheinen irgendwie auf etwas Bestimmtes hinauszuwollen oder täuscht das?

Die Operation kann, wie Humungus auch schrieb, jede größere Augenklinik durchführen, die viele Katarakt-Operationen durchführt und daher auch unterschiedlichste anatomische Situationen kennt. Ganz sicher können es aber die Unikliniken und die städtischen Augenkliniken, die als "Maximalversorger" gelten. So selten sind Katarakt-Operationen bei Marfan-Syndrom nun auch wieder nicht. Wer da genau in Ihrer Gegend in Frage kommt, das kann Ihnen Ihr betreuender Augenarzt bestimmt sagen. "Spezialkliniken" gibt es für Marfan-Patienten nicht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Linsenimplantat einnähen
BeitragVerfasst: 08.05.17, 18:53 
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Beiträge: 4693
Feuerblick hat geschrieben:
Und nein, eine andere Methode, die Linse einzunähen, gibt es nicht.
...schlicht, weil keine andere Struktur des Auges stabil genug wäre einen Faden für zig Jahre (denn Marfan-Patienten sind zum Zeitpunkt der OP ja meist recht jung) zu dulden.

Eine Alternative ist noch das "Einzwicken" einer Vorderkammerlinse in der Iris. Operativ ist das einfacher als das Einnähen, und die Gefahr einer postoperativen Hornhautverkrümmung durch Linsendrehung ist auch geringer. Allerdings gibt es auch Gegenargumente, beispielsweise die Vorverlagerung des Linsendiaphragmas (für Laien: die Grenze zwischen Vorder- und Hinterkammer wird in Richtung Vorderkammer verlegt), die Frage der langfristigen Endothelschädigung (nochmal: zig Jahre - als Gegenargument gibts allerdings wiederum die DMEK) und die Frage, ob im Alter verflüssigter Glaskörper nicht doch an der Linse "vorbeiflutscht", mit allen möglichen Risiken. Das Mittel der letzten Wahl wäre eine vorderkammergestützte Linse, die intraoperativ noch einmal wesentlich einfacher zu handeln ist, aber auch wesentlich größere Schattenseiten hat. In sehr frühen Fällen ist es auch möglich den Kapselsack zu erhalten und einen speziellen Kapselspannring (anstatt der Intraokularlinse) einzunähen. Das hat den Vorteil des möglichst exakten anatomischen Erhalts des Ursprungszustandes, ist aber der operativ deutlich schwierigste Eingriff und nur in einigen Fällen möglich.

Zitat:
So selten sind Katarakt-Operationen bei Marfan-Syndrom nun auch wieder nicht.
So ist es. Jede Klinik, die im Jahr mehrere Tausend Kataraktoperationen durchführt kennt diese Fälle. Es ist - wie immer beim Operieren - eine Frage der Routine und der manuellen Erfahrung, mit der die Ergebnisse besser werden.

Das Thema ist tatsächlich ziemlich umfangreich, und man findet viele Argumente für und wider. Meines Wissens aber ist noch immer die Einnähung die Methode der Wahl. Und wenn die OP innerhalb der nächsten Monate stattfinden soll, kann man davon ausgehen, dass die Zunulafasern schon locker sind und die Linse "gen Süden" strebt. Das ist nicht schön, aber typisch für den Marfan, und heute passabel zu bewältigen. Wenn Sie (der TE) Wert auf beste Betreuung und Ergebnisse legen und dabei auch zu reisen bereit sind, werden Sie "Top-Spots" überall verteilt in Deutschland finden. Einfach Großkliniken und Praxen anrufen und direkt nach der Erfahreung bei Marfan-Katarakt-OPs fragen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Linsenimplantat einnähen
BeitragVerfasst: 09.05.17, 06:24 
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Beiträge: 5
Feuerblick hat geschrieben:
Naja, eigentlich hat Humungus doch alles geschrieben (auch wenn er das Thema nicht erschöpfend behandeln wollte, weil er ja nicht wusste, wann genau Sie operiert werden sollen):

Eine Linse, die eingenäht werden muss, wird an der Sklera festgenäht. Wenn der Kapselsack mit entfernt werden muss (bei Marfan ja nicht so selten), dann eben ohne Kapselsack. Und nein, eine andere Methode, die Linse einzunähen, gibt es nicht.
Was genau wollen Sie denn wirklich wissen? Sie scheinen irgendwie auf etwas Bestimmtes hinauszuwollen oder täuscht das?

Die Operation kann, wie Humungus auch schrieb, jede größere Augenklinik durchführen, die viele Katarakt-Operationen durchführt und daher auch unterschiedlichste anatomische Situationen kennt. Ganz sicher können es aber die Unikliniken und die städtischen Augenkliniken, die als "Maximalversorger" gelten. So selten sind Katarakt-Operationen bei Marfan-Syndrom nun auch wieder nicht. Wer da genau in Ihrer Gegend in Frage kommt, das kann Ihnen Ihr betreuender Augenarzt bestimmt sagen. "Spezialkliniken" gibt es für Marfan-Patienten nicht.

Sind Sie mir nicht böse, aber ich glaube Sie wissen nicht von was Sie reden. Sollte dieses Anliegen zu erschöpfend sein, dann lassen Sie anderen zu Wort kommen. Ich habe den Eindruck, daß Sie über Marfan Syndrom nicht Bescheid wissen. Es gibt nur einige Tausend Menschen in Deutschland die dieses Augenleiden haben. Aus diesem Grund gibt es auch nur sehr wenige Operateure die eine so kpmplizierte Augen Op durchgeführt haben. Das hat mit einer Augenklinik größe wenig zu tun.
Trotzdem Danke für Ihren Kommentar.


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 Betreff des Beitrags: Re: Linsenimplantat einnähen
BeitragVerfasst: 09.05.17, 06:38 
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Registriert: 21.12.16, 08:27
Beiträge: 5
Humungus hat geschrieben:
Feuerblick hat geschrieben:
Und nein, eine andere Methode, die Linse einzunähen, gibt es nicht.
...schlicht, weil keine andere Struktur des Auges stabil genug wäre einen Faden für zig Jahre (denn Marfan-Patienten sind zum Zeitpunkt der OP ja meist recht jung) zu dulden.

Eine Alternative ist noch das "Einzwicken" einer Vorderkammerlinse in der Iris. Operativ ist das einfacher als das Einnähen, und die Gefahr einer postoperativen Hornhautverkrümmung durch Linsendrehung ist auch geringer. Allerdings gibt es auch Gegenargumente, beispielsweise die Vorverlagerung des Linsendiaphragmas (für Laien: die Grenze zwischen Vorder- und Hinterkammer wird in Richtung Vorderkammer verlegt), die Frage der langfristigen Endothelschädigung (nochmal: zig Jahre - als Gegenargument gibts allerdings wiederum die DMEK) und die Frage, ob im Alter verflüssigter Glaskörper nicht doch an der Linse "vorbeiflutscht", mit allen möglichen Risiken. Das Mittel der letzten Wahl wäre eine vorderkammergestützte Linse, die intraoperativ noch einmal wesentlich einfacher zu handeln ist, aber auch wesentlich größere Schattenseiten hat. In sehr frühen Fällen ist es auch möglich den Kapselsack zu erhalten und einen speziellen Kapselspannring (anstatt der Intraokularlinse) einzunähen. Das hat den Vorteil des möglichst exakten anatomischen Erhalts des Ursprungszustandes, ist aber der operativ deutlich schwierigste Eingriff und nur in einigen Fällen möglich.

Zitat:
So selten sind Katarakt-Operationen bei Marfan-Syndrom nun auch wieder nicht.
So ist es. Jede Klinik, die im Jahr mehrere Tausend Kataraktoperationen durchführt kennt diese Fälle. Es ist - wie immer beim Operieren - eine Frage der Routine und der manuellen Erfahrung, mit der die Ergebnisse besser werden.

Das Thema ist tatsächlich ziemlich umfangreich, und man findet viele Argumente für und wider. Meines Wissens aber ist noch immer die Einnähung die Methode der Wahl. Und wenn die OP innerhalb der nächsten Monate stattfinden soll, kann man davon ausgehen, dass die Zunulafasern schon locker sind und die Linse "gen Süden" strebt. Das ist nicht schön, aber typisch für den Marfan, und heute passabel zu bewältigen. Wenn Sie (der TE) Wert auf beste Betreuung und Ergebnisse legen und dabei auch zu reisen bereit sind, werden Sie "Top-Spots" überall verteilt in Deutschland finden. Einfach Großkliniken und Praxen anrufen und direkt nach der Erfahreung bei Marfan-Katarakt-OPs fragen.

Vielen Dank für Ihre Stellungnahme.


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 Betreff des Beitrags: Re: Linsenimplantat einnähen
BeitragVerfasst: 09.05.17, 09:01 
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Registriert: 04.02.05, 00:03
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Alaskaalarm hat geschrieben:
Feuerblick hat geschrieben:
Naja, eigentlich hat Humungus doch alles geschrieben (auch wenn er das Thema nicht erschöpfend behandeln wollte, weil er ja nicht wusste, wann genau Sie operiert werden sollen):

Eine Linse, die eingenäht werden muss, wird an der Sklera festgenäht. Wenn der Kapselsack mit entfernt werden muss (bei Marfan ja nicht so selten), dann eben ohne Kapselsack. Und nein, eine andere Methode, die Linse einzunähen, gibt es nicht.
Was genau wollen Sie denn wirklich wissen? Sie scheinen irgendwie auf etwas Bestimmtes hinauszuwollen oder täuscht das?

Die Operation kann, wie Humungus auch schrieb, jede größere Augenklinik durchführen, die viele Katarakt-Operationen durchführt und daher auch unterschiedlichste anatomische Situationen kennt. Ganz sicher können es aber die Unikliniken und die städtischen Augenkliniken, die als "Maximalversorger" gelten. So selten sind Katarakt-Operationen bei Marfan-Syndrom nun auch wieder nicht. Wer da genau in Ihrer Gegend in Frage kommt, das kann Ihnen Ihr betreuender Augenarzt bestimmt sagen. "Spezialkliniken" gibt es für Marfan-Patienten nicht.

Sind Sie mir nicht böse, aber ich glaube Sie wissen nicht von was Sie reden. Sollte dieses Anliegen zu erschöpfend sein, dann lassen Sie anderen zu Wort kommen. Ich habe den Eindruck, daß Sie über Marfan Syndrom nicht Bescheid wissen. Es gibt nur einige Tausend Menschen in Deutschland die dieses Augenleiden haben. Aus diesem Grund gibt es auch nur sehr wenige Operateure die eine so kpmplizierte Augen Op durchgeführt haben. Das hat mit einer Augenklinik größe wenig zu tun.
Trotzdem Danke für Ihren Kommentar.

Ich befürchte eher, dass Sie da derjenige sind, der nicht richtig informiert ist - siehe auch Humungus' weitere Ausführungen zu Erkrankung und operierenden Kliniken, die meine bestätigen. Tut mir ja leid, dass Ihre Erkrankung doch nicht so exklusiv ist wie Sie dachten. Ich kann sie aber beruhigen: ICH weiß sehr genau, worum es geht... von den "einigen Tausend" habe ich dann doch nicht gerade wenige gesehen.
Aber ich werde Sie mit meinem Fachwissen selbstverständlich nicht weiter belästigen.


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